Unternehmer + Seriengründer

Torsten Boorberg von fit+:„Die Provinz ist unsere Marktlücke“

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Im Gespräch mit Torsten Boorberg, Gründer und Geschäftsführer von fit+, ein Franchisesystem mit Fitnessstudios in ländlichen Gebieten ohne Mitbewerber. Er selbst stammt aus einem Unternehmer-Haushalt und hat bereits mehr als 25 eigene Unternehmen gegründet. Für den Gründer ist klar: Unabhängigkeit, Freiheit, Projekt- sowie Ideenverwirklichung steht bei ihm an erster Stelle.

Name: Torsten Boorberg

Geburtsjahr: 1972

Position: Gründer und Geschäftsführer der fit+ Deutschland Master GmbH

Weitere Gründungen: Mehr als 25 eigene Unternehmensgründungen

Vita: Der Serienunternehmer Torsten Boorberg wurde 1972 in Stuttgart geboren. Bereits während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Stuttgart-Hohenheim gründete er sein erstes Unternehmen und führte es erfolgreich als Vorstand der Aktiengesellschaft. Parallel dazu studierte er die Schwerpunkte Marketing, Personal und Psychologie.

Mittlerweile blickt Torsten Boorberg auf mehr als 25 eigene, erfolgreiche Unternehmensgründungen zurück. Seine fundierte Marktkenntnis nutzt er dazu, neue Dienstleistungen und Produkte zu entwickeln, die regelmäßig in eigene Unternehmen münden. Diese Unternehmensbeteiligungen hat er in der Boorberg Gruppe gebündelt, die aktuell mehr als 60 Mitarbeiter umfasst und stetig weiter wächst.

Torsten Boorberg lebt in Esslingen bei Stuttgart und hat zwei Kinder. Zu seinen Hobbies und Leidenschaften zählen außergewöhnliche Autos ebenso wie Kulinarik und Literatur.

Lebensmotto: Always look at the bright side of life.

Über das Unternehmen

fit+ Deutschland Master GmbH
Otto Bayer Straße 19
73730 Esslingen
Gründungsjahr: 2017
Mitarbeiter: 8 in der Zentrale
Telefon: +49 (0)89 – 17 91 90 – 39

Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

fit+ setzt auf die Strategie „Die Provinz als Marktlücke“. Was damit gemeint ist? Im Franchisesystem eröffnen wir fit+ Fitnessstudios in ländlichen Gebieten ohne Mitbewerber, die einzige Voraussetzung ist ein Einzugsgebiet von mindestens 6.000 Personen. Mittlerweile gibt es europaweit über 160 Studios. Das Betreten der Clubs erfolgt kontaktlos per QR Code – es gibt auch kein Personal. Aufgrund dieser Strategie sind die Kosten für die Studios sehr gering, sie haben zudem einen niedrigen Break-even und sind einfach zu führen.

Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Ich bin ein Erfinder. Für Probleme, die andere noch gar nicht erkennen, entwickle ich frühzeitig schnelle, einfache und günstige Lösungen. So beschalle ich zum Beispiel 1000 Fitnessclubs mit lizenzfreier Musik, habe ein eigenes Magazin und pflege den Facebook Auftritt von über 100 Unternehmen und vieles mehr. Alles dreht sich dabei um die Bedürfnisse von Menschen der Fitnessbranche. Dort kenne ich mich gut aus und bin bestens vernetzt.

Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Ich bin ein großer Fan von arbeitsteiligen Prozessen. Damit meine ich, dass es viel einfacher und effektiver ist, sich auf die Stärken zu konzentrieren, anstatt mit hohem Aufwand die Schwächen zu beseitigen. So setze ich auch meine Teams zusammen. Egal ob im Vertrieb, im Marketing oder in der Buchhaltung.

Die Gründer und Geschäftsführer von fit+: Björn Krämer und Torsten Boorberg.

Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Fit+ ist “first to market”. Wir unterscheiden uns von anderen Marktteilnehmern besonders darin, dass sich unsere Kette in Kürze rasant vermehrt und wir alle Probleme, die unsere Lizenznehmer haben, aus einer Hand lösen. Das gilt für die Standortanalyse, aber auch für das Marketing und die Finanzierung. Dazu haben wir rund um die einzelnen Bestandteile der Fitnessstudios an verschiedenen Stellen Eigenentwicklungen betrieben und fügen diese „Blackboxes“ mit bestehenden Angeboten zusammen. Dadurch sind wir nicht angreifbar und haben den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Was war Ihre Motivation Unternehmer zu werden?

Da ich aus einem Unternehmer-Haushalt stamme, habe ich schon früh erfahren, welche Freiheiten das mit sich bringt. Somit liegen Unabhängigkeit, Freiheit, Projekt- sowie Ideenverwirklichung in meiner DNA.

Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Wir wollen auf jeden Fall unsere hohe Expansionsgeschwindigkeit in ganz Europa beibehalten. Bis Ende 2024 wollen wir unsere Club-Anzahl auf 650 und unsere Lizenznehmer auf 300 in 20 Ländern Europas gesteigert haben. Wir werden dann mehr als 2 Millionen Mitglieder haben.

Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Die Herausforderungen zu Beginn waren Disziplin, Ordnung und Durchhaltevermögen. Der Erfolg stellt sich manchmal nicht sofort ein und es bedarf viel an Investment, sowohl zeitlich als auch finanziell. Den Willen durchzuhalten, die Vision im Auge zu behalten und die Menschen zu finden, die an diese Vision glauben, war der anstrengendste Teil. Heute stehen wir vor anderen Herausforderungen: Wir bauen eine internationale Firma auf, die eine einheitliche Sprache und Kommunikation fordert – alles auf Englisch. Wir lernen täglich über Kulturen, den Umgang mit Zeit, Ressourcen usw. dazu.

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie diese meistern?

In jeder Krise liegt eine Chance. Wir haben während der coronabedingten Schließung unserer Fitnessstudios mehr als 40 weitere Clubs eröffnet und zehn weitere Clubs gekauft. Wir sind in einer guten finanziellen Verfassung, haben kein Fremdkapital und können an unseren Zielen und Visionen festhalten. Auch die staatliche Unterstützung war eine große Hilfe, besonders für unsere Lizenznehmer, die während der Corona-Zeit eröffnen wollten.

Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Wir finanzieren uns ausschließlich aus eigenen Mitteln – wir haben nicht einmal einen Dispokredit. Natürlich nutzen wir für unsere Partner die Möglichkeit, Studio-Equipment über Leasing zu finanzieren, benötigen aber für unsere Expansionspläne kein Fremdkapital. Dazu trägt natürlich auch bei, dass sowohl mein Partner Björn Krämer als auch ich zum Teil seit vielen Jahren Unternehmen betreiben, die den Aufbau mitfinanzieren.

Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Ja, sicherlich. Vor allem, wenn es darum geht, mehr Geschwindigkeit aufzubauen. Wir konzentrieren uns aktuell auf Europa, haben aber Anfragen aus Vietnam, Mexiko und den USA. Wenn wir diesen Weg gehen wollen, brauchen wir eine noch stärkere Organisationsstruktur in kurzer Zeit und das könnte ein Grund sein, mit Venture-Kapitalgebern zu sprechen.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weiter geben?

Auch wenn es zu Beginn schwierig erscheint, am Ball bleiben, an die eigene Idee glauben und die Vision nicht aus dem Auge verlieren.

Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Wir sind immer auf der Suche nach Personal und Partnern und werden in den nächsten Jahren auch noch weiter wachsen.

Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Weil wir eine geile Company, mit einem geilen Produkt sind und man bei uns schnell viel Verantwortung erhält. Dazu kommen eine faire Bezahlung und flexible Teilzeit-Modelle. Oftmals gestalten wir die Arbeit um unsere Mitarbeiter herum – was zu einem tollen Arbeitsklima führt.

Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminster. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland bei ihm wünschen?

Ich würde weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungsprozesse fordern.

Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Bei meinen Eltern – was ich aber bereits getan habe. Sie haben mir beigebracht, dass Fleiß und Einsatz immer zu einem Ergebnis führt und dass es sich lohnt, dran zu bleiben.

Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Mit Arnold Schwarzenegger – er ist der absolute Hero einer ganzen Branche und dazu Unternehmer, Politiker und ein Self-made man. Er ist der Inbegriff von Beharrlichkeit und hat dazu sicherlich viele spannende Anekdoten parat.

Foto/Thumbnail: ©istockphoto/kzlmax

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