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Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG

Dr. Stefan Wolf: „Bei uns kann jeder was bewegen, wenn er eine gute Idee hat”

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Im Gespräch mit Dr. Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG. Das Unternehmen ist ein weltweit aufgestellter Technologiekonzern mit Schwerpunkt in der Entwicklung, industriellen Serienfertigung und dem Vertrieb von Komponenten, Modulen und Systemen für die Automobilbranche. Die Firma hat die Transformation der Automobilindustrie früh eingeleitet: Seit über 20 Jahren ist die Firma im Bereich Brennstoffzelle unterwegs und seit über 10 Jahren auch im Bereich Batterietechnologie.

Name: Stefan Wolf

Titel: Dr. jur.

Geburtsjahr: 1961

Position: Vorstandsvorsitzender

Vita: Dr. Stefan Wolf war von 1994 bis 1997 als Rechtsanwalt bei der Kanzlei Thümmel, Schütze & Partner beschäftigt. Im Jahr 1997 trat er als Syndikusanwalt in die ElringKlinger GmbH ein. Von 1998 bis 2000 war er Bereichsleiter Recht und Personal bei der ElringKlinger GmbH. Mit dem Börsengang der ElringKlinger AG im Jahr 2000 übernahm Dr. Stefan Wolf zusätzlich die Leitung der Abteilung Investor Relations und Kapitalmarktbetreuung. 2004 wurde er zum Generalbevollmächtigten des Vorstands der ElringKlinger AG berufen und 2005 zum Sprecher des Vorstands ernannt. Seit 2006 ist Dr. Stefan Wolf Vorsitzender des Vorstands.

Lebensmotto: „Treffe besser eine falsche Entscheidung als keine Entscheidung.“

Über das Unternehmen

ElringKlinger AG
Max-Eyth-Straße 2
72581 Dettingen/Erms
Gründungsjahr: 1879
Telefon: 07123/724-0

Wie ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

ElringKlinger ist ein weltweit aufgestellter Technologiekonzern mit einem Schwerpunkt in der Entwicklung, industriellen Serienfertigung und dem Vertrieb von Komponenten, Modulen und Systemen für die Automobilbranche.

ElringKlinger konzentriert sich auf die Chancen, die die derzeit zu beobachtenden, tiefgreifenden Veränderungen mit sich bringen werden, und unterstützt aktiv das allgemeine Bestreben, Emissionen zu reduzieren. Neuentwicklungen sind auf moderne Antriebssysteme ausgerichtet oder betreffen Fahrzeugbereiche, die unabhängig vom Antriebsstrang sind. Strategisch konzentriert sich ElringKlinger auf die vier Felder Elektromobilität, Leichtbau, klassische Mobilität und den Bereich Non-Automotive. In seinem klassischen Geschäft, zu dem Dichtungssysteme, Kunststoff-Gehäusemodule und Abschirmsysteme zählen, hat sich ElringKlinger über Jahrzehnte eine starke technologische Innovationskraft und gefestigte Marktposition erarbeitet.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Ich glaube, dass ElringKlinger einer der ganz wenigen Unternehmen ist, das sich sehr früh auf die Transformation der Automobilindustrie eingestellt hat. Bereits seit über 20 Jahren sind wir im Bereich Brennstoffzelle unterwegs. Seit über 10 Jahren auch im Bereich Batterietechnologie. Wir sind – im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern – erstklassig positioniert.

Darüber hinaus legen wir schon immer großen Wert auf schnelle Entscheidungen und flache Hierarchien. Bei uns kann jeder etwas bewegen, wenn er eine gute Idee hat. Das hat uns schon immer ausgezeichnet und macht uns stark.

Was war Ihre Motivation Manager zu werden?

Mein ursprünglicher Plan war es, nach dem Abitur eine Banklehre zu machen, dann Jura zu studieren und dann in den diplomatischen Dienst zu gehen. Als Wahlstation meines Referendariats entschied ich mich dann für einen dreimonatigen Aufenthalt in der deutschen Botschaft in Madrid. Nach dieser Zeit wusste ich, dass das nichts für mich ist, da die Gestaltungsmöglichkeiten dann doch sehr begrenzt sind. Nach einer kurzen Zeit in einer Kanzlei erfolgte dann der Wechsel auf die Unternehmensseite. Ich wollte Dinge selbst anpacken und gestalten. Dies ist mir bei ElringKlinger dann bereits sehr früh geglückt.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel und gerade für viele Zulieferer geht es in den nächsten Jahren um die Existenz. ElringKlinger ist hier glücklicherweise bestens aufgestellt, aber dennoch müssen wir uns weiter gut positionieren und gerade in den Bereichen Batterie- und Brennstoffzellentechnologie in der nächsten Zeit weitere Kunden von unseren Lösungen, die erstklassig sind, überzeugen.

Die ElringKlinger AG mit Hauptsitz in Dettingen/Erms ist weltweit mit mehreren Standorte vertreten und zählt insgesamt 9.597 Mitarbeiter. Foto: ElringKlinger

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

Natürlich ist die Krise auch an uns nicht vorbeigegangen. Wir mussten teilweise komplette Werke schließen. So langsam hoffen wir, dass wir der Normalität wieder sehr nahe sind. An unseren deutschen Standorten führen wir beispielsweise schon Impfungen durch. Unsere Auftragslage ist wieder erfreulich, wir wollen jetzt durchstarten.

Mit welchen weiteren Herausforderungen hat Ihre Branche in den nächsten Jahren zu kämpfen?

Ich hatte es eben bereits angesprochen: Unsere Branche befindet sich in einem Wandel. Und wir müssen schauen, dass wir so viele Unternehmen wie möglich hier mitnehmen. Der Zug in Richtung Elektromobilität fährt sehr schnell und ist unaufhaltsam. Wer jetzt erst aufspringt, der braucht auch Glück es noch zu schaffen. Eines ist aber auch klar: Es werden nicht alle schaffen, Arbeitsplätze werden wegfallen. Dies bedroht unseren Wohlstand.

Was war Ihr größter unternehmerischer Erfolg?

Sicherlich, dass ich unser Unternehmen schon sehr früh für diese Transformation aufgestellt habe. Seit 20 Jahren arbeiten wir im Bereich Brennstoffzelle, seit über 10 Jahren sind wir in der Batterietechnologie aktiv. Davon profitieren wir jetzt und in Zukunft.

Was war Ihr größter unternehmerischer Misserfolg?

Wir haben eine große Tochtergesellschaft im europäischen Ausland, dessen Management meine Vorstandskollegen und ich über Jahre zu sehr vertraut und im Nachhinein zu wenig kontrolliert haben. Dies hat uns sehr lange beschäftigt und auch sehr viel Geld gekostet. Aber wir haben es gut in den Griff bekommen. Aus Fehlern lernt man.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Weil man bei ElringKlinger sehr früh viel Verantwortung übertragen bekommt, wenn man das möchte. Wer etwas verändern will, kann das tun. Wer eine gute Idee hat, dem wird zugehört. Das zeichnet uns aus.

Was ist Ihr Rezept zur Mitarbeitermotivation?

Ich pflege einen engen Draht zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Interne Kommunikation ist extrem wichtig. Selbst in Coronazeiten war es mir wichtig den Austausch beizubehalten. Betriebsversammlungen fanden virtuell statt. Das Gespräch mit den Beschäftigten ist durch nichts zu ersetzen und sorgt für Motivation bei den Menschen.

Welchen Tipp möchten Sie anderen Gründern gerne weiter geben?

Mut wird belohnt. Seid mutig.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Den treffe ich als Gesamtmetall-Präsidenten tatsächlich regelmäßig. Ich sage ihm dann, dass er sich intensiver für die soziale Marktwirtschaft einsetzen soll. Die Unternehmen brauchen Freiheit und finanziellen Handlungsspielraum. Sie dürfen keinesfalls mit Steuererhöhungen oder noch mehr Regulierungen und Verboten geschwächt werden. Gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung dafür, dass die Unternehmen den Strukturwandel bewältigen und international erfolgreich bleiben.

Bei welcher Person möchten Sie sich für Ihren unternehmerischen Erfolg besonders bedanken?

Bei Herrn Dr. Helmut Lerchner, meinem Vorgänger als Vorstandsvorsitzenden bei ElringKlinger. Von ihm habe ich sehr viel über Unternehmens- und Mitarbeiterführung gelernt.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Mit Annalena Baerbock. Ich halte den Weg, den sie und ihre Partei einschlagen, für völlig falsch. Das Parteiprogramm für die nächste Bundestagswahl ist Sozialismus pur. Sozialistisch regierte Länder sind wirtschaftlich aber noch nie erfolgreich gewesen. Die Bürger müssen sich zudem fragen, ob sie in einem Land leben wollen, in dem der Staat eine immer größere Rolle beansprucht und das Leben bestimmt wird durch Regelungen und Verbote, die die Freiheit immer weiter einschränken. Nehmen Sie das Verbot für Verbrennungsmotoren ab 2030, so wie es die Grünen wollen. Wenn das so kommt, gefährdet das Arbeitsplätze und unseren Wohlstand. Und zwar massiv. Das dürfen wir nicht zulassen. Hiervon würde ich sie versuchen zu überzeugen.

 

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