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Ungenutzte Firmenfahrzeuge: So können Unternehmen kurzfristig Liquidität schaffen
Sicherheit für Darlehen

Ungenutzte Firmenfahrzeuge: So können Unternehmen kurzfristig Liquidität schaffen

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Auch bei guter Auftragslage können Unternehmen kurzfristig in Liquiditätsengpässe geraten, etwa wenn Aufträge vorfinanziert werden müssen und Kundenrechnungen erst später bezahlt werden. Steht gleichzeitig ein betriebliches Fahrzeug ungenutzt auf dem Hof, kann dessen Wert als Sicherheit für einen kurzfristigen Fahrzeugpfandkredit dienen. Auf diese Weise lässt sich eine zeitlich begrenzte Liquiditätslücke überbrücken.

Ob sich diese Finanzierung wirtschaftlich lohnt, hängt jedoch nicht allein von der Höhe des Darlehens ab. Entscheidend ist auch, wie lange das Unternehmen auf das Fahrzeug verzichten kann und welche Gesamtkosten entstehen. Zudem sollten Unternehmer über einen belastbaren Rückzahlungsplan verfügen.

Wenn der Zahlungseingang nicht zum Finanzbedarf passt

Am Anfang steht die konkrete Liquiditätslücke: Welcher Betrag wird zu welchem Termin benötigt, und wann ist ein Zahlungseingang tatsächlich zu erwarten? Ein offener Rechnungsbetrag ist noch keine sichere Rückzahlungsquelle, wenn die Zahlung strittig oder der Termin ungewiss ist. Anders lässt sich ein Bedarf beurteilen, der zeitlich klar begrenzt ist und für den bereits ein belastbarer Mittelzufluss absehbar ist. Diese Unterscheidung hilft, eine kurzfristige Überbrückung von einem längerfristigen Finanzierungsproblem zu trennen.

Der Wert eines Fahrzeugs bleibt gebunden, solange der Betrieb es behält und nutzt oder vorhält. Eine Beleihung kann einen Teil dieses Werts vorübergehend verfügbar machen, ohne das Fahrzeug zu verkaufen. Daraus folgt aber noch keine Empfehlung für jeden Engpass. Wer dauerhaft höhere Ausgaben als Einnahmen hat, löst das Grundproblem nicht durch ein zusätzliches Darlehen. Auch bei einem vorübergehenden Bedarf sollten Betrag und Fälligkeit so gewählt werden, dass die Rückzahlung den Betrieb nicht unmittelbar in die nächste Lücke führt.

Das Fahrzeug muss für die ganze Zeit entbehrlich sein

Der wichtigste Eignungstest betrifft den Betriebsablauf. Ein saisonal abgestelltes Fahrzeug kann anders zu bewerten sein als ein Transporter, der kurzfristig für Kundenaufträge gebraucht wird. Entscheidend ist nicht, ob es heute stillsteht, sondern ob es bis zur geplanten Auslösung entbehrlich bleibt. Unternehmer sollten dafür auch ungeplante Einsätze, Vertretungen und die Kosten einer möglichen Ersatzmobilität berücksichtigen. Muss ein Auftrag wegen des fehlenden Fahrzeugs verschoben werden, gehört dieser wirtschaftliche Nachteil in die Rechnung.

Bei einem klassischen Fahrzeugpfandkredit wird das Fahrzeug übergeben und eingelagert. Es steht während dieser Zeit nicht zum Weiterfahren bereit. Das unterscheidet das Pfandgeschäft von Modellen, bei denen ein verkauftes Fahrzeug anschließend zurückgemietet wird. Die Liquidität durch einen Autopfand, wie beispielsweise bei der Wittlich OHG, sieht so aus, dass Fahrzeugpfandkredite nach dem klassischen Pfandprinzip angeboten werden. Für den Betrieb bedeutet das: Die mögliche Finanzierung und der zeitweise Nutzungsausfall müssen gemeinsam bewertet werden. Wer das Fahrzeug zuverlässig für Lieferungen, Kundentermine oder die Arbeit vor Ort benötigt, kann es nicht allein wegen eines aktuell freien Zeitfensters als entbehrlich einstufen.

Was bei der klassischen Fahrzeugbeleihung passiert

Bei der Beleihung dient das Fahrzeug als Sicherheit für ein Darlehen. Vor einem Vertrag wird das Pfandobjekt bewertet; daraus ergibt sich, welcher Darlehensbetrag im konkreten Fall infrage kommt. Anschließend werden die vereinbarten Bedingungen festgehalten und das Fahrzeug zur Verwahrung übergeben. Der Eigentümer verkauft es dabei nicht. Während der Pfandzeit kann er allerdings nicht darauf zugreifen, um es betrieblich einzusetzen. Erst mit der Auslösung und Rückgabe steht es wieder zur Verfügung.

Christoph Wittlich, geschäftsführender Gesellschafter des Kfz-Pfandkredithauses der Wittlich OHG, beschreibt den Unterschied zwischen Beleihung und Verkauf in einem Podcast-Gespräch so: „Das ist ein Sicherungsobjekt, ein Pfandgegenstand für ein Darlehen, und das soll es sein und mehr nicht.“ Für Unternehmer ist diese Trennung wesentlich. Das Fahrzeug bleibt ein betrieblicher Vermögenswert, doch seine praktische Verfügbarkeit wird für die Dauer der Verwahrung aufgegeben. Die Frage lautet deshalb nicht bloß, ob der Fahrzeugwert eine Finanzierung ermöglicht, sondern ob genau dieses Fahrzeug als Sicherheit zum geplanten Zeitraum passt.

Die Gesamtkosten über die geplante Laufzeit berechnen

Ein Vergleich der Finanzierungsmöglichkeiten sollte auf dem Betrag beruhen, der bis zur Auslösung insgesamt aufzubringen ist. Neben der Darlehenssumme zählen dazu der Pfandzins und weitere vertraglich anfallende Kosten. § 10 der Pfandleiherverordnung begrenzt den monatlichen Pfandzins auf höchstens ein Prozent des Darlehensbetrags und regelt weitere Vergütungen. Für die Kalkulation ist auch wichtig, dass ein angefangener Monat als voller Monat berechnet werden darf. Gerade bei einer kurzen Überbrückung kann der tatsächliche Rückzahlungstermin die Gesamtkosten daher wesentlich beeinflussen.

Um beurteilen zu können, ob ein Fahrzeugpfandkredit wirtschaftlich sinnvoll ist, sollten Unternehmen folgende Faktoren bei ihrer Kalkulation berücksichtigen:

  • Rückzahlungszeitpunkt: Die Kalkulation sollte vom realistisch geplanten Rückzahlungstermin ausgehen und mögliche Verzögerungen berücksichtigen.

  • Gesamtkosten: Entscheidend sind nicht allein die Zinsen, sondern sämtliche Kosten über die tatsächlich benötigte Laufzeit.

  • Nutzungsausfall: Der vorübergehende Verzicht auf das Fahrzeug muss wirtschaftlich berücksichtigt werden.

  • Zusätzliche Belastungen: Entgangene Aufträge oder notwendige Ersatzlösungen können weitere Kosten verursachen.

  • Vertragsbedingungen: Sämtliche Konditionen sollten vor der Fahrzeugübergabe geprüft und in die Gesamtrechnung einbezogen werden.

Rückzahlung und Verwertungsrisiko realistisch einplanen

Für die Auslösung muss der Betrieb das Darlehen einschließlich der bis dahin angefallenen Kosten aufbringen. Eine erwartete Kundenzahlung kann dafür geeignet sein, wenn Zeitpunkt und Betrag hinreichend verlässlich sind. Ist der Mittelzufluss unsicher, sollten Unternehmer prüfen, wie sie die Verpflichtung dennoch erfüllen können. Eine Verlängerung als selbstverständlichen Ausweg einzuplanen, wäre riskant: Für die Entscheidung zählt zunächst die vereinbarte Fälligkeit. Auch ein Fahrzeug, das saisonal nicht gebraucht wird, kann später wieder unverzichtbar sein.

Gelingt die Auslösung nicht, droht die Verwertung des Pfands und damit der Verlust des Fahrzeugs. § 9 der Pfandleiherverordnung enthält Regeln und Fristen für die Verwertung; sie darf grundsätzlich frühestens einen Monat nach Fälligkeit des Gesamtdarlehens erfolgen. Das Risiko betrifft folglich mehr als einen zusätzlichen Kostenposten. Für einen Betrieb kann der dauerhafte Wegfall eines Fahrzeugs künftige Aufträge oder die Einsatzplanung beeinträchtigen. Wer auf das Fahrzeug zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder angewiesen ist, sollte die Rückzahlung nicht allein von einem einzigen unsicheren Zahlungseingang abhängig machen.

Eine betriebliche Prüfung vor der Entscheidung

Ob ein ungenutztes Fahrzeug kurzfristig Liquidität ermöglichen sollte, lässt sich mit vier Fragen eingrenzen: Ist der Bedarf zeitlich und der Höhe nach klar bestimmt? Bleibt das Fahrzeug während der gesamten geplanten Pfandzeit tatsächlich entbehrlich? Stehen die Gesamtkosten einschließlich eines möglichen Nutzungsausfalls in einem angemessenen Verhältnis zur überbrückten Lücke? Und gibt es eine belastbare Quelle, aus der die vollständige Rückzahlung bis zur Fälligkeit erfolgen kann? Erst wenn diese Punkte zusammenpassen, ist der gebundene Fahrzeugwert eine sinnvoll prüfbare Finanzierungsoption.

Hilfreich ist ein Blick auf den Fall, dass der Plan nicht aufgeht. Verzögert sich der erwartete Zahlungseingang, muss der Betrieb wissen, welche Folgen das für seine übrigen Verpflichtungen hat. Zugleich sollte er beurteilen, ob er den möglichen Verlust des Fahrzeugs wirtschaftlich verkraften könnte. Ein klassischer Fahrzeugpfandkredit kann eine begrenzte Liquiditätslücke überbrücken, wenn Sicherheit, Zeitraum und Rückzahlung zusammenpassen. Er ersetzt weder eine tragfähige laufende Finanzierung noch die Prüfung, ob das Fahrzeug im entscheidenden Moment wirklich fehlen darf.

1. Verordnung über den Geschäftsbetrieb der gewerblichen Pfandleiher (Pfandleiherverordnung – PfandlV). buzer.de; Bundesrecht.

Bildnachweis: Depositphotos.com/minervastock

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