Mehr als nur Kryptowährungen

Unternehmen nutzen die neuen Blockchain-Technologien

Von Carolin Fischer
Am

Seitdem sich Blockchain-Technologien auf dem Markt durchgesetzt haben und als Kryptowährungen zu einer alternativen Geldanlage und Zahlungsmodalität geworden sind, hat sich viel getan. Heute wird die Blockchain in vielen Bereichen eingesetzt. Einigen deutschen Unternehmen sind diese Vorteile noch gar nicht bewusst oder sie haben keine Blockchain-Experten in ihrem Team, weshalb sie zögerlich auf die Innovationen reagieren. Mit den passenden Applikationen könnte die Nutzung aber für viele Firmen interessant werden.

Kryptowährungen

Die erste und bekannteste Anwendung der Blockchain-Technologie ist natürlich die Kryptowährung. Diese digitalen Währungen sind dezentral und daher nicht von einer Zentralbank gesteuert. Ihr Wert kann dadurch nicht von einer zentralen Stelle gesteuert werden, indem mehr Tokens produziert werden. Stattdessen kann jeder mit dem richtigen Equipment selbst Tokens durch Mining erzeugen, dies verbraucht aber extreme Mengen an Rechenleistung und Strom, weshalb sich diese Tätigkeit je nach Kurs nicht immer lohnt. Der aktuelle Bitcoin Kurs steht bei €3.552,64 (Stand: 19.12.2018), eine Studie aus dem September 2018 ergab jedoch, dass es zum damaligen Zeitpunkt rund €6.400 kostete, um per Mining einen einzelnen Bitcoin Token zu erstellen. Damals stand der Kurs bei einem ähnlichen Wert, durch den starken Abfall im letzten Monat lohnt sich diese Investition aber jetzt kaum noch. Bitcoins und Co. zu kaufen ist daher eine deutlich bessere Entscheidung in der derzeitigen Lage. Immer mehr Unternehmen unterstützen Bitcoin als Zahlungsmethode und selbst große Einkäufe wie Luxusautos und Immobilien lassen sich mittlerweile mit der stärksten Kryptowährung am Markt bezahlen. Hier besteht zwar ein Risiko für die Firmen, da der Kurs deutlich instabiler ist, als der einer nationalen Fiatwährung, die Entscheidung könnte aber sehr zukunftsträchtig sein.

Andere Anwendungsgebiete

Einige Blockchain-Technologien fokussieren sich viel mehr auf praktische Anwendungsgebiete, als auf Kursspekulationen und Börsengeschäfte. Die Kryptowährung IOTA konzentriert sich beispielsweise auf die Erweiterung des „Internet of Things“. Sie soll dabei helfen, dass Maschinen nicht nur mit einander kommunizieren, sondern sich auch gegenseitig bezahlen können. So sollen zukünftige Autos, die mit dem Protokoll von IOTA arbeiten, selbstständig Parkscheine kaufen können und Solarzellen am Hausdach sollen Wetterinformationen bei Wetterstationen erwerben, um sich perfekt auf die Sonneneinstrahlung ausrichten zu können. Auch die Kryptowährung EOS hat ähnlich viele praktische Anwendungen. Die Entwickler veranstalteten bereits mehrere EOS-Hackathons, bei denen junge Entwickler aus aller Welt auf der Blockchain von EOS neue dApps entwickeln konnten, die später mit Preisen gekrönt wurden. Dabei entstanden dApps wie der „ID-Pass“, der Weltenbürgern ohne festen Wohnsitz helfen soll, sich auszuweisen. Aber Blockchain-Technologien könnten auch komplett ohne Kryptowährungen auskommen. Im Bildungs- und Berufssektor gibt es bereits die Idee, Lebensläufe mit Einträgen von Bildungsinstitutionen wie Universitäten oder ehemaligen Arbeitgebern zur Verfügung zu stellen. Da viele Bewerber in ihren Lebensläufen falsche Angaben machen, die schwer nachzuprüfen sind, könnte die Blockchain Arbeitgebern hier helfen, den Werdegang eines potentiellen Mitarbeiters nachzuverfolgen. Hier profitiert man von der Unverfälschbarkeit der Blockchain, denn Einträge, die einmal gemacht wurden, können nicht gelöscht oder verändert werden.

Blockchain-Technologien können also deutlich mehr leisten, als nur ein neues Finanzmittel auf den Markt zu bringen. Die vielen Anwendungsbereiche werden für die deutsche Wirtschaft immer interessanter und laut einer Umfrage beschäftigen sich bereits 41% der deutschen Firmen, die Blockchain-Technologien kennen, mit der möglichen Implementierung von neuen Innovationen. Hier wird es in den nächsten Jahren viele spannende Entwicklungen zu verfolgen geben.

Foto/Thumbnail:Pixabay.com

Über den Autor

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal" und "Karriere". Außerdem schreibt sie für verschiedene Mitarbeiterzeitschriften. Zuvor hat sie u.a. mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet.
Zum Autorenprofil

Kommentare

Kommentar schreiben:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.