Diese Fehler sollten im Arbeitsvertrag vermieden werden
Arbeitsrecht

Diese Fehler sollten im Arbeitsvertrag vermieden werden

Von Carolin Fischer
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Ein Arbeitsvertrag bringt weitreichende Rechte und Pflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit sich. Es ist ein privatrechtlicher Vertrag. Dabei verpflichtet sich der Arbeitnehmer dazu, gegen Geld seine Arbeitskraft herzugeben und bestimmte Leistungen zu erbringen. Der Arbeitgeber zahlt dafür eine vereinbarte Vergütung. Welche Fallstricke sollten Sie als Arbeitgeber vermeiden?

Beim Arbeitsvertrag ist Vorsicht geboten, denn bei einem solchen Vertrag können viele Fehler passieren, die sich für beide Seiten, in den meisten Fällen aber für den Arbeitgeber, negativ auswirken können. Daher gibt es bestimmte Fehler, die auf jeden Fall vermieden werden sollten, wenn ein Arbeitsvertrag aufgesetzt wird. Zur Sicherheit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten bestimmte Regeln beachtet werden.

Was kann man als Arbeitgeber alles falsch machen?

Selbstverständlich sollte ein Arbeitsvertrag schriftlich niedergelegt sein sein. An sich ist ein Arbeitsvertrag aber nicht an eine bestimmte Form gebunden. Auch hier steht die Sicherheit beider Seiten im Vordergrund. Viele Arbeitsverträge bestehen über viele Jahre hinweg, so dass bestimmte Vereinbarungen auch schnell in Vergessenheit geraten können. Ein Arbeitsvertrag ist daher auch immer ein gewisser Beweis für das Arbeitsverhältnis.

Es sollten keine unklaren Klauseln eingebaut werden! Dies ist ein sehr wichtiges Thema, denn als Arbeitgeber sollte man mit Klauseln sehr vorsichtig umgehen. Denn: Arbeitsrecht ist auch gleichzeitig Arbeitnehmerschutzrecht. Und falls sich ein falscher Absatz in Ihren Verträgen befindet, kann es vor dem Arbeitsgericht teuer werden. Ein juristisch durchdachter Vertrag kann einen Prozess verhindern.

Alle zusätzlichen Regelungen sollten außerdem immer festgehalten werden, damit sich eine der Seiten später auch darauf berufen kann. Ein Beispiel: Gesetzlich vorgeschrieben sind nur 20 Urlaubstage im Jahr, wird dazu nichts oder gar eine geringere Anzahl von Tagen im Arbeitsvertrag festgeschrieben, gilt trotzdem der Anspruch von 20 Tagen. Ganz egal, was der Arbeitnehmer dann behauptet, er hat diese Art von Anspruch, auch wenn mit dem Arbeitgeber vielleicht etwas anderes vereinbart wurde.

Das Gewohnheitsrecht bei der Arbeit gibt es so nicht. Viele Arbeitnehmer bestehen allerdings auf ihr Gewohnheitsrecht und wissen selbst gar nicht, in welchen Bereichen es Anwendung findet. Sind die Arbeitszeiten im Arbeitsvertrag beispielsweise nicht ausdrücklich geregelt, gibt es kein Recht auf eine bestimmte Diensteinteilung. Auch wer jahrelang zur gleichen Zeit eingesetzt wurde, hat demnach keinen Anspruch auf Beibehaltung dieser Arbeitszeiten. Daher: Lassen Sie sich davon als Arbeitgeber nicht verunsichern und schauen Sie lieber zweimal hin, wann etwas wirklich eine Gewohnheit ist.

An sich können Sie den Vertrag sonst frei gestalten und viele Dinge sind ohnehin gesetzlich geregelt, bei denen Ihnen kaum ein Handlungsspielraum gelassen wird. Dies dient vorrangig dem Schutze der Arbeitnehmer. Sie können auch zusätzliche Aspekte wie gewünschte Arbeitskleidung oder ähnliches aufnehmen, vor allem wenn es für die Tätigkeiten später entscheidend ist.

Welche Aspekte sollten im Arbeitsvertrag zwingend auftauchen?

Es gibt einige Punkte, die immer in einem Arbeitsvertrag aufgenommen werden sollten, da es sonst vor Gericht später große Schwierigkeiten geben könnte. Die folgenden vertraglichen Aspekte sollten auf keinen Fall fehlen:

  • Name und genaue Anschrift beider Vertragsparteien.
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses und wann dieses enden soll, wenn es befristet ist. Achtung: Denken Sie hierbei daran, dass ein Arbeitsvertrag höchstens auf zwei Jahre beschränkt sein darf, sonst führt dies zu sehr großen Problemen für den Arbeitgeber.
  • Arbeitsort sollte ebenfalls aufgeführt werden. Vergessen Sie hierbei aber nicht den Zusatz, dass der Arbeitgeber an unterschiedlichen Orten eingesetzt werden kann. Auch hier kann es zu Problemen führen, wenn ihr Unternehmen beispielsweise umziehen muss.
  • Was genau der Arbeitnehmer eigentlich leisten soll, sollte im besten Fall außerdem immer hinzugefügt werden.
  • Höhe der Bezahlung und andere Zulagen und eventuelle Prämien sollten exakt im Arbeitsvertrag festgehalten werden.
  • Anzahl der Urlaubstage
  • Kündigungsfristen

Versuchen Sie dabei am besten niemals gegen gesetzliche Vorschriften zu verstoßen oder diese zu Umgehen. Vor Gericht werden Sie damit verlieren.

Foto/Thumbnail: ©Tsyhund/Depositphotos.com

Über den Autor

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal" und "Karriere". Außerdem schreibt sie für verschiedene Mitarbeiterzeitschriften. Zuvor hat sie u.a. mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet.
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