Blockchain – wann wird sie von der großen Masse entdeckt?
Analyse

Blockchain – wann wird sie von der großen Masse entdeckt?

Von Denis Bederov
Am

In den letzten Monaten war es etwas ruhiger rundum das Thema Bitcoin und Blockchain. Davor wurde, angesichtes des massiven Preisanstieges des Bitcoins, von dessen Anhängern lautstark der Durchbruch der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie verkündet. Hand aufs Herz - wieviele Blockchain-Anwendungen kennen Sie und welche davon nutzen Sie?

Im folgenden Beitrag werden die vollmundigen Versprechen der Blockchain-Szene kritisch untersucht und die Frage beantwortet, ob es sich in der derzeitigen Situation nur um die Ruhe vor dem großen Sturm handelt.

Blockchain – eine gar nicht so neue Erfindung

Durch die Medienberichterstattung erscheint es so, als ob es sich bei der Blockchain-Technologie um eine völlig neue Sache handelt. Doch der Bitcoin und die zugrunde liegende Technologie der Blockchain haben bereits 2009 das Licht der Welt erblickt, das heißt vor genau 10 Jahren. Seitdem hat sich auch einiges getan. Der Bitcoin entwickelte sich vom absoluten Nischenprodukt zu einem Thema, das der breiten Masse ein Begriff ist, wenngleich die breite Masse noch lange nicht davon Gebrauch macht.

Doch seit September 2019 ist es klar, dass die Basis für eine breite Akzeptanz der Kryptowährung von staatlicher Seite aus gelegt wurde. Seit September ist es nämlich möglich, den Bitcoin unter staatlicher Aufsicht an einer Amerikanischen Börse zu handeln. Der Bitcoin und damit gleichzeitig die Blockchain sind damit aus den Kinderschuhen entwachsen und schicken sich an, einer breiten Masse zugeführt zu werden. Dies scheint direkt so etwas wie ein Ritterschlag für diese Technologie zu sein und dennoch scheint sie ganz am Beginn zu stehen, denn von den vollmundigen Versprechen der Kryptoszene wurde kaum ein Projekt bis dato umgesetzt.

Blockchain wurde mit Geldmacherei gleichgesetzt

Nun gibt es etliche Gründe dafür, weshalb die Blockchain-Technologie bis dato noch nicht wirklich Fuß gefasst hat bzw. noch kaum Anwendungen, über Kryptowährungen hinaus, gefunden wurden.

Zuerst muss festgehalten werden, dass der Bitcoin selbst, das heißt die prominenteste Anwendung der Blockchain-Technologie, selbst einige Jahre brauchte, bevor er eine breitere Community für sich erschloss. Dann jedoch ging es rasant mit seinem Preis nach oben. Jeder wollte einen Teil des kryptographischen Kuchens für sich in Anspruch nehmen.

Projekte, die sich auch nur im Entferntesten mit der Blockchain auseinandersetzten, wurden bis zum Dezember 2017 – das war der Zeitpunkt des Preishöchststandes – mit Geld überhäuft. Das böse Erwachen kam dann einige Monate später, als der Preis des Bitcoins in sich zusammenbrach. Plötzlich wollte niemand mehr etwas von Bitcoin oder Blockchain wissen, da sich zu viele die finanziellen Finger dabei verbrannt haben. Etliche Parallelen zum Internethype um die Jahrtausendwende tun sich dabei auf. Das Interessante nun dabei: Das Internet gibt es immer noch und auch der Bitcoin bzw. die Blockchain existieren, trotz dramatischen Werteverfalles, weiterhin.

Bitcoin – Fluch und Segen für die Blockchain

Man kann den Bitcoin als Fluch und Segen zugleich für die Blockchain-Technologie interpretieren. Segen deshalb, weil die Kryptowährung dafür verantwortlich war und ist, dass die Blockchain einem breiten Publikum ein Begriff wurde, wenn auch oft aus finanziellen Motiven heraus. Ohne die konkrete und funktionierende Anwendung des Bitcoins hätte die Blockchain-Technologie nicht so viele Anhänger in so kurzer Zeit gefunden.

Der Bitcoin hat sich jedoch auch negativ auf die Blockchain ausgewirkt. Seit 2018 wurden Investitionen in die Technologie massiv zurückgefahren und von vielen, die nur auf das schnelle Geld aus waren, sogar verteufelt. Viel verbrannte Erde wurde hinterlassen, die erst in den letzten Monaten wieder fruchtbar wurde.

Die Situation der Blockchain ist mit beispielsweise Wirtschaftskrisen vergleichbar. In einer Krise werden Unternehmen und Projekte aus dem Markt gespült, die nicht überlebensfähig sind und eigentlich nur wertvolle Ressourcen für stabilere Projekte binden. So ist es auch, nur eben sehr schnell, in der Blockchainindustrie gewesen. Die wertvollen Ressourcen können nun stabilen Projekten in diesem Segment zur Verfügung gestellt werden. Die Wunden des massiven Wertverlustes scheinen langsam wieder zu heilen.

Regulierung des Bitcoin ist ein Segen für die Blockchain

Wovor viele Anhänger des Kryptomarktes Angst hatten, ist nun Realität. Der Bitcoin unterwirft sich den staatlichen Regulierungen und kann so als offizielles Investmentvehikel von Großinvestoren begutachtet werden.

Diese Regulierung ist tatsächlich ein Segen für diese junge Assetklasse und für die zugrundeliegende Blockchain-Technologie. Denn erst diese staatliche Anerkennung öffnet die Tür für die breite Masse. Jedes Projekt, egal auf welchem Gebiet, benötigt zumindest zwei Elemente: Vertrauen und Geld. Durch die Reglementierung wird an der Vertrauensbasis der Technologie gearbeitet. Ist genug Vertrauen im Markt, kommen die nötigen Finanzierungsgelder von ganz alleine. Nicht aus einem Hype heraus, der nur auf schnelle Geld aus ist, sondern auf der Basis von Nachhaltigkeit.

Die Ruhe vor dem Sturm

Es ist nicht verwunderlich, dass milliardenschwere Firmen, wie Coca-Cola und SAP Kooperationen im Bereich Blockchain-Technologie eingehen. Bereits seit Mitte 2018 forschen diese beiden Giganten gemeinsam an einer blockchainbasierten Lösung für die Lieferkette von Coca-Cola, die die firmeninterne Transparenz und Effizienz massiv steigern soll. Die ersten Ergebnisse der Pilotprojekte erscheinen mehr als vielversprechend.

Auch die blockchainbasierte Anwendung der Kryptowährungen macht immer mehr von sich zu sprechen. Man denke hier nur an Facebooks Libra-Coin, der bereits in den Startlöchern steht, um knappe zwei Milliarden Kunden Zugang zu einer Kryptowährung zu ermöglichen. Aber sogar Staaten beschäftigen sich mit der Konstruktion eigener Kryptowährungen als Alternativ zu traditionellem Geld.

Fazit

Der Bitcoin hat es geschafft, trotz massiver Rückschläge, innerhalb von nur 10 Jahren, blockchain-basierte Anwendungen für Staaten, Unternehmen und Privatpersonen mehr als interessant zu machen. Wir stehen kurz vor der Umsetzung erster Anwendungen für den Massenmarkt. Dabei wird der Fokus in dieser Phase auf Lösungen liegen, die tatsächlich einen nachhaltigen Mehrwert für Unternehmen oder Privatpersonen liefern.

Die Blockchain-Technologie wird die Art und Weise unseres Wirtschaftens massiv verändern und damit einhergehend natürlich auch die Art, wie wir denken und handeln. Sie wird für eine massive Transformation aller Bereiche unseres Lebens sorgen und das in Windeseile. Wer hätte noch vor 8 Jahren gedacht, dass uns ein bestimmter Zahlencode zum Kauf von Waren berechtigt?

Foto/Thumbnail: ©Fotofabrika/Depositphotos.com

Über den Autor

Denis Bederov

Denis Bederov Als leidenschaftlicher Weltraum- und Systemwissenschaftler sowie Amateurfunker hat Denis Bederov viele Male seine Expertise unter Beweis gestellt. Er liebt es Probleme zu lösen und führt seine Projekte durch systematische und wissenschaftliche Vorgehensweisen zum Ziel. Durch einige Patente und viele technische Pioneer-Leistungen ist Denis Bederov einer der technischen Visionäre und Lösungsgeber der digitalen Welt.
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