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Warum sich Onepage-Websites für Berater und B2B-Dienstleister nicht eignen

Variant

Für Berater gilt: 70 bis 80 Prozent der organischen Besucher ihrer Webseite kommen auch heute noch über Desktop-Geräte. Foto: ©Variant/Depositphotos.com

Entsprechend viele Internetseiten, die als sogenannte Onepage-Websites konzipiert sind, findet man inzwischen im Netz – insbesondere von Kleinunternehmern und persönlichen Dienstleistern wie Trainern, Beratern und Coaches.

Diese Seiten zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie

  • in der Regel aus vielen Bildern und wenig Text bestehen und
  • die zentralen Inhalte auf eine Seite, die Homepage der Webseite, gepackt sind,
  • von der aus man dann eventuell über einen Link zu weiterführenden Infos gelangt.

Onepage-Websites nerven bei der gezielten Info-Suche

Ein weiteres Kennzeichen dieser Webseiten ist: Im Kopf der Homepage, das heißt auf der Startseite, steht entweder kein Menu, was auch nicht nötig ist, weil entsprechende Unterseiten fehlen. Und wenn ein solches doch vorhanden ist? Dann springt die Webseite, wenn man einen Menupunkt anklickt, nur auf die entsprechende Stelle auf der Homepage.

Webseiten, die so konzipiert sind, mögen „modern“ und für Personen, die mit ihrem Smartphone im Internet unterwegs sind, ganz nett sein. Doch für Besucher, die in ihrem Büro am PC sitzen und sich zum Beispiel über einen Berater – sei dies ein Management- oder Vertriebsberater, Steuer- oder Rechtsberater – und dessen Leistungen informieren möchten, sind sie eine Qual. Denn wenn im Kopf der Webseite ein Menu fehlt, können sie, wenn sie sich zum Beispiel über die Seminarangebote eines Beraters oder dessen Biografie informieren möchten, die betreffenden Seiten nicht direkt anklicken. Sie müssen stattdessen den Endlos-Text- und-Bild-Bandwurm auf der Homepage durchscrollen, bis sie endlich eventuell auf die gewünschten Infos stoßen. Das nervt! Zumal man die gewünschten Infos, wenn man die Webseite ein, zwei Tage erneut aufsucht und/oder anderen Personen zeigen möchte, nicht schnell wiederfindet.

Onepage-Websites lassen sich kaum für Websuche optimieren

Hinzu kommt: Da Onepage-Websites keine Unterseiten haben, kann man sie nur auf ein, zwei Suchbegriffe suboptimal optimieren – auf mehr Begriffe beziehungsweise ein breiteres Begriffsfeld nicht, denn hierfür wären weitere Unterseiten nötig. Entsprechend schwer kann man nur bedingt Suchmaschinenoptimierung betreiben und findet man die meisten Onepage-Websites bei der Suche im Netz.

Deshalb kann man solche Webseiten eigentlich nur Motivations- und Erfolgstrainern und Speakern, das heißt Vortragsrednern, empfehlen,

  • deren Kernbotschaften sich ohnehin in ein, zwei Sätzen zusammenfassen lassen und
  • die als selbstverliebte G-Promis (oder Z-Promis) mit ihren Kunden bzw. Fans in den Spuren von Donald Trump & Co bevorzugt über Twitter, Facebook & Co kommunizieren und ihnen am liebsten Selfies senden.

B2B-Berater brauchen eine normale, informative Webseite

Alle anderen Berater und sonstigen persönlichen Dienstleistern, die etwas mehr zu sagen haben und deren Leistungen nicht nur aus ein, zwei Standardvorträgen und einem „Powerday“ bestehen, seien vor dem Konzipieren einer solchen Webseite gewarnt. Dies gilt insbesondere für alle Dienstleister, die im B2B-Bereich tätig sind.

Denn es stimmt zwar, dass inzwischen die meisten Internet-Suchabfragen mobil erfolgen. Doch auf wen entfällt das Gros dieser Suchabfragen? Auf Privatpersonen, die zum Beispiel

  • zu Hause am Kaffeetisch sitzen und das Wetter googeln, oder
  • auf dem Sofa liegen und sich über die aktuellen Angebote bei Ebay informieren möchten, oder
  • im Bus die neusten, aufgewärmten Sensations-Meldungen von T-Online lesen oder schauen, wo die nächste Dönerbude ist.

Im B2B-Bereich dominieren die Besucher von stationären Endgeräten

Wer hingegen jobbedingt zum Beispiel nach einer Changeberatung oder einem Vertriebscoaching sucht, der macht dies nicht in seiner Freizeit vom Sofa aus, sondern im Büro am PC.

Deshalb wird bei allen Beratern, deren Webseiten für die Websuche optimiert und betreut wird und die im B2B-Bereich zu Hause sind,registriert: 70 bis 80 Prozent der organischen Besucher ihrer Webseite – das heißt der Besucher, die aktiv im Netz etwas am Suchen waren und somit potenzielle Neukunden sind – kommen auch heute noch über Desktop-Geräte und nicht über mobile Endgeräte auf die Webseite. Dies gilt auch für die Seiten, die primär für Mobilgeräte optimiert sind. Bei ihnen ist zudem die Zahl der organischen Besucher meist recht niedrig, da man ja zumindest die Onepage-Websites unter ihnen bei Google & Co kaum findet. Deshalb kommen auf die „mobile Webseite“ der Berater meist nur Personen, mit denen diese ohnehin in Kontakt stehen und denen sie vorab eine Info zum Beispiel via Facebook oder XING sandten. Potenzielle Neukunden jedoch nicht.

Besucher über stationäre Endgeräte verweilen deutlich länger

Und schaut man, wie lange die Besucher auf der Webseite verweilen, dann stellt man fest: Die Verweildauer der Besucher, die über Desktop-Geräte kommen, ist in der Regel fünf- bis sechsmal so hoch wie die der Besucher, die über mobile Endgeräte kamen.

Die Ursachen hierfür sind: Die „mobilen“ Besucher sind entweder (Privat-)Personen, die irrtümlich auf der Seite gelandet sind und sich gar nicht für die dort angebotenen Leistungen interessieren, oder es ihnen zu mühsam, das, was der Berater beispielsweise über das Thema Change-, Projekt- oder Vertriebsmanagement schreibt, auf dem kaum mehr als eine Zigarettenschachtel großen Display ihres Smartphones zu lesen. Deswegen verabschieden sie sich wieder, im Idealfall mit dem Vorsatz: Diese Webseite schaue ich mir, wenn ich im Büro bin, noch einmal genauer an – was vermutlich selten geschieht.

Fürs Geschäft der B2B-Berater sind die mobilen Besucher kaum relevant

Deshalb kann die Botschaft an alle Berater und sonstigen Dienstleister, die im B2B-Bereich tätig sind, nur lauten: Entscheidend ist, dass die Personen, die in den Büros an Desktop-Geräten sitzen, Ihre Webseite nicht nur bei der Netzsuche schnell finden, sondern auch auf dieser die Inhalte, nach denen sie suchen. Tendenziell vernachlässigen können Sie hingegen die Handy-Nutzer, die zuhause auf dem Sofa sitzen. Denn die kaufen Ihr Produkt bzw. Ihre Leistung ohnehin nicht – zumindest nicht in ihrer Freizeit.


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