Was Sie bei Employer Reputation beachten müssen
Personalakquise

Was Sie bei Employer Reputation beachten müssen

Von Alexander Hundeshagen
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Zu den aktuellen Herausforderungen in der Arbeitswelt gehören heutzutage unabdinglich die Digitalisierung und der Fachkräftemangel. Beide Themen stehen ganz oben auf der Prioritätenliste im Recruiting. Mit einer guten und durchdachten Employer Reputation erreichen Unternehmen einen großen Vorsprung gegenüber ihren Mitbewerbern.

Reputationsmanagement im Employer Branding

Der Fachkräftemangel greift um sich  – händeringend suchen Unternehmen in fast jeder Branche nach neuen Möglichkeiten, um kompetente Köpfe zu erreichen und langfristig zu binden. Eines der naheliegendsten Mittel, dessen Potenzial jedoch selten vollkommen ausgeschöpft wird, ist die Pflege der eigenen Reputation. Als wichtiger Teil des Employer Brandings spielt Reputationsmanagement erwiesenermaßen eine große Rolle, um sich auf dem umkämpften Arbeitnehmermarkt zu behaupten. Dort wird es immer wichtiger, die Attraktivität des eigenen Unternehmens auf allen (Online-)Kanälen herauszustellen. Dies bedeutet, die gesamte Unternehmenskommunikation, das heißt alle Kommunikationsaktivitäten und -instrumente nach den Prinzipien eines durchdachten Reputationsmanagements auszurichten.

Prioritäten setzen: Job-Communities

Arbeitnehmer informieren sich in erster Linie auf zahlreichen Portalen über potenzielle Arbeitgeber. Daher wird es für Unternehmen unverzichtbar, auf allen relevanten Stellensuchmaschinen und Netzwerken wie XING mit Kununu, Indeed und Glassdoor präsent zu sein und Community-Inhalte zu pflegen. Einen wichtigen Indikator für die Meinungsbildung der potentiellen neuen Fachkräfte zum Unternehmen bilden echte Erfahrungsberichte von bestehenden sowie ehemaligen Mitarbeitern und Bewerbern. Die Employer Reputation besteht vor allem aus authentischen Bewertungen, die über einen längeren Zeitraum hinaus freiwillig entstanden sind. Im Gegensatz dazu ist Employer Branding künstlich geschaffen, werblich und auf ein vorher definiertes Image ausgerichtet.

Oberste Maxime: Kenntnis über die Entwicklungstendenzen

Arbeitgeber sollten möglichst alle Plattformen und Webseiten kennen, auf denen sich potenzielle Fachkräfte über ihr Unternehmen informieren können. Denn es ist bei der strategischen Employer Reputation essenziell ein lückenloses Monitoring, das heißt eine stetige Beobachtung durchzuführen – daran mangelt es noch oft. So entsteht ein umfassendes Abbild der Meinungen und des gesamten Diskurses über das eigene Unternehmen, auf dessen Grundlage weitere Maßnahmen entwickelt werden können. Ein wichtiger Vorteil des Monitorings ist, dass so unerwartete, negative Entwicklungen schnell entdeckt und abgefedert werden können. Um negativen Entwicklungstendenzen frühzeitig entgegenzusteuern, ist es darüber hinaus unablässig, den gesamten Dialog auf Jobportalen mitzugestalten.

Erfolgsfaktor: Management von Job-Communities

Die Chancen für bessere und gezieltere Ergebnisse im Recruiting-Prozess steigen nachweislich, wenn Unternehmen bei allen wichtigen Online-Communities proaktiv auftreten. Dazu gehört mit den Beteiligten in Verbindung zu treten und auf einer Ebene zu kommunizieren. Je nach Branche und Unternehmen kann die umfassende Kontrolle und Betreuung der verschiedenen Kanäle zu einer zeitintensiven Aufgabe werden. Nicht zuletzt hat sich das Portfolio an klassischen Stellendienstleistern auch um Social Media Plattformen wie Facebook erweitert, die es nun im Personalmanagement ebenfalls zu berücksichtigen gilt.

Wichtig ist auf allen Arbeitgeberbewertungsportalen ein stets sensibler Umgang mit den Erfahrungen und Bewertungen. Mit Hilfe der (ehemaligen) Mitarbeiter und Bewerber können Verbesserungspotentiale aufgedeckt, aber auch positives Feedback für bestehende Abläufe erlangt werden. Community-Management auf Arbeitgeberportalen bedeutet, konsequent auf alle Bewertungen, sowohl positive als auch negative, nach festgelegten Richtlinien zu reagieren. Insbesondere bei negativen Erfahrungsberichten ist es wichtig dem Bewerter zu signalisieren, dass die Kritik am Unternehmen ernst genommen wird. Unternehmen können zum Beispiel im Kommentar anbieten, dass der Bewertende persönlich Kontakt aufnehmen kann, um seine Bedenken detaillierter auszuführen. Dieser Schritt kann Arbeitgebern helfen Prozesse zu optimieren und verdeutlicht potentiellen neuen Mitarbeitern, dass das Unternehmen bereit ist sich in eine andere Betrachtungsperspektive zu versetzen.

Fazit

Zum wirksamen Schutz der eigenen Reputation auf Job-Communities stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Sehen potenzielle Fachkräfte ausschließlich negative Meinungenhat dies eine eher abschreckende Wirkung.

Neben einem verständnisvollen Dialog ist es sinnvoll, mit eigenen optimierten Inhalten auf dem Unternehmensprofil der verschiedenen Online-Communitys ein positives Bild zu schaffen. Langfristig führen diese Maßnahmen zu einer Verbesserung der Bewertungsstatistik. Das Unternehmen muss hierbei authentisch wirken und dadurch das Vertrauen bei der Zielgruppe erlangen.

Erkennen Bewerber, dass der zukünftige Arbeitgeber einen Perspektivwechsel vornimmt und die Kritik annimmt, wirkt sich dies positiv auf die Glaubwürdigkeit, Attraktivität und Motivation für einen Berufseinstieg aus. Sind diese Eigenschaften bei der Zielgruppe angekommen, erlangen Unternehmen gegenüber ihren Mitbewerbern entscheidende Vorteile im Rekrutierungsprozess.

Foto/Thumbnail: ©kentoh/Depositphotos.com

Über den Autor

Alexander Hundeshagen Alexander Hundeshagen ist Geschäftsführer der reputativ aus Braunschweig. Neben dem Reputationsmanagement (ORM) berät er seine Kunden auch in klassischen Kanälen wie zum Beispiel Online-PR. Er ist seit 2005 in diesem Bereich tätig und gilt durch seine jahrelange Erfahrung nicht nur als Kenner der Szene, sondern vor allem als einer der Vorreiter im Bereich Reputationsmanagement. www.reputativ.com
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