5 Einstiegsoptionen in den E-Commerce
Start in den Onlineverkauf

5 Einstiegsoptionen in den E-Commerce

Bild von Tim Hahn
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Gerade die letzten Monate haben gezeigt, wie wichtig es ist, schnell und flexibel auf neue Situationen zu reagieren. Um konkurrenzfähig zu bleiben, ist der Schritt in die digitale Transformation für Unternehmen unumgänglich. Der E-Commerce bietet dabei den perfekten Einstieg. Doch wie gelingt der Start in den Onlineverkauf am besten?

Wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen

Für Internetnutzer gehört es mittlerweile zur Normalität, Produkte online zu kaufen und diese innerhalb weniger Tage nach Hause geliefert zu bekommen. Ein Onlineshop wird immer mehr zur Pflicht. Da die Umsetzung einer E-Commerce-Plattform in der Regel eine hohe Investition fordert, schrecken einige Unternehmen vor dem Schritt in die Digitalisierung zurück. Doch gerade die letzten Monate zeigen, wie wichtig es ist, sich flexibel an Begebenheiten anzupassen. So müssen stationäre Händler oder B2B-Unternehmen umdenken und sich die Frage stellen, ob sie ihre Produkte und Services zusätzlich online anbieten möchten.

Viele Wege führen zur E-Commerce-Plattform

Wer überlegt seine Produkte über eine Online-Plattform zu verkaufen, steht vor verschiedenen Herausforderungen. Neben der Wahl des passenden Shopsystems muss sich das Unternehmen auch Gedanken über die richtige Finanzierungsform machen und sich über seine Möglichkeiten informieren. Zusätzlich kommen Fragen auf wie

  • „Benötige ich einen eigenen Webshop?
  • Ist es möglich, „klein“ in den E-Commerce zu starten?
  • Wie bekomme ich meine Produkte schnell auf den Online-Markt?“

Antworten auf all diese Fragen gibt die nachfolgende Übersicht:

1. Minimum Viable Product (MVP)

Schritt für Schritt in die digitale Transformation – ein MVP, kurz für Minimum Viable Product, verspricht genau das. Darunter versteht man die erste minimal funktionsfähige Iteration eines Produkts, die nach und nach erweitert werden kann. Die extrem abgespeckte aber nutzbare Fassung einer Produktvision besitzt nur wenige Funktionen. Beim MVP handelt es sich um einen kostengünstigen und vor allem schnellen Einstieg in den E-Commerce. Meist benötigt die Entwicklung des Minimum Viable Products nur wenige Wochen. Das fertige MVP kann in weiteren Entwicklungsphasen nach Bedarf schrittweise durch verschiedene Funktionen ergänzt werden. Gerade dann, wenn ein Unternehmen kurzfristig mit seiner E-Commerce-Plattform online gehen möchte und bereits genaue Vorstellungen davon hat, wie der Onlineshop aussehen soll und welche Funktionen dieser abdecken muss, bietet sich die schrittweise Digitalisierung mithilfe eines MVP an.

Auf einen Blick: Das Minimum Viable Product

  • Geeignet für: Unternehmen, die kurzfristig in den E-Commerce starten wollen
  • Vorteile: schnelle Time-to-Market, minimale Erstinvestition
  • Nachteile: abgespeckte Version des Onlineshops, Abstriche bei Design und Features

2. E-Commerce-Leasing

Eine weitere Möglichkeit in den E-Commerce einzusteigen ist das E-Commerce-Leasing. Dabei teilen sich die Kosten für die Umsetzung der E-Commerce-Plattform auf monatlich gleichbleibende Raten über eine vorab abgestimmte Laufzeit auf. So können Unternehmen auch mit wenig Budget direkt ins E-Business einsteigen, ohne bei ihrer E-Commerce-Plattform Abstriche machen zu müssen. Auch notwendige Software-(Lizenz) oder Hardware-Kosten sowie Personalkosten auf Unternehmensseite können mit dem E-Commerce-Leasing monatlich beglichen werden.

Die smarte Finanzierungsform bietet einige Vorteile. Neben einer genauen Planbarkeit der Kosten und der flexiblen Laufzeitgestaltung können Unternehmen mit dem E-Commerce-Leasing ihre Liquidität schonen und haben so mehr Kapital – zum Beispiel für die Vermarktung der Plattform – zur Verfügung. Zudem zahlt das Unternehmen dank dem „Pay-as-you-earn“-Prinzip erst dann für die E-Commerce-Plattform, wenn diese online ist und von Kunden genutzt wird. Das finanzielle Risiko verringert sich daher deutlich.

Auf einen Blick: E-Commerce-Leasing

  • Geeignet für: Unternehmen mit wenig Budget, Start-ups
  • Vorteile: Planbarkeit der Kosten, flexible Laufzeiten, sofortiger Projektstart, Bezahlen nach dem „Pay-as-you-earn“-Prinzip, steuerliche Vorteile, Schonen von Liquidität, Bilanzneutralität
  • Nachteile: Vertragliche Bindung mit fester Laufzeit

3. Kooperationen

Gerade stationäre Händler stehen oft vor dem Problem, dass sie nicht das nötige Budget für eine eigene E-Commerce-Plattform besitzen. Eine Möglichkeit trotzdem in den E-Commerce zu starten, ist die Gründung einer Kooperations-Plattform, über die mehrere Händler gemeinsam ihre Produkte vertreiben. Vor allem in den letzten Monaten haben sich stationäre Händler zum Beispiel aus einer Stadt oder einem Stadtteil zusammengeschlossen und eine E-Commerce-Plattform gegründet.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Neben der Aufteilung der Kosten für die Plattform teilen sich die Partner auch die Vermarktungskosten. Zudem können Cross-Sellings zwischen den einzelnen Händlern entstehen, da sich die Kunden bereits auf der Plattform befinden und so Produkte eines anderen Händlers entdecken können. Ein Nachteil besteht darin, dass man alle Entscheidungen der Plattform gemeinsam treffen muss und die Händler somit an Flexibilität verlieren.

Auf einen Blick: Kooperationen

  • Geeignet für: stationäre Einzelhändler mit wenig Budget
  • Vorteile: Aufteilung der Kosten für Umsetzung und Vermarktung, Möglichkeit für Cross-Sellings
  • Nachteile: Alle Entscheidungen müssen gemeinsam getroffen werden, wenig Flexibilität

4. Fördermittel

Ein Einstieg in den E-Commerce kann auch durch die Nutzung von Fördermitteln gelingen. Der Staat hat Interesse daran, die Wirtschaft stabil zu halten und die Wichtigkeit und Chancen der Digitalisierung erkannt. Um Unternehmen in ihren Digitalisierungsvorhaben zu unterstützen, bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verschiedene Fördermittelprogramme für Digitalprojekte und den Einstieg in den E-Commerce an – Beispiel ist „Go-Digital“. Die Programme sprechen vor allem den für Deutschland so wichtigen Mittelstand an. Gefördert werden bei den Programmen sowohl Beratungsleistungen als auch IT-Investitionen. Zudem wird in die Qualifizierung und das digitale Know-how der Mitarbeiter investiert. Über Förderungen in Digitalisierungsprojekte wie zum Beispiel das Förderprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU können Firmen sich auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und in der Förderdatenbank der jeweiligen Länder informieren.

Auf einen Blick: Fördermittel

  • Geeignet für: KMUs
  • Vorteile: Förderung durch Staat, Förderung muss nicht zurückgezahlt werden
  • Nachteile: Voraussetzungen für Förderungen müssen erfüllt werden, Digitalprojekt darf erst nach Bewilligung starten

5. Marktplatz

Um Produkte online zu verkaufen, muss der Händler nicht zwangsläufig einen eigenen Webshop besitzen. Neben der bereits angesprochenen Möglichkeit der Kooperations-Plattform, können Händler ihre Ware auch auf digitalen Verkaufsplattformen anbieten. Die „Marktplätze“ funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie physische Einkaufszentren. Dabei sind verschiedene Händler unter einem Dach vereint und verkaufen ihre Produkte über dieselbe Plattform. Ein Marktplatz hat für den Händler den Vorteil, dass bereits ein Kundenstamm existiert. Zudem profitiert er von der bereits bestehenden Infrastruktur und den integrierten Funktionen der E-Commerce-Plattform. Jedoch geht hierbei auch die Flexibilität des einzelnen Händlers verloren. So kann dieser in der Regel die Präsentation seiner Produkte nur geringfügig mitbestimmen und auch die Anpassung von Prozessen ist nur selten möglich. Zudem verdient der Marktplatzbetreiber bei jedem verkauften Produkt mit und gibt Vorgaben zu Verkaufskonditionen.

Auf einen Blick: Marktplatz

  • Geeignet für: Händler, Hersteller
  • Vorteile: Kundenstamm existiert bereits, E-Commerce-Plattform schon vorhanden
  • Nachteile: weniger Flexibilität bei Präsentation der Produkte, Marktplatzbetreiber verdient bei jedem verkauften Produkt mit, Vorgaben zu Verkaufskonditionen

Fazit

MVP, E-Commerce-Leasing oder eine Kooperationsplattform? Es gibt viele Möglichkeiten in den E-Commerce zu starten. Dabei hat jede ihre Vor- und Nachteile. Eine Universallösung gibt es nicht. Welche Methode die richtige für das jeweilige Unternehmen ist, muss der zukünftige Shopbetreiber individuell entscheiden. Wichtig ist, den ersten Schritt zu gehen und die Digitalisierung aktiv anzugehen, um auch in Zukunft erfolgreich zu verkaufen, wettbewerbsfähig zu bleiben und so für alle Eventualitäten und neue Herausforderungen bestens vorbereitet zu sein.

Foto/Thumbnail: ©Unsplash.com

Über den Autor

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Tim Hahn Tim Hahn ist Mitgründer und Geschäftsführer der netz98 GmbH. Er verantwortet nicht nur die Bereiche Sales und Marketing, sondern treibt die Entwicklung des Leistungsportfolios und der Kundenbeziehungen stetig voran. Mit seinem Fachwissen aus über 20 Jahren E-Commerce-Business berät er Kunden zu den Themen B2B-Commerce und Digitalisierung. www.netz98.de
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