Fachkräftemangel entgegnen

Das erwarten Freelancer von Recruitern wirklich

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Eine professionelle Beziehung zwischen Freelancer und Recruiter ist im Idealfall eng und produktiv. Foto: ©realinemedia/Depositphotos.com

Qualität statt Quantität: Netzwerk als Basis für die Zusammenarbeit

Ein gutes Netzwerk bedeutet für einen Freelancer alles und entscheidet über neue Aufträge und die Basis für die weitere Zusammenarbeit in der Zukunft. Befristete Arbeitsverträge und die Eigenverantwortung, schnell an neue Aufträge zu kommen, tragen dazu bei, dass die zu vermittelnden Experten auf ein gutes und wirkungsvolles Netzwerk angewiesen sind. Ein Zugang zu solchen bieten die Vermittler. Klassisches „Einweg-Recruiting“ hat dabei ausgedient. Die Zukunft gehört denjenigen Recruitern, die als Talent-Manager fortlaufend mit den Kandidaten in Kontakt bleiben. Sie werden dadurch zu Kommunikatoren und Netzwerkern mit Menschenkenntnis. Von diesen Expertennetzwerken profitieren die Bewerber, da sie somit mit großen Unternehmen oder Konzernen in Verbindung kommen.

Wissen, was gefragt ist: Mit Fachkompetenz perfekt vermitteln

Vermittler müssten stets den Bedarf in Hinblick auf die Kernkompetenzen des Freelancers bei Unternehmen erkennen. Freelancer aus dem Engineering- und IT-Bereich sollten sich in erster Linie an Vermittler wenden, die diesen Bereich schwerpunktmäßig betreuen. Nur so kann der Recruiter optimal auf die Wünsche des Unternehmens und des Freelancers und Freiberuflers eingehen. Regelmäßige Weiterbildungen, beispielsweise auf Messen und Konferenzen, sind notwendig, um die aktuellen Anforderungen in Wirtschaft und Industrie zu kennen und auch zu verstehen.

Kommunikation trifft Empathie: Vertrauen auf beiden Seiten schaffen

Eine gute Kommunikation ist bei Recruitern das A und O. Freelancer sollen das Gefühl bekommen, dass sie nicht nur als bloße Arbeitskraft vermittelt, sondern ihre individuellen Erfahrungen und Fähigkeiten auch ernst genommen werden. Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist für eine faire und produktive Zusammenarbeit daher von großer Bedeutung. Wichtig ist, dass bei der Vermittlungsarbeit der Bewerber im Ganzen geprüft wird. Bringt er möglicherweise weitere Soft Skills mit, die für die Job-Position nicht angefragt, aber durchaus nützlich sein können? Schließlich ist der Freelancer in der Lage, sich benötigtes Wissen zusätzlich anzueignen. Es ist die Aufgabe eines guten Recruiters, diese Soft Skills mit Hilfe von Menschenkenntnis und Empathie zu identifizieren und somit die Kandidaten noch besser einschätzen zu können. Regelmäßige, persönliche Treffen stärken zudem das beiderseitige Vertrauen für zukünftige Job-Vermittlungen.

Authentizität: Konstruktives Feedback – auch bei Job-Absagen

Ein guter Recruiter gibt dem Freelancer konstruktives Feedback zu seiner Job-Bewerbung sowie dem Lebenslauf und unterstützt diesen bei der Vorbereitung für das Interview mit dem Kunden. Zudem sollte der Vermittler Kenntnis darüber haben, wieso der Job zu vergeben ist und Einblicke in die inneren Organisationsstrukturen und Kultur des Unternehmens geben können. Doch auch gegenüber dem Auftraggeber ist Ehrlichkeit geboten: Profile von Freelancern werden fair, aber kritisch geprüft. Eine gute Bewerbung oder Portfolio geben einen authentischen Eindruck und verweisen auf die wesentlichen Meilensteine und vergangenen Prestige-Projekte. Auch bei Absagen potenzieller Auftraggeber erwarten Freelancer das ungefilterte Feedback, um sich für zukünftige Projekte besser aufzustellen.

DSGVO lässt grüßen: Diskretion und Objektivität wahren

Nicht nur der Auftraggeber verlangt eine angemessene Diskretion über sensible Informationen, wenn beispielsweise neue Geschäftszweige erschlossen werden sollen. Vor allem aufgrund der kürzlich in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung erwartet der Freelancer einen diskreten Umgang mit seinen personenbezogenen Daten. Freelancer sollten stets wissen, wo ihre Informationen zu Spezialisierung und Werdegang einsehbar sind.

Fazit: Eine langfristige Zusammenarbeit sollte für beide Seiten das Ziel sein

Recruiter müssen Freelancer mit Fachwissen der Branche und den nötigen Soft Skills überzeugen – nicht nur für ein Projekt, sondern auf Dauer. Eine langfristige Zusammenarbeit mit freien Experten öffnet für beide Seiten großartige Chancen für potenzielle Auftraggeber interessant zu sein.


Über den Autor Thomas Maas

Thomas Maas ist CEO bei freelancermap. Davor war er bei Immowelt unter anderem im Produktmanagement tätig. Seinen beruflichen Werdegang begann Thomas Maas mit einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Danach studierte er Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. freelancermap.de

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