Mitarbeitermotivation

Nur jeder vierte der Führungskräfte kann Mitarbeiter psychisch positiv beeinflussen

Viele Mitarbeiter leiden an psychosomatischen Erkrankungen. Foto: Depositphoto.com

Der Knackpunkt: Führungskräfte nehmen die geringe emotionale Robustheit ihrer Mitarbeiter kaum wahr. Dies ist ein wesentlicher Risikofaktor dafür, dass Beschäftigte psychosomatische Krankheiten entwickeln. Das sind Ergebnisse der Studie „Erfolgsfaktor Wertschätzung“, für die im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert rund 100 HR-Führungskräfte aus meist größeren mittelständischen Unternehmen befragt wurden.

Wer seine Neujahrsvorsätze schon nach wenigen Tagen oder Wochen wieder gebrochen hat, kann immerhin eine „offizielle“ Ausrede dafür anführen. War doch am 17. Januar der „Wirf-Deine-Jahresvorsätze-über-Bord-Tag“. Das gilt leider auch für Führungskräfte, die eigentlich gelassener mit Problemen im Job umgehen wollten. Und es betrifft Vorgesetzte, die sich ganz fest vorgenommen hatten, die innere Stärke ihrer Mitarbeiter zu erhöhen. Bislang findet dies in den meisten deutschen Betrieben nämlich nicht statt – 52 Prozent der Führungskräfte sind nur „mittelmäßig“ dazu in der Lage und etwa 22 Prozent beherrschen dies fast gar nicht. „Das Ergebnis unserer Studie ist alarmierend. Denn unter solchen Voraussetzungen entwickeln viele Mitarbeiter psychosomatische Erkrankungen bis hin zum Burnout„, warnt Dr. Linus Gemmeke, Studienleiter und Partner bei der Personalberatung Rochus Mummert.

Fehlende Wertschätzung der Führungskräfte

Ein weiterer Risikofaktor für psychosomatische Krankheiten ist der Stress, den die Beschäftigten empfinden, wenn sie sich beruflich verausgaben, ohne dafür einen materiellen Ausgleich oder Anerkennung zu erhalten. Der Rochus-Mummert-Studie zufolge gilt dies für gut jeden zehnten Mitarbeiter und zumindest eingeschränkt für weitere 35 Prozent. Nur etwa jeder zweite befragte Personalleiter gibt an, dieser Anteil gestresster Mitarbeiter sei gering.

Anerkennung und Wertschätzung sind ein wichtiges Mittel, um die Flexibilität, seelische Stärke und damit die psychische Gesundheit der Angestellten positiv zu beeinflussen, ebenso wie eine regelmäßige Kommunikation. Und auf beidem basiert letztlich eine positive Firmenkultur

Dr. Linus Gemmeke

Studienleiter und Partner bei der Personalberatung Rochus Mummert

Doch der Gedanke der Widerstandskraft gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für den Betrieb als Ganzes. Rochus-Mummert-Partner Gemmeke: „Ein stabiles Unternehmen mit ebensolchen Mitarbeitern kann besser und schneller auf Probleme reagieren als ein schwaches. Für Führungskräfte bedeutet das, die eigene Fähigkeit und Flexibilität im Umgang mit Druck und Veränderungen immer wieder zu trainieren und dieses Wissen im Sinne einer wertschätzenden Firmenkultur an ihre Mitarbeiter weiterzugeben.“


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