5 Tipps für die Wahl des richtigen Bürostandortes
Standortauswahl

5 Tipps für die Wahl des richtigen Bürostandortes

Carolin Fischer
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Nicht jeder findet die Arbeit im Homeoffice attraktiv - oft fehlt der Kontakt zu Kollegen bzw. es fällt einem zu Hause schwer, Familie und Arbeit zu trennen. Büros liegen wieder im Trend. Auf was müssen Arbeitgeber achten, wenn Sie einen geeigneten Standort für ihr Unternehmen suchen?

Ein Recht auf Home-Office wird es bis zur Bundestagswahl nicht geben. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil konnte den Koalitionspartner mit seinem Entwurf des „Mobile Arbeit-Gesetzes“ nicht überzeugen. Auch die anfängliche Home-Office-Begeisterung hat sich inzwischen vielerorts wieder gelegt. Das Arbeiten im Büro hat weiterhin Bestand und so steigt nach einer kurzen Verunsicherung die Nachfrage nach Büroflächen wieder deutlich an. Wie Sie unter der Vielzahl konkurrierender Angebote die geeigneten Räume finden, erfahren Sie hier.

Büros sind weiterhin im Trend

Mit dem Ende der sogenannten Bundesnotbremse dürfen Millionen von Beschäftigten wieder in die Büros zurückkehren. Die anfängliche Home-Office-Begeisterung lässt aufseiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Teil deutlich nach. Es fehlen die wichtigen sozialen Kontakte und der direkte Austausch in fast allen Bereichen. Arbeitnehmer mit Kindern stellen fest, dass Home-Office nicht einfach zu realisieren ist.

Bereits seit April dieses Jahres zeichnet sich ab, dass Bürostandorte weiterhin im Trend liegen. Die Nachfrage nach Büroflächen bleibt hoch. Experten wie Jones Lang LaSalle oder auch BNP Paribas Real Estate und Colliers rechnen für das laufende Jahr mit einer weiterhin steigenden Nachfrage nach Büroflächen in Großstädten. Ein Ende herkömmlicher Bürostandorte ist auf dem gewerblichen Immobilienmarkt nicht in Sicht.

1. Den richtigen Bürostandort finden

Für die entscheidenden Faktoren sollten Sie eine persönliche Prioritätenliste aufstellen, wenn Sie neue Räume für ein Büro suchen. Zudem ist es empfehlenswert, mit einem Makler Kontakt aufzunehmen. Er wird Sie professionell zu Standorten beraten und Immobilienangebote recherchieren. Auch schließen Sie mit ihm bei einer Einigung den Gewerbemietvertrag ab. Hier finden Sie Tipps, worauf Sie beim Gewerbemietvertrag achten sollten.

2. Standort und Umgebung

Lage, Größe und Preis sowie Anbindung hängen meist unmittelbar voneinander ab. Beginnen Sie damit die geeignete Lage für Ihr Unternehmen zu definieren. Benötigen Sie eine zentrale 1 A Lage für Laufkundschaft oder können Sie auch etwas abseits Ihr Büro oder Ihre Praxis eröffnen? Werden Produktionsflächen und Lagerräume benötigt?

Für kleine Betriebe ist ein zentraler Standort, der einfach zu erreichen ist, vorteilhaft. Wenn Ihr Unternehmen bereits bekannt ist und Sie viel Bürofläche benötigen, dann bietet sich eine Lage am Stadtrand oder im Umkreis von Städten an.

Selbstverständlich gibt es weitere Kriterien, die individuell eine Rolle bei der Standortwahl spielen können. Welche Geschäfte liegen in der näheren Umgebung? Gibt es konkurrierende oder ergänzende Angebote? Wollen Sie mit Bildungs- oder Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten oder dort Mitarbeiter gewinnen? Aber auch: Gibt es Lokale oder Gaststätten in der Nähe für die Mittagspause der Belegschaft bzw. für Kundenessen?

Wichtig ist auch die Frage nach Fachkräften: ist der Standort so attraktiv, dass man Fachkräfte gewinnen kann, das heißt gibt es in der Nähe attraktive Wohngebiete, so dass gefragte Arbeitnehmer an Ihrem Standort arbeiten möchten?

3. Größe, Preis und Erreichbarkeit

Wählen Sie die passende Flächengröße. Es ist nicht einfach, die Entwicklung eines Unternehmens vorherzusehen. Um nicht unnötig Geld auszugeben, sollten Sie ungenutzte Flächenpotenziale vermeiden. Expandiert Ihr Unternehmen und reichen die Räume irgendwann nicht mehr aus, können Sie in ein größeres Büro umziehen.

Neben einer angemessenen Größe und dem Mietpreis spielen Ausstattung, Zustand und energetische Sanierung einer Immobilie eine Rolle. Soll es ein barrierefreier Neubau mit Aufzug sein oder ein funktionales Bürogebäude älteren Datums? Welche Arbeiten wären nötig, damit Ihr Unternehmen angemessen repräsentiert wird? Welche Ausstattung ist wichtig – schnelles Internet, reflektierende Fenster oder ein großer Empfang?

Soll das Büro gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden sein, d.h. ist eine S-, U- oder Bushaltestelle oder ein Bahnhof in der Nähe? Wie viele Parkplätze brauchen Sie für Beschäftigte und Kunden? Werden Sie mit großen Fahrzeugen beliefert? Ist eine viel befahrene Straße bzw. eine Autobahn nicht weit entfernt?

4. Förderung und steuerliche Vorteile

Bei der Standortwahl können unter Umständen der Hebesatz und damit die Gewerbesteuer den Ausschlag für oder gegen eine Kommune geben. Erfragen Sie bei verschiedenen Gemeinden die aktuellen Hebesätze und deren Entwicklung. Bieten sich gleichwertige Standorte, können Sie hier Geld einsparen. Fördermittel für Gründer und Unternehmen gibt es bei der KfW. Lokale oder Landesförderungen beispielsweise für schnelles Internet, E-Tankstellen oder Ähnliches fragen Sie jeweils vor Ort nach.

5. Alternativen zum Büro

Besonders für Gründer und Freiberufler bieten sich zum klassischen Büro verschiedene Alternativen. Das Homeoffice hat sich inzwischen etabliert. Wer nicht zu Hause arbeiten kann oder will, dem bieten sich weitere Chancen: Mobile Work und Coworking senken für Freiberufler die Miete und Nebenkosten. So sind Coworking-Spaces im Kommen: man mietet sich für einen oder mehrere Tage im Monat einen Schreibtisch in einem Büro mit anderen – oft werden Coworking-Spaces auch von der Stadt betrieben und die Mieten sind relativ gering. Auch das Büro auf Zeit, bei dem man vollausgestattete Büroräume mietet, liegt im Trend und ist für oft kurzfristig realisierbar.

Foto/Thumbnail: ©Depositphotos.com

Über den Autor

Carolin Fischer

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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