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35 % aller neuen Webseiten sind KI-generiert
KI verändert das Internet

35 % aller neuen Webseiten sind KI-generiert

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Eine aktuelle Studie zeigt, wie stark KI-generierte Texte das Internet inzwischen prägen. Der Anteil wächst rasant – doch die Auswirkungen sind differenzierter als oft angenommen: Einige Risiken bestätigen sich, viele Befürchtungen bleiben bislang unbelegt.

Eine neue Studie von Jonas Dolezal, Sawood Alam, Mark Graham und Maty Bohacek untersucht, wie stark KI-generierte und KI-unterstützte Texte das Internet bereits prägen. Die Forschenden analysierten dafür repräsentative Stichproben von Webseiten, die zwischen 2022 und Mitte 2025 über die Wayback Machine des Internet Archive erfasst wurden.

Anteil KI-generierter Webseiten steigt deutlich

Das zentrale Ergebnis: Mitte 2025 wurden rund 35 Prozent der neu veröffentlichten Webseiten als vollständig KI-generiert oder KI-unterstützt eingestuft. Vor dem öffentlichen Start von ChatGPT Ende 2022 lag dieser Anteil noch praktisch bei null.

Semantische Vielfalt nimmt ab

Die Studie zeigt zudem: Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Texten nimmt offenbar die semantische Vielfalt ab. Texte ähneln sich also stärker in ihren Ideen, Perspektiven und inhaltlichen Mustern. KI-generierte Webseiten wiesen eine um 33 Prozent höhere semantische Ähnlichkeit auf als nicht KI-generierte Seiten. Damit bestätigt die Studie die Sorge, dass das Internet inhaltlich gleichförmiger werden könnte.

KI-Texte wirken häufiger positiv und geglättet

Ebenfalls bestätigt wurde ein sogenannter Positivitäts-Effekt: KI-Texte wirken häufiger optimistisch, geglättet und künstlich freundlich. Die untersuchten KI-generierten Webseiten hatten deutlich höhere positive Sentiment-Werte als nicht KI-generierte Inhalte. Die Forschenden sprechen hier von einer Verschiebung hin zu stärker „sanitisierten“ und positiv formulierten Online-Texten.

Keine eindeutigen Belege für weitere Befürchtungen

Andere häufig geäußerte Befürchtungen konnte die Studie dagegen nicht statistisch bestätigen. So fanden die Autoren keine belastbaren Hinweise darauf, dass mehr KI-Texte automatisch zu mehr faktischen Fehlern, weniger externen Quellen, unnötig längeren Inhalten mit geringerer Informationsdichte oder einer stilistischen Monokultur führen.

Interessant ist auch der Vergleich mit der öffentlichen Wahrnehmung: In einer Befragung von 853 Erwachsenen in den USA glaubte die Mehrheit an alle sechs untersuchten negativen Auswirkungen von KI-Texten im Internet. Die Daten bestätigten jedoch nur zwei davon eindeutig: den Rückgang semantischer Vielfalt und den Trend zu positiverem, geglättetem Sprachstil.

Fazit: KI verändert das Internet differenzierter als erwartet

Die Studie macht damit deutlich: KI verändert das Internet bereits massiv. Die Auswirkungen sind jedoch differenzierter, als viele Menschen vermuten. Vor allem die inhaltliche Vielfalt und Tonalität von Online-Texten stehen unter Druck – während andere befürchtete Effekte bislang nicht eindeutig nachweisbar sind.

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