Wie schafft man eine innovative Unternehmenskultur?
Innovationsmanagement

Wie schafft man eine innovative Unternehmenskultur?

Carolin Fischer
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Mit einer Unternehmenskultur beschreibt ein Unternehmen seine Werte, Einstellungen und Normen. Durch diese werden Handlungen, Entscheidungen und das Verhalten im Arbeitsalltag geprägt. Die Entwicklung der kulturellen Wertemuster ist strategisch planbar. Die Planbarkeit ist notwendig um den heutigen Marktanforderungen gerecht werden. Was sind die Aufgaben einer Unternehmenskultur und wie lässt sich diese im eigenen Unternehmen etablieren?

Die Merkmale einer innovativen Unternehmenskultur

Neue Trends und Technologien sowie sich dynamisch ändernde Kunden- und Marktanforderungen erfordern ein hohes Maß an Agilität, Neugierde und Innovationsgeist bei den eigenen Mitarbeitern. Genau hier setzt die innovative Unternehmenskultur an. Der oberste Wert sind Innovationen. Das Fundament ist dabei ein gezieltes Innovationsmanagement, das Raum schafft, wo sich alle Mitarbeiter einbringen und eigene Ideen entwickeln können und jeder als wichtiger Teil mit Innovationen das gesamte Unternehmen vorantreibt und unterstützt. Dabei geht es viel mehr als um Vorgaben. Eine innovative Unternehmenskultur muss vor allem gelebt werden, um eine nachhaltige und langfristige Wirkung zu erzielen.

Werte und Rahmenbedingungen schaffen, ist der erste Schritt. Diese sollten an jeden Mitarbeiter kommuniziert werden, um sich in den Köpfen zu verankern. Der weitaus wichtigere Schritt innerhalb des Innovationsmanagements ist die aktive Gestaltung.

Die Grundvoraussetzungen für eine innovative Unternehmenskultur

Bei der Schaffung einer innovativen Unternehmenskultur ist ein strategisches Vorgehen der wichtigste Faktor. Somit kann gesichert werden, dass sich alle Bereiche des Unternehmens in dieselbe Richtung bewegen.

Die Unternehmens-Analyse

Zu Beginn ist eine Analyse der IST-Situation nötig. Wie sieht die bisherige Unternehmenskultur aus? Welche Werte werden aktuell kommuniziert und gelebt? Wie ist die Unternehmenskultur bei den Mitarbeitern etabliert und was wurde für die Integration bisher getan? Auch monetäre Faktoren zu erfassen ist wichtig: Was wurde bisher in die Unternehmenskultur investiert? Mit einer ausführlichen Analyse können Herausforderungen, Risiken aber vor allem Chancen und Potentiale aufgedeckt werden. Eine Analyse ist das Fundament und die Basis für den innovativen Weg.

Die Gestaltung einer Innovationsvision

Im nächsten Schritt geht es vor allem darum, unter Einbezug der Analyse die gewünschten Ziele, Regeln und Werte aufzustellen, welche die innovative Unternehmenskultur beschreiben sollen. Hier einige Beispiele:

  • Starker Fokus auf Innovation
  • Gelebte und geförderte Kreativität
  • Neuen Dingen offen gegenüberstehen
  • Ein vertrautes und konstruktives Miteinander
  • Freiräume und Eigenverantwortung für Mitarbeiter
  • Bereitschaft Risiken einzugehen
  • Fehler zu tolerieren und gemeinsam Lösungen zu suchen
  • Ein Anreizmodell schaffen
  • Flache Hierarchien, um schnelle Entscheidungen treffen zu können
  • Ausreichend Ressourcen für Innovation schaffen

Diese Werte müssen verschriftlicht und als feste Instanz im Unternehmen etabliert und kommuniziert werden. Dazu eignen sich Schulungen und Seminare für die Mitarbeiter, welche sich in diesen mit neuen Ideen, ganz im Sinne einer innovativen Unternehmenskultur, an der weiteren Ausgestaltung kreativ beteiligen können.

Durch gezielte Maßnahmen eine innovative Unternehmenskultur leben

Vor allem auf der Führungsebene geht es darum die aufgestellten Punkte zu leben. Mit der Analyse wurde das Fundament geschaffen, Werte und Regeln bilden die Säulen und die aktive Gestaltung im Arbeitsalltag das Dach. Hier kommt es vor allem auf die Schaffung von Maßnahmen an: Projekte identifizieren, Anreizsysteme für die Anerkennung von Innovationen gestalten, Ressourcen freisetzen, ein förderliches und kreatives Arbeitsumfeld schaffen, Kommunikationsmöglichkeiten bereitstellen und Weiterbildungen anbieten.

Die Vorteile einer innovativen Unternehmenskultur

Wenn ein Unternehmen eine innovative Unternehmenskultur lebt, können Produkte und Prozesse schneller und zielsicherer zukunftsorientiert gestaltet werden. Das ermöglicht flexible Reaktionen auf die sich verändernden Bedürfnisse des Marktes und damit der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein. Zudem sind innovative Unternehmen deutlich interessanter für Fachkräfte, was beim heutigen Fachkräftemangel ein deutlicher Vorteil ist.

Praxisbeispiel für eine innovative Unternehmenskultur

Ein gutes Praxisbeispiel für eine innovative Unternehmenskultur ist die EDAG Group. Das Unternehmen entwickelt innovative Fahrzeuge und Mobilitätskonzepte für die Zukunft. Im Fokus steht die Entwicklung von Fahrzeugen und Produktionsanlagen sowie die Optimierung von Prozessen.

Innerhalb der Strategie hat das Unternehmen wesentliche Maßnahmen für eine innovative Unternehmenskultur etabliert: Abläufe und Strukturen werden stets weiterentwickelt, um die nötigen Rahmenbedingungen für Mitarbeiter zu schaffen. Außerdem werden die Standorte ausgebaut, um Arbeitsplätze zu schaffen, interne Start-ups werden etabliert, die Mitarbeiter werden fachlich und persönlich gefördert und zusätzlich bietet das Unternehmen ein vielseitiges Angebot an Karrierewegen an. Das umfasst sicher auch die ethischen Normen, wie Integrität, Ehrlichkeit und Gesetzestreue. Bereits mehrfach wurde die EDAG Engineering GmbH als Top Employer Deutschland Ingenieure ausgezeichnet.

Fazit

Damit sich ein Unternehmen am Markt durchsetzen kann, ist eine innovative Unternehmenskultur schon heute eine lohnende Investition, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können. Und diese Herausforderungen sollen von den Mitarbeitern als Chance verstanden werden, um gemeinsam neue Wege zu gehen. Und genau das ist letztlich der Kerngedanke einer innovativen Unternehmenskultur.

Foto/Thumbnail: ©BiancoBlue/Depositphotos.com

Über den Autor

Carolin Fischer

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie u.a. mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet.
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