Eine Arbeitgebermarke aufbauen: Die Erfolgsfaktoren im Employer Branding
Authentizität und Transparenz

Eine Arbeitgebermarke aufbauen: Die Erfolgsfaktoren im Employer Branding

Von Olivier Ramel
Am

Employer Branding gewinnt vor allem für wachsende Unternehmen, die aus der Masse herausstechen wollen, immer mehr an Bedeutung. Gerade für junge Talente ist Unternehmenskultur wichtiger denn je. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt betrifft jede Branche und stellt Recruiter und HR-Manager vor die Herausforderung ihre Employer Branding Strategie authentisch und transparent zu gestalten.

Aber wie können vor allem junge Unternehmen eine erfolgreiche und effektive Arbeitgebermarke aufbauen und wie bedeutungsvoll ist die eigene Unternehmenskultur in diesem Prozess? Was ist heutzutage wichtig ist für Employer Branding.

Authentisch sein: Unternehmenskultur und visuelle Identität aufeinander abstimmen

Schnelles Wachstum bedeutet nicht unbedingt, dass automatisch Tausende von potentiellen neuen Mitarbeitern über Nacht vor der Bürotür stehen. Allzu viele Unternehmen haben eine falsche Wahrnehmung des eigenen Arbeitgeberimages und sie bevorzugen Attraktivität vor Authentizität. Doch wie kann dieses Image nach außen hin glaubwürdig erscheinen? Die Unternehmenskultur bildet grundlegend den Rahmen der Arbeitgebermarke und beruht auf Werten, Verhaltensmustern und Symbolen des Unternehmens. Auf der anderen Seite ist die Identität die visuelle Ausdrucksform dieser Kultur. Nur wenn Kultur und Identität übereinstimmen, herrscht auch ein einheitliches Gesamtbild und es gelingt eine Arbeitgebermarke zu kreieren und zu etablieren. Stehen diese Grundlagen, können Sie das Besondere an der eigenen Firma herausstellen und die Erfahrung, die aktuelle und zukünftige Mitarbeiter als Teil des Unternehmens machen sollen, definieren.

Stellen Sie ebenfalls sicher, dass Ihr Employer Branding jederzeit mit Ihren Unternehmenszielen übereinstimmt, das heißt, wie und mit wem Sie das Unternehmen in Zukunft vorantreiben wollen. Diese Ziele bestimmen die Art und Weise, wie das Unternehmen sich nach außen präsentiert.

In “Cultural Fit” investieren

Was ist gut oder schlecht für das Team? Und wer entscheidet darüber? “Cultural Fit” – das heißt die Übereinstimmung zwischen Bewerbern und Arbeitgebern in Bezug auf Handlungsweisen und Wertvorstellungen – erweist sich in diesem Zusammenhang als entscheidend für die Entwicklung des Unternehmens. Wie können Sie die richtigen Kandidaten für Ihr Unternehmen gewinnen?

  • Erstellen Sie Karriere-Inhalte, die Ihr Unternehmen authentisch abbilden, wer Sie sind und wie es ist, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.
  • Bauen Sie eine positive Kandidatenerfahrung auf Ihrer Website sowie Karriereseiten und Jobbörsen auf. Eine ganzheitliche und transparente Kommunikation hilft, bessere Bewertungen von Kandidaten und Mitarbeitern zu bekommen, die wiederum andere Bewerber anziehen.
  • Seien Sie regelmäßig in sozialen Netzwerken präsent und aktiv. Geben Sie Kandidaten die Möglichkeit sich dort mit Ihnen auszutauschen.
  • Machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Botschaftern Ihrer Marke und beziehen Sie sie in den Bewerbungsprozess mit ein. Im informellen Treffen mit Mitarbeitern lässt sich gut bewerten, ob die Chemie zwischen Kandidaten und Mitarbeitern stimmt.
  • Investieren Sie in starke Symbole. Die einfachsten Details, wie z.B. ein Willkommens-Paket, machen oft den besten Eindruck und spielen eine wichtige Rolle bei der Einarbeitung des neuen Mitarbeiters.

Wie die Kultur in- und außerhalb der Firma erlebt wird, ist die Sache des gesamten Teams und insbesondere des Managements. Ihre Führungskräfte sind es, die Ihre Unternehmenskultur täglich auf Kurs halten.

Transparenz im Unternehmen leben: Die “No bullshit-Strategie”

Ehrlichkeit zahlt sich aus. Sie wollen von Anfang an die richtigen Leute gewinnen und auch binden? Deshalb lohnt es sich in der Stellenanzeige Verhaltensweisen und Fähigkeiten, die Sie vom Bewerber für den angebotenen Job und ihr Unternehmen erwarten, auszuformulieren. Einige der unkonventionellsten Arbeitgebermarken sind überraschenderweise die effektivsten. Nehmen wir zum Beispiel NETFLIX. Man kann sagen, dass dort wahrscheinlich eher eine kompetitive Kultur herrscht. Aber sie sagen den Kandidaten bereits in ihren Stellenanzeigen genau, was sie erwartet (Eigeninitiative, Wettbewerbsfähigkeit, Verantwortung, etc.). Sätze wie: “Wir sind auf der Suche nach Menschen, die Ergebnisse bringen und bereit sind, die Ärmel hochzukrempeln”, “Wir suchen einen unermüdlichen Problemlöser” oder “Sie können nach Feierabend auf wichtige oder dringende Angelegenheiten reagieren” sind dort oft zu finden. Daher gehen zu NETFLIX nur die, die auch bereit sind, in dieser Umgebung zu arbeiten.

Wer seine Strategie messen kann, kann sie auch besser steuern

Die Arbeitgebermarken, die konkret geplant und messbar sind, erweisen sich langfristig als effektiver und rentabler. Anhand der zu Beginn der Kampagne festgelegten Ziele können Sie den Erfolg Ihrer Employer Branding-Kampagne genau messen. Schließlich erhöhen die richtigen Key Performance Indicators (KPIs) und Messverfahren die Möglichkeit Ergebnisse kontinuierlich zu verbessern. Letztendlich sollten Ihre Einstellungskosten durch ein effektives Employer Branding optimiert werden.

Einige häufig verwendete KPIs sind:

  • Potenzielle Kandidaten erreicht vs. interessiert
  • Potenzielle Kandidaten interessiert vs. eingestellt
  • Eingestellte und behaltene Kandidaten
  • Eingestellte Kandidaten vs. deren Anteil an der Unternehmenswertschöpfung
  • Grad der Zufriedenheit der Mitarbeiter

Fazit

Unternehmenskultur, -identität und -image sind voneinander abhängig und sollten bei der Gründung des Unternehmens gleichermaßen berücksichtigt und in allen Wachstumsphasen kontinuierlich weiterentwickelt werden. Nur so können Recruiter und Manager das beste Team für Ihr Unternehmen zusammenstellen. Mitarbeiter, die die gleichen Werte und Arbeitskultur teilen, sind letztendlich motivierter und produktiver. Für schnell wachsende Start-ups ist eine effektive und authentische Arbeitgebermarke besonders wichtig, da sie oft viele neue Mitarbeiter in kurzer Zeit einstellen und gleichzeitig darauf achten müssen, dass dabei die gerade erst geschaffene Unternehmenskultur erhalten bleibt.

Foto/Thumbnail: ©artursz/Depositphotos.com

Über den Autor

Olivier-Ramel-kymono

Olivier Ramel Olivier Ramel ist Mitgründer und Geschäftsführer des 2017 gegründeten Start-up Kymono. Mit seinem "Culture Designer"-Team bringt er Start-ups und größere Unternehmen weltweit ihrer Identität und Unternehmenskultur näher. In seiner Studienzeit hat Olivier an der International Business School in Paris die unterschiedlichsten Geschäftsideen ins Leben gerufen. Mit Kymono will Olivier Ramel starke und motivierte Teams fördern und die Branche für maßgeschneiderte Textilien und Bürogestaltung modernisieren. www. kymono.co
Zum Autorenprofil

Kommentare

Kommentar schreiben:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.