7 Überlebensstrategien für den E-Commerce
Fit in die Zukunft

7 Überlebensstrategien für den E-Commerce

Von Mariia Lozhko von Depositphotos Inc.
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Die COVID-19-Pandemie und der globale Markteinbruch werden höchstwahrscheinlich die Gesellschaft und den E-Commerce vor neue Herausforderungen stellen. Wie Marken kommunizieren, muss völlig neu überdacht werden. Wie können Marken folglich die Krise überstehen und eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren bestehenden Kunden aufrechterhalten? Ist es heutzutage möglich, die Markenbekanntheit zu steigern, ohne das Budget zu strapazieren? In welche Forschung und Technologie sollten wir investieren, um wieder voll gerüstet in den Wettbewerb einzusteigen?

1. Investieren Sie in AR-Filter und andere Technologien, um Waren im E-Commerce zu vermarkten

2020 wurden Online-Einkaufserfahrungen den Offline-Einkaufserfahrungen sehr ähnlich. Shopping-Posts im Internet beispielsweise, mit denen man Produktseiten besuchen bzw. die ein Produkt direkt über Instagram kaufen kann, werden bereits von Marken in den USA, Großbritannien, Brasilien und einigen anderen Ländern genutzt. Vor diesem Hintergrund sollte auch die Entwicklung von Augmented Reality (AR)- und Shopping-Linsen, die die Kameras der mobilen Geräte von Usern in Umkleidekabinen verwandeln (Beispiel: Shop the Look-Pins auf Pinterest), betrachtet werden.

Die visuelle Suche verbessert auch die Erfahrung eines Online-Kunden. Die ursprünglich von Pinterest (Pinterest Lens) und Google (Google Lens) eingeführte Technologie basiert auf der Bilderkennung, die jetzt an der Spitze von digitalen Trends steht.

2020 wird die visuelle Suche die Möglichkeiten des Multichannel-Marketings weiter ausbauen. Eine visuelle Suchfunktion ermöglicht es den Nutzern, fast jedes Objekt aus ihrer Offline-Umgebung zum Kauf anzubieten oder jedes Internet-Bild zu scannen, um es einzuschätzen und dann mit einem Klick zu kaufen. Unser Rat an Marken bzw. an Sie ist, an der Bild-SEO zu arbeiten und mehr Produktbilder auf Ihre Website hochzuladen.

2. Wählen Sie Omnichannel-Marketing und entdecken Sie neue Soziale Netzwerke

2020 hat Facebook 2,23 Milliarden aktive monatliche User erzielt und YouTube mit seinen 1,9 Milliarden aktiven monatlichen Nutzern dominiert den Social-Media-Markt. Aus diesem Grund investieren die meisten globalen Marken in digitale Werbung und die Vermarktung von Inhalten auf diesen Plattformen. Diese Situation hat dazu geführt, dass sowohl Facebook als auch YouTube mit Werbung und großen Markenbotschaften überfüllt sind. Um Ihr Publikum auf diesen Plattformen zu erreichen, müssen Sie daher mit den besten Vermarktern und Kreativen konkurrieren.

Und da gerade eine Rezession stattfindet, kann es sich nicht jedes Unternehmen leisten, mit riesigen Marken um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu konkurrieren. Stattdessen kann jeder Omnichannel-Marketing anwenden. Entsprechend dem Omnichannel-Marketing-Konzept nutzen Unternehmen mehrere Marketingkanäle und verbinden sie zu einer nutzerzentrierten Struktur.

Um die Budgetausgaben zu optimieren und Conversion zu steigern, empfehlen wir Ihnen, nicht blind in spezielle Inhalte für Facebook, YouTube, Snapchat, Twitter oder Instagram zu investieren. Entdecken Sie stattdessen, wie Sie alle Ihre Kommunikationskanäle aufeinander abstimmen und mit deren Hilfe einen perfekten Sales Funnel aufbauen können.

Entdecken Sie Nischen-Netzwerke 2020: TikTok, Reddit, Pinterest, Flixster, imeem und einige andere.

3. Nutzergenerierte Content-Stimulierung als Ihre neue kosteneffektive Strategie

2020 werden nutzergenerierte Inhalte den Social-Media-Markt dominieren. Es wird prognostiziert, dass dies der Hauptansatz für Marken sein wird, um Botschaften über Markenwerte und -produkte zu vermitteln. Nutzergenerierte Content auf der Grundlage des Contents einer Marke kann verschiedene Formen annehmen, darunter einfaches Posting mit Marken-Tags, interaktives Gruppen-Streaming, Storys mit Marken-Gesichtsfiltern und vieles mehr. Je mehr Optionen Sie für die Interaktion mit dem Markeninhalt erstellen, desto mehr Reaktionen erhalten Sie von der Nutzerseite.

Wenn Sie noch nicht mit sozialen Flash-Mobs, Umfragen und Tests experimentiert haben, beginnen Sie nun damit. Wenn Ihre Marke dieses Stadium bereits überschritten hat, wechseln Sie zu technologisch fortschrittlicheren und ganzheitlicheren Strategien zur Stimulierung von nutzergenerierten Inhalten wie Instagram-Filter-QR-Codes, die in das Offline-Einkaufserlebnis integriert sind.

Denken Sie daran, dass Ihre Informationskampagne auf ein bestimmtes Publikum ausgerichtet sein und eine großartige Idee übermitteln sollte. Nur so können Sie Mikro-Influencer (den Großteil Ihres Publikums) erreichen und sie dazu bringen, ihren Freunden von Ihrem Produkt zu erzählen. Dies ist eine gute Gelegenheit in einer Situation, in der Sie keine Gelder haben, um Makro-Influencer für sich zu gewinnen.

4. Verwenden Sie den Neuromarketing-Ansatz, um Ihre Sales Funnels wieder aufzubauen

Emotionen treiben das Verhalten von Menschen an. Sie wirken sich zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung aus, bestimmen das Potenzial eines Kunden, ähnliche Produkte zu kaufen, und führen sogar dazu, dass er sich für die Loyalität zu einer Marke entscheidet. Und während Marken in früheren Jahrzehnten dazu neigten, emotionale Auslöser fast intuitiv zu verwenden (denken Sie an dynamische Musik in Einkaufszentren und schöne Anwendungsbeispiele auf Websites), haben wir jetzt eine echte Chance, die Emotionen der User zu erkennen und zu analysieren.

2020 können Web-Plattformen und Apps unterschiedliche Inhalte für Menschen mit unterschiedlichen Emotionen zeigen und es ihnen ermöglichen, auf persönliche (und effizientere) Weise ein Produkt zu kaufen oder die Seite einer Marke auf Facebook zu abonnieren. Neuromarketing ist ein Bereich der Marketingkommunikation, der nach Verbindungen zwischen den Emotionen eines Nutzers und seinem Kaufverhalten sucht.

Das beliebteste Tool, um den emotionalen Hintergrund Ihrer Kunden zu erfahren, ist die Integration von Ankern auf Ihren Seiten. Oder Sie verwenden Social-Tracking-Plattformen wie Hootsuite, SumAll oder HubSpot. Mit deren Hilfe können Sie Reaktionen auf Ihre Social Media-Inhalte erkennen und Kommentare mit Markennennungen lesen. Denken Sie daran, dass jede Emotion eine Chance für Sie ist, Ihr Produkt zu verkaufen, indem Sie die Menschen besser ansprechen.

5. Erweiterte SEO- und VSEO-Integration

Soziale Netzwerke bleiben ein Kanal für die Interaktion mit Ihren potenziellen Kunden, während die Suchmaschine Google es Ihnen ermöglicht, für jedermann suchbar und wahrnehmbar zu sein. Es gibt mehr Menschen, die Google nutzen, als Menschen, die Zeit in Sozialen Netzwerken verbringen.

Aktualisieren Sie Ihre Keywords, schreiben Sie Seitenüberschriften und -beschreibungen neu. Berücksichtigen Sie dabei die Änderungen auf der Liste der gängigen Wörter. Es ist möglich, dass Ihr potenzielles Publikum bereits andere Schlagwörter verwendet, um die Produkte zu finden, die Sie verkaufen. Stärken Sie dann Ihre Position mit lokalen SEO-Maßnahmen. Möglicherweise werden in Ihrer Zielregion ungewöhnliche Keywords verwendet, um Produkte oder Dienstleistungen zu finden.

Drittens: Entdecken Sie das Potenzial von VSEO (Optimierung der Sprachsuche, nicht zu verwechseln mit Video-SEO). Viele Menschen benutzen heutzutage Sprachassistenten zu Hause oder auf ihren Smartphones und vermeiden dabei den direkten Kontakt mit den Geräten. Die IoT-Infrastruktur entwickelt sich ständig weiter. Leider liest der Sprachassistent den Usern nur das Position-Null-Snippet vor. Damit Ihre Seite diesen Status erhält, müssen Sie Google davon überzeugen, dass Sie wirklich wissen, wie Sie die Nutzer unterstützen können.

Kostenlose Tools für das Finden von Keywords: Google AdWords (Keyword Planner section), Soovle, Also Asked, Jaaxy

6. Wenden Sie Gesprächsmarketing an

Gesprächsmarketing ermöglicht es Unternehmen Geld für Assistenten zu sparen, die durch Live-Chats auf Kunden reagieren. Warum wird Gesprächsmarketing als so effektiv angesehen? Jahr für Jahr kommen mehr Informationen über Produkte durch das Internet zu potenziellen Kunden. Sie versuchen, mit Sozialen Netzwerken mehr über das Produkt und den Hersteller zu erfahren und die Meinungen realer Menschen über diese Produkte auszuwerten. Darüber hinaus sind 79 % der User bereit, Messaging-Apps zu verwenden, um den Kundendienst zu kontaktieren.

Die natürlichste Art und Weise für einen Nutzer, mit einem Hersteller oder Geschäft in Kontakt zu treten, ist das Schreiben mit den Tools, die ihm zur Verfügung stehen. Dazu zählen ein Social-Network-Messenger, seltener — ein Online-Chat-Fenster auf einer Website oder in einer App. Denken Sie daran, dass die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs umso größer ist, je früher Sie mit einem Kunden persönlich zu kommunizieren beginnen.

Eine wichtige Sache, die man über Live-Chat und Chatbots im Jahr 2020 wissen sollte: Das Chatten in Messengern wird persönlicher. Wenn der Stil Ihrer Kommunikation in einem Messenger mit dem Stil und dem emotionalen Kontext Ihrer Marke als Ganzes übereinstimmt, werden sich die User eher an Sie erinnern.

Erkunden Sie WhatsApp-Chatbots: Pandora, WHO Health Alert chatbot, Andy the English Speaking bot, MakeMyTrip

7. Erstellen Sie Langform-Inhalte, damit Ihre Marke in Erinnerung bleibt

2020 vergibt Google Top-Positionen an Seiten mit Texten von mehr als 2000 Wörtern. Wenn es in Ihrer Wettbewerbsnische nur wenige Konkurrenten gibt, können natürlich auch kurze Versionen funktionieren. Aber selbst in diesem Fall verlieren Sie viel. Indem Sie einen signifikanten Zustrom von Besuchern auf Ihre Website erhalten, erhöhen Sie gleichzeitig die Absprungrate. Außerdem halten Sie die Rate der zurückkehrenden Nutzer niedrig und haben eine niedrige Beteiligungsquote. Was ist der Grund dafür? Wenn ein User weniger als 3 Minuten auf Ihrer Website verbringt, um Inhalte zu lesen, wird er sich kaum noch an den Namen Ihrer Plattform erinnern.

Die Schlussfolgerung: die gegenwärtige wirtschaftliche Flaute kann genutzt werden, um Inhalte in Langform zu produzieren. Denken Sie daran, dass diese Art von Inhalten nicht nur lange Lesevorgänge, sondern auch lange Videos (bis zu 15 Minuten bei YouTube) und Podcasts umfasst.

Hinweis! Die Absprungrate Ihres Langform-Contents wird sehr hoch sein, wenn Sie ihn mit SEO erstellen. So sollte die Struktur des Artikels jedoch mit nützlichen Informationen ausgefüllt sein. Um diesen häufigen Fehler zu vermeiden, erstellen Sie Inhalte nicht um des Inhalts willen. Konzentrieren Sie sich auf das Analysieren des Publikums, bevor Sie einen Content-Plan ausarbeiten.

Fazit

Wie bedrohlich die gegenwärtige Krise auch ist, früher oder später wird sie von einer Phase des wirtschaftlichen Auftauens abgelöst werden. Die digitalen Trends, die Sie jetzt schon verfolgen können, werden Ihnen helfen, in einigen Monaten inmitten aller Wettbewerber zu gewinnen. Verbringen Sie Ihre Zeit damit, Wettbewerber zu beobachten, SEO zu aktualisieren, Verkaufstrichter auf den neuesten Stand zu bringen und an Ihrem Content-Plan zu arbeiten. Technische Innovationen, die bereits die Marketing-Trends beeinflusst haben, sind ebenfalls Ihre Aufmerksamkeit wert.

Foto/Thumbnail: ©LisaAlisa_ill /Depositphotos.com

Über den Autor

Mariia Lozhko von Depositphotos Inc. Mariia Lozhko ist eine Marketing-Texterin bei Depositphotos. Außerdem hat sie Marketing- und Werbetextabteilungen von IT-Produktunternehmen in Großbritannien und Osteuropa geleitet. Mariia Lozhko verfügt über 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Marketing und Kommunikation. www.depositphotos.com  
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