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Tech-Branche: Europas Gen Z sucht sicheren Arbeitsplatz
Young Generation in Tech

Tech-Branche: Europas Gen Z sucht sicheren Arbeitsplatz

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Die Mitarbeiterzufriedenheit der Generation Z ist in Deutschland neben Frankreich im europäischen Vergleich am höchsten. Die europäische Gen Z setzt auf Sicherheit am Arbeitsplatz aufgrund der weltweiten Krisen statt auf Spaß an der Arbeit.

Dies ergibt die „Young Generation in Tech“-Studie des HR-Plattform-Entwicklers HiBob und des Risikokapitalunternehmens Eight Roads Ventures.

Enttäuscht, desillusioniert und entmutigt: Die „Young Generation in Tech“-Studie offenbart neue Erkenntnisse über die Technologie-Branche in Europa. Die repräsentative europaweite Umfrage wurde im Auftrag von HiBob, einem der führenden HR-Tech-Unternehmen, und der globalen Risikokapitalgesellschaft
Eight Roads Ventures durchgeführt.

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 2.000 Angestellte der Generation Z und jüngere Millenials, die in Tech-Start-ups und Tech-Unternehmen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Irland, den Niederlanden, Schweden und Spanien tätig sind, zu ihren Ambitionen und Ängsten hinsichtlich Arbeitswelt, Karriere und Arbeitszufriedenheit befragt. Die 20- bis 30-jährigen Befragten arbeiten in technischen und nicht-technischen Funktionen in den Bereichen IT und Produktmanagement, Marketing, Vertrieb und C-Suite-Positionen. Es ist die erste paneuropäische Studie, die Einblicke in die Arbeitswelt und Arbeitsbedingungen der jungen Generation gibt.

Warnsignal für Tech-Branche Europas: Unzufriedene und kündigungswillige Gen Z

Mehr als die Hälfte der 20- bis 30-Jährigen in Europa (57 Prozent) fühlt sich von ihren Arbeitgeber:innen im Stich gelassen, so ein Ergebnis der „Young Generation in Tech“-Studie. 57 Prozent der jüngeren Arbeitnehmer:innen geben an, aufgrund schlechter Mitarbeiter:innenbindung, unzureichender Vergütung und fehlender Karrieremöglichkeiten Freund:innen oder Familienmitgliedern nicht zu einem vergleichbaren Arbeitsplatz zu raten.

Jede:r vierte Befragte überlegt, trotz Inflation und anderer Zukunftsängste, die derzeitige Stelle zu kündigen. Diese unzureichende Arbeitszufriedenheit benennen hauptsächlich die 20- bis 25-Jährigen. Als entscheidenden Faktor für Zufriedenheit am Arbeitsplatz nennen 49 Prozent der Befragten, dass sie den Umgang mit ihren direkten Teams und Kolleg:innen am meisten schätzen.

Schlechte Beziehungen zu ihren Manager:innen lösen dagegen die größte Unzufriedenheit aus. Von den Befragten geben 37 Prozent an, dass verbesserte Karrieremöglichkeiten sie zum Bleiben bewegen würden. Weitere 34 Prozent der Befragten ließen sich eventuell mit einer Gehaltserhöhung von einer Fortsetzung des Anstellungsverhältnisses überzeugen. 18 Prozent der Befragten würden sich in diesem Zusammenhang einen Arbeitsvertrag wünschen, der vor einer Entlassung schützt und einen sicheren Arbeitsplatz garantiert.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass sich die Tech-Branche angesichts des wirtschaftlichen Abschwungs dringend mit Karriereentwicklung, Vergütung und Mitarbeiter:innenbindung befassen muss, um die eigenen Talente vom Verlassen des Unternehmens und der Branche abzuhalten. Für die Generation Z entsteht Arbeitgeberattraktivität, neben unterstützender Führungskultur und dem positiven Umgang mit Kolleg:innen im Unternehmen, hauptsächlich durch das Zukunftspotenzial des Unternehmens (27 Prozent) und durch Arbeitsplatzsicherheit (25 Prozent).

Höchste Mitarbeiter:innenzufriedenheit bei Gen Z in Deutschland und Frankreich

Doch es bestehen signifikante Unterschiede zwischen den Ländern: In Deutschland und Frankreich bewerten 30 Prozent der Arbeitnehmer:innen der Gen Z und jüngere Millenials ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz positiv. In Deutschland geben 80 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden sind. Dies kann unter anderem auf die flexiblen Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten zurückgeführt werden, die von den Befragten als die am meisten geschätzten Arbeitsplatzbedingung genannt werden.

Im Gegensatz zu den restlichen Befragten der Studie, geben 75 Prozent der deutschen Befragten an, dass sie ihre gegenwärtige Stelle in absehbarer Zukunft behalten wollen. Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass ein Verbleib im Unternehmen, um Betriebszugehörigkeit und Seniorität zu erlangen, der richtige Ansatz für eine intelligente Karriere ist. Zugleich gaben 40 Prozent der Befragten an, dass es keine Mindestdauer gebe, die man in einem Unternehmen angestellt sein solle, bevor man wechselt.

Angst um eigene Karriere

Ungeachtet der vorherrschenden Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz fürchtet die große Mehrheit der jungen Leute in der Technologie-Branche in Deutschland, dass der wirtschaftliche Abschwung einen spürbaren Einfluss auf die eigenen Karrierepläne haben könnte. Den höchsten Wert sehen junge Beschäftigte der Tech-Branche in Deutschland in einem sicheren Gehalt und Karrierechancen.

Schlechte Beziehungen zu Führungskräften in Verbindung mit unbefriedigender Bezahlung und unklaren Karrieremöglichkeiten führen dazu, dass ein Viertel der Befragten ernsthaft in Erwägung zieht, innerhalb der nächsten zwölf Monate zu kündigen.

Ronni Zehav

Mitbegründer und CEO von HiBob

Die Ergebnisse der `Young Generation in Tech‘-Studie deuten nach Zehavi darauf hin, dass die jungen Leute von heute, teilweise aufgrund der aktuellen weltpolitischen Lage und der Inflation, der Sicherheit Vorrang einräumen.  Die Ergebnisse signalisierten ebenso, dass junge Menschen aus der Technologie-Branche das Vertrauen in ihre Arbeitgeber:innen und in die großen Versprechungen der Tech-Industrie verloren hätten. Verantwortungsbewusste Arbeitgeber:innen sollten dies als Warnung verstehen und auf die Sorgen der jungen Leute hören, sonst riskierzen sie, die besten und klügsten Köpfe zu verlieren.

Bildnachweis: ©Depositphotos.com

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