Gehalt hat hohe Bedeutung für allgemeines Wohlbefinden
Gehaltscheck

Gehalt hat hohe Bedeutung für allgemeines Wohlbefinden

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Die Hälfte aller Deutschen verbindet das eigene Lebensglück mit der Höhe des Gehaltsschecks - nur die Arbeitszeiten haben einen noch größeren Einfluss. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sehen das so (53%). Die Zusatzleistungen, die einige Betriebe ihren Mitarbeitern anbieten, ist für viele zweitrangig.

Für die repräsentative Umfrage befragte das Marktforschungsunternehmen respondi im Auftrag von kununu 1.595 Beschäftigte, von denen zum Zeitpunkt der Umfrage 82% in Vollzeit und 18% in Teilzeit berufstätig waren. Die Umfrage wurde bundesweit im Oktober 2021 online durchgeführt.

Demnach bezeichnen 49% der Teilnehmenden die Bedeutung ihres Lohns für ihr allgemeines Wohlbefinden im Leben als sehr wichtig. Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren sehen das so (53%). Zum Vergleich: Für ihre Zufriedenheit im Beruf schließen sich „nur“ 45% aller Befragten dieser Einschätzung an. Entsprechend sind viele Arbeitnehmer bereit, auch mehr zu leisten, wenn dafür der Inhalt ihrer Lohntüte stimmt. So würden 59% mehr Aufgabenverantwortung als Ausgleich für eine Gehaltserhöhung übernehmen. Mehr als ein Drittel (36%) übernähmen zudem auch mehr Personalverantwortung dafür.

Nur Arbeitszeit ist ein größerer Indikator für Zufriedenheit

Den Ergebnissen der Studie zufolge ist das Gehalt damit einer der wichtigsten Zufriedenheitsindikatoren – nur die Arbeitszeiten haben einen noch größeren Einfluss. Für 57% spielen diese eine sehr große Rolle, wenn es darum geht, wie wohl sie sich beruflich fühlen. 62% erkennen in ihnen gar einen sehr wichtigen Einfluss auf ihr allgemeines Wohlbefinden. Ganz anders die Einschätzung hinsichtlich weiterer Arbeitskriterien: die Wertschätzung durch den Arbeitgeber hat zwar für 55% einen großen Einfluss auf das berufliche Wohlbefinden, aber „nur“ für 36% auf das allgemeine. Die Zusatzleistungen, die ein Unternehmen seinen Mitarbeiter bietet, haben dagegen lediglich auf 29% (Job) beziehungsweise 27% (allgemein) einen derartigen Effekt.

Vergleich mit Kollegen ist eine wichtige Orientierungsgröße

Insgesamt deutet die aktuelle Lohn-Situation deutscher Belegschaften daraufhin, dass es um die Stimmungslage derzeit nicht gerade zum Besten steht. Denn nur jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland ist derzeit vollauf zufrieden mit seinem Gehalt. Fast jeder Dritte (29%) gibt dagegen an explizit unzufrieden mit dem Inhalt der Lohntüte zu sein. Einer der entscheidenden Treiber für die hohe Unzufriedenheit ist der Vergleich mit Kollegen. Erfahren Beschäftigte beispielsweise, dass Kollegen in vergleichbaren Positionen mehr verdienen als sie selbst, steigert dies bei 44% der Befragten die Frustration in Sachen Gehalt.

Tritt derselbe Fall bei Kollegen mit geringerer Qualifikation ein, werden 55% aller Studienteilnehmer unzufriedener. Immerhin jeder Vierte wird nervös in Lohnangelegenheiten, wenn in einem anderen Unternehmen einer vergleichbaren Branche besser gezahlt wird. „Vergleichbarkeit ist ein großes Thema, wenn es um das Gehalt geht. Beschäftigte vergleichen ihren Marktwert sowohl intern als auch extern, wodurch im negativen Fall Demotivation entstehen kann. Lohngleichheit ist ein attraktives Merkmal, mit dem sich Arbeitgeber nach außen und innen als faires Unternehmen positionieren können. Arbeitgeber sollten daher auf eine transparente Gehaltsstruktur hinarbeiten, denn diese hilft dabei, im Unternehmen vorherrschende Ungleichheiten sichtbar zu machen und darauf reagieren zu können“, erläutert Chesran Glidden, Verantwortliche für das Arbeitgeber-Angebot bei kununu.

Unzufriedenheit zum Thema machen – eigentlich schon

Die Hälfte aller Beschäftigten ziehen in Betracht ihren Unmut in Gehaltsfragen im nächsten Mitarbeitergespräch auf den Tisch zu bringen. Vor allem junge Arbeitnehmer zwischen 18 und 29 Jahren planen das (58%). Allerdings geben auch nur 28% aller Teilnehmenden (25% der jungen Befragten) an, dies auch tatsächlich schon getan zu haben. Rat bei Freunden und Bekannten haben dagegen immerhin bereits 37% der jungen Menschen gesucht, insgesamt 30%.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

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