6 Tipps für Frauen im Arbeitsleben
Karriere

6 Tipps für Frauen im Arbeitsleben

Julia Renn, Unternehmerin
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Lange galt: Mädchen und Frauen haben lieb und nett zu sein, sollen nicht laut werden und auffallen; wer brav ist, wird belohnt, wer eigensinnig ist, wird bestraft. Dieser Irrglaube ist noch immer verwurzelt in unserer Gesellschaft und trägt spätestens beim Berufseinstieg faule Früchte. Denn wer seinen Berufsweg selbstbestimmt gestalten möchte, muss sich etwas (zu-)trauen - anbei 6 Tipps, wie Frauen sich im Joballtag behaupten können.

1. Communication is key! So kommunizieren Sie selbstbewusst

Wir kommunizieren im (Berufs-)Alltag immer und überall. Daher vergessen wir manchmal, wie wichtig richtige Kommunikation ist. Wenn Sie Besprechungen führen, nehmen Sie die Gesprächsleitung in die eigene Hand. Geben Sie beispielsweise die Gesprächsrichtung und den zeitlichen und thematischen Rahmen vor. Damit machen Sie deutlich: Ich leite diese Diskussion.

Entschuldigen Sie sich nicht zu häufig. Verschiedene Studien belegen, dass Frauen sich um ein vielfaches mehr entschuldigen als Männer. Eine ehrliche Entschuldigung ist natürlich eine gute Sache; aber nur dann, wenn Sie sich tatsächlich etwas zuschulden haben kommen lassen.

Nutzen Sie weniger Konjunktive und sagen Sie stattdessen klar und deutlich, was Sie denken und sich wünschen. Setzen Sie ruhig (individuelle) Grenzen, wenn Ihnen etwas nicht gefällt. Das wirkt nicht unhöflich, sondern macht einen professionellen und souveränen Eindruck.

2. Ein bisschen Angeben darf sein

Wenn Sie sich anderen Menschen vorstellen und mit Ihnen in Interaktion treten, erzählen Sie durch Ihre Worte und Handlungen eine Geschichte über sich. Diese Geschichte formt das Bild, das andere Menschen von Ihnen haben.

Füllen Sie dieses Narrativ ruhig mit Ihren individuellen Stärken und Leistungen. Es kommt häufig vor, dass Frauen sich und ihre Fähigkeiten unterschätzen. Einige leiden gar unter dem sogenannten „Hochstaplersyndrom“ und glauben nicht, dass sie die Position verdient haben, die sie bekleiden.

Dabei spielt eine gute Selbstvermarktung gerade für Frauen eine wichtige Rolle. Bleiben Sie authentisch, stellen Ihr Licht aber nicht unter den Scheffel. Bilden und kultivieren Sie eine eigene Meinung, zu der Sie auch stehen. Machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie können und was Ihre ambitionierten Ziele sind – und verheimlichen Sie es nicht!

3. Selbstbewusstseinspflege als tägliches Ritual

Um die eigenen Stärken ins rechte Licht zu rücken, braucht es natürlich ein gewisses Selbstbewusstsein. Dieses aufzubauen und auch im Arbeitsstress zu erhalten, ist nicht immer einfach. Dennoch ist es essentiell, denn (fehlende) Souveränität kommunizieren wir permanent auf verbaler und nonverbaler Ebene.

Erinnern Sie sich immer wieder daran, warum Sie dort sind, wo Sie heute stehen, und was Sie noch erreichen möchten. Machen Sie die Pflege Ihres Selbstbewusstseins zur täglichen Routine. Finden Sie Ihr eigenes kleines Ritual, das Ihr Selbstbewusstsein auch in angespannten Situationen stärken kann.

Rufen Sie sich beispielsweise jeden Morgen in Erinnerung, was Ihre Stärken und Erfolge sind, um positiv in den Tag zu starten. Schreiben Sie sich Ihre drei besten Eigenschaften auf einen Zettel, den Sie immer dann hervorziehen können, wenn Sie sich unsicher fühlen; oder lassen Sie sich von Freunden oder Freundinnen einen kleinen Pep-Talk geben, wenn Sie einmal vergessen sollten, was Sie großartig macht.

4. Knüpfen Sie Kontakte

Die Menschen um Sie herum zu kennen, kann Ihren beruflichen Alltag massiv erleichtern. Möglicherweise finden Sie andere Frauen, Kolleginnen oder Mentorinnen, die Sie auf Ihrem Berufsweg begleiten und unterstützen, oder lernen männliche Kollegen und Vorgesetzte kennen, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Netzwerken geht überall; beim Kaffee in der Pause, nach einer Konferenz, in der Kantine … nutzen Sie diese Gelegenheiten, um immer wieder neue Leute kennenzulernen. Dadurch knüpfen Sie nicht nur wertvolle Kontakte, sondern können gleichzeitig ein selbstbewusstes Auftreten üben. Sie werden sehen, je mehr Gespräche Sie führen, desto einfacher wird es Ihnen fallen.

5. Den Sprung ins kalte Wasser wagen: Haben Sie keine Angst, Fehler zu machen

Chancen ergeben sich immer und überall, Frau muss es nur wagen, zuzugreifen. Haben Sie keine Scheu, eine Gelegenheit beim Schopf zu packen, auch wenn die Aufgabe im ersten Moment einschüchternd wirkt. Haben Sie den Mut, Fehler zu machen und daraus zu lernen!

Bleiben Sie beispielsweise beim Teammeeting nicht still aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Das passiert Ihren Kollegen und Kolleginnen auch. Eine kleine inkorrekte Anmerkung ist schnell vergessen; in Erinnerung bleibt jedoch, wenn Sie sich präsent und engagiert zeigen. Agieren Sie, anstatt nur zu reagieren.

6. (Er-)Kennen Sie Ihren eigenen Wert

Verkaufen Sie sich nicht unter Wert. Das bezieht sich sowohl auf Ihr Gehalt, als auch auf Ihre Fähigkeiten und beruflichen Aufgaben. Schreiben Sie keine Protokolle und servieren Sie keinen Kaffee, wenn das eigentlich nicht zu Ihren Aufgaben gehört. Muss es dennoch von irgendjemandem gemacht werden, können Sie beispielsweise Rotationen im Team vorschlagen, die für eine gerechte Arbeitsteilung sorgen.

Delegieren Sie gewisse Aufgaben, um Zeit und Raum zu haben, die eigenen Stärken gezielt einzusetzen. Das hat nichts mit Faulheit oder Egoismus zu tun; damit holen Sie aus sich selbst das Optimale heraus und schaffen auch für Ihr Team einen Mehrwert. Kurz: Seien Sie sich darüber im Klaren, was Sie können, und setzen Sie diese Ressourcen sinnvoll ein.

Letztendlich gilt, und das nicht nur für Frauen: Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung sind maßgeblich für das berufliche Weiterkommen und Wohlbefinden. Seien Sie aber geduldig mit sich: Beruflicher Erfolg kommt nicht über Nacht, genauso wenig wie unerschütterliches Selbstbewusstsein und innere Gelassenheit. Beides verlangt Arbeit und Investition; aber in was sollten Sie investieren, wenn nicht in sich selbst?

Foto/Thumbnail: ©istockphoto/kieferpix

Über den Autor

Julia Renn, Unternehmerin

Julica Renn Julica Renn ist Unternehmerin und führt gemeinsam mit ihren Eltern den Burgunderhof, das erste ökologisch arbeitende Weingut am Bodensee. Seit 2016 ist sie gleichberechtigte Geschäftsführerin des Weingutes, der Distillerie und der Hotelanlage. Nebenbei engagiert sie sich im Vorstand der Daniel-Renn-Stiftung und amtiert als Geschäftsführerin der Zeppelin Universitätsgesellschaft e.V. Außerdem hat sie ein Gin Label ins Leben gerufen: MILE HIGH 69®“ heißt die neue, geschützte Marke. www.milehigh69.com
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