Mitarbeiter-Fortbildung

Wie sich Präsenztraining und Mobile Learning kombinieren lassen

Kompakte Präsenztrainings und Mobile Learning, die zeit- und ortsunabhängig stattfinden, ermöglicht es den Unternehmen, auf Veränderungen und neue Entwicklungen rasch zu reagieren. Foto: ©michaklootwijk/Depositphotos.com

Die Kombination des „Besten aus zwei (Weiterbildungs-)Welten“ – das heißt der Methoden-Mix von kompakten Präsenztrainings und Mobile Learning, die zeit- und ortsunabhängig stattfinden – ermöglicht es den Unternehmen, auf Veränderungen und neue Entwicklungen rasch zu reagieren. Dazu das Beispiel „Social Media“: Die Mitarbeiter einer Vertriebsabteilung stehen vor der Herausforderung, die sozialen Medien in ihre Akquisitionsoffensive zu integrieren. Und zwar umgehend, die Offensive soll zeitnah starten, die Mitarbeiter haben jedoch bisher keine Erfahrungen damit sammeln können: „Wie soll ich denn Facebook nutzen, um neue Kunden zu gewinnen?“

Die Lösung heißt Microtraining

Die Weiterbildungsabteilung der Firma entwickelt mit einem externen und dafür geschulten Trainer ein kurzes und zweckbezogenes Präsenztraining, in dem die Dinge anwendungs- und umsetzungsorientiert auf den Punkt gebracht werden. In wenigen Stunden erfahren die Mitarbeiter das Wichtigste zum Thema „Soziale Medien als Instrument der Neukundengewinnung“ und erwerben erste Handlungskompetenz. Danach schlägt die Stunde des Mobile Learning, die Verkäufer wechseln vom Seminarraum zur Lern-App.

Mit Microtraining Lernerfolge erhöhen

Mit der App können die Teilnehmer das im Seminarraum erworbene Wissen auffrischen, vertiefen und überprüfen. Zum Beispiel mit ihrem Smartphone, das insbesondere die jüngeren und internetaffinen Mitarbeiter sowieso ständig nutzen und auch gerne in Arbeitsabläufe und Weiterbildungsprozesse integriert sehen. Die Generation, die in der digitalen Gesellschaft und mit digitalen Medien aufgewachsen ist und für die ein hoher Grad an Interaktivität auch beim Lernen einfach dazugehört, verlangt diese zeitgemäße Form der Weiterbildung geradezu. Und die Fakten geben ihnen recht: Erste Erfahrungen mit Microtraining und dem intelligenten Methoden-Mix von Präsenztraining und Mobile Learning zeigen, dass die Behaltenswahrscheinlichkeit der Teilnehmer enorm wächst: nach 30 Tagen von lediglich 10 Prozent auf bis zu 90 Prozent.

Methoden-Mix Präsenztraining und Mobile Learning in Unternehmenskultur verankern

Wer „mit dem Besten aus den zwei Welten“ arbeiten will, muss die Menschen darauf vorbereiten und ihnen zeigen, wie sie es effektiv einsetzen können. Das gilt natürlich vor allem für die (zumeist) älteren Mitarbeiter, denen der Umgang mit den neuen Medien oft schwerer fällt, die dem Fanclub der Traditionalisten anhängen und die klassischen Lernformen bevorzugen. Aber auch ihnen kommt das Microtraining entgegen, weil es mit dem Präsenztraining bekannte Elemente umfasst.
Und darum ist es richtig, wenn die Unternehmensleitung die Kombination der traditionellen und der neuen virtuellen Lernmethoden zum Weiterbildungsstandard erhebt. Zu empfehlen ist, die Kombination von Präsenztraining und Mobile Learning in der Unternehmenskultur zu verankern.

„Top-down“-Wirkung entfalten

Dort könnte zum Beispiel betont und festgeschrieben werden, dass das Unternehmen an der ständigen Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter ein großes Interesse hat – zum Wohl der Kunden, aber auch der Firma und der Mitarbeiter. Ein möglicher Slogan: „Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter arbeiten und zugleich lernen – für unsere Kunden!“ Der Vorteil der Verankerung des Methoden-Mix in die Unternehmensgrundsätze: Die Bedeutung der schnellen, praxistauglichen und überdies kostengünstigen Weiterbildung wird „top-down“ verdeutlicht.

Kostengünstig und effizient lernen

Die Unternehmen brauchen qualifizierte und top ausgebildete Mitarbeiter. Das ist die Basis für den unternehmerischen Erfolg. Die Mitarbeiter sollten rasch auf veränderte Rahmenbedingungen etwa im Umgang mit den Kunden reagieren und die neuesten Techniken kennen und anwenden können, mit denen sich vertrauensvolle Beziehungen aufbauen, Beschwerden auffangen und Abschlüsse generieren lassen. Mit Weiterbildung werden sie auf dem neuesten Stand der serviceorientierten Kundenbetreuung gehalten.

Microtraining eröffnet den Unternehmen kostengünstige und effektive

Weiterbildungsoptionen, weil sich das Training leicht in die üblichen Arbeitsabläufe integrieren und die Mitarbeiter nicht auf zeitintensive Seminare geschickt werden müssen, die hohe Ausfallzeiten zur Folge haben. Im Gegenteil: Wo früher Mitarbeiter noch im Seminar saßen und oft mit nicht immer relevanten Informationen bombardiert wurden, sorgen die kurzen Lernprozesse nun dafür, dass sie rasch wieder im Kundengespräch sind, am Schreibtisch sitzen oder in Fabrikhalle und Dienstleistungsgeschäft unterwegs sind. Die Teilnehmer sind „nur kurz mal weg“, um sich intensiv und zielgenau weiterzubilden – gute Aussichten für den Return on Invest!

Lernen durch Wiederholung

In vielen Unternehmen ist der schnelle Praxistransfer von neuem Wissen Voraussetzung für den Erfolg. Neue Lerninhalte müssen ohne zeitliche Verzögerung und ohne Qualitätsverlust im Berufsalltag angewendet werden können. Darum nutzt das Microtraining das Lernkarten-Prinzip, mit dem systematisch gelernt werden kann und zudem der Weiterbildungs-Spieltrieb aktiviert wird: Die Lern-App arbeitet mit digitalen Lernkarten und registriert, welche Lernkarten ein Teilnehmer richtig oder falsch beantwortet hat. Der Teilnehmer wiederholt die Lerninhalte so lange, bis sie ihm in Fleisch und Blut übergegangen sind. Die Konsequenz: Das neue Know-how wandert ins Langzeitgedächtnis und ist dort im Praxisalltag abrufbar und einsetzbar. Das wiederholte Einüben etwa von Fragetechniken im Seminar und mithilfe der App sowie der rasche Transfer in das Kundengespräch lassen die Vergessenskurve erheblich abflachen.

Fazit

Durch den Methoden-Mix werden Lernen und Arbeiten zu einer Einheit. Das kommt vor allem den Digital Natives entgegen, für die die Übergänge zwischen Berufsleben und Privatleben oft fließend sind. Die Unternehmen profitieren vor allem, weil sich die umsetzungsorientierte Weiterbildung mit Microtraining kostengünstig und effektiv ausgestalten lässt. Der Wille, durch die Kombination von Präsenztraining und Mobile Learning oder ähnliche innovative Lernformen Mitarbeiter zu qualifizieren und Wettbewerbsvorteile aufzubauen, sollte in den Unternehmensgrundsätzen niedergelegt werden. So entfalten die innovativen Lernformen eine nachhaltigere Wirkung.


Über den Autor Dieter Hohl

Dr. Dieter Hohl ist Trainer, Autor, Referent und Inhaber der Firma impuls! Training – Beratung – Recruiting. impuls! gilt als führendes Unternehmen im Bereich Microtrainings und bietet praxisorientierte Verhaltenstrainings für Vertriebs- und Führungskräfte an. Dieter Hohl und seine Trainer haben sich auf nachhaltige Trainings für Mitarbeiter in verantwortungsvollen Positionen, Microtrainings und Coachingprozesse spezialisiert.

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