Große Lohnlücken in systemrelevanten Berufen
Gender Pay Gap

Große Lohnlücken in systemrelevanten Berufen

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Deutliche Gehaltsunterschiede in systemrelevanten Berufen: sie sind weiblich und schlechter bezahlt als der männliche Kollege - in vielen der momentan gefragten Berufsgruppen ist der Frauenanteil wesentlich höher. Gleichzeitig verdienen Frauen in jedem der betrachteten Berufe weniger als Männer.

Es gibt deutliche Entgeltlücken von bis zu 25 Prozent bei systemrelevanten Berufen. Diese Merkmale offenbart eine aktuelle Analyse der Vergleichsplattform Gehalt.de auf Basis von 22.097 Datensätzen. Am höchsten fällt der Einkommensunterschied im Berufsbild der Fachärzt*innen aus. Während Frauen hier ein Jahresbruttogehalt von 74.600 Euro verdienen, kommen ihre männlichen Kollegen auf ein Einkommen von 95.100 Euro – eine Differenz von 25,5 Prozent. Der Frauenanteil beträgt hier rund 61 Prozent.

Lohnlücken im Einzelhandel & in der Lebensmittelbranche: viele Frauen mit weniger Gehalt

Auch in weiteren Berufen der Pflege und medizinischer Vorsorge stellten die Analysten Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern fest. Krankenpflegerinnen (37.700 Euro) verdienen rund 11,6 Prozent weniger als Krankenpfleger (42.200 Euro), während bei Altenpflegerinnen (32.600 Euro) und Altenpflegern (33.800 Euro) die Differenz immerhin 3,5 Prozent beträgt. Es handelt sich hier um Arbeitsfelder, in denen vorwiegend Frauen beschäftigt sind (Gesundheits- und Krankenpflege 80 Prozent Frauenanteil; Altenpflege 77 Prozent Frauenanteil).

Mit 88 und 77 Prozent sind auch die Berufe der Kassierer*innen und die der Einzelhandelskaufleute von Frauen dominierte Arbeitsfelder. Eine Einzelhandelskauffrau in der Lebensmittelbranche verdient 27.100 Euro und ihr männlicher Kollege 32.700 Euro, also 19,8 Prozent mehr. Bei Kassiererinnen beträgt die Lohnlücke -7,1 Prozent (Frauen: 27.200 Euro; Männer: 29.200 Euro).

Von der Apothekerin bis zur Online-Redakteurin: systemrelevant, aber schlechter bezahlt

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in den übrigen systemrelevanten Berufen dieser Analyse: Die Lohnlücken zu Ungunsten der Frauen bei Apotheker*innen (-8,2 Prozent), Erzieher*innen (-5,8 Prozent), Online-Redakteur*innen (-14,3 Prozent) und Arzthelfer*innen (-1,2 Prozent) sind in nahezu allen betrachteten systemrelevanten Berufsbildern die Regel.

„Unsere Corona-Helden sind vor allem eines: Heldinnen. In vielen Branchen und Berufsbildern werden diese Heldinnen schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen“, sagt Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. „Corona führt uns die Ungleichheit vor Augen – in Zukunft muss sich die aktuelle Wertschätzung dringend in mehr Gleichberechtigung äußern“, so Bierbach.

Große Gehaltsdifferenzen zwischen Männern und Frauen

Bundesweit und über alle Berufsbilder hinweg beträgt die unbereinigte Entgeltlücke -23,5 Prozent und die bereinigte -7,5 Prozent zu Ungunsten der Frauen, wie die Equal Pay Studie 2020 von Gehalt.de bereits im März 2020 zeigte.

Foto/Thumbnail: ©gregorylee/Depositphotos.com

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