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Maximilian Fenninger: „Viele Unternehmen mussten sich durch Corona neu orientieren”

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Onpulson im Gespräch mit Maximilian Fenninger, Gründer und Geschäftsführer des Online-Shops Maskmedicare, einem Anbieter für berufliche Schutzausrüstung. Der Unternehmer gründete sein Start-up 2020 mitten in der Corona-Pandemie. Einer der größten Herausforderungen war die Bestellabwicklung seines Online-Shops. Maximilian Fenninger rät daher Gründern, die Digitalisierung ernst zu nehmen und Prozesse möglichst schnell zu automatisieren.

Herr Fenninger, Sie sind Gründer und Geschäftsführer der Maxadventures GmbH, die den Online-Shop Maskmedicare betreibt, der spezialisiert auf den Vertrieb von beruflicher Schutzausrüstung ist. Im zweiten Jahr der Pandemie gehört Arbeits-und Infektionsschutz zu unserem Alltag und ist inzwischen auch im Büro überall sichtbar. Worauf müssen Arbeitgeber derzeit für den Schutz Ihrer Mitarbeiter gesetzlich achten?

Maximilian Fenninger

Maximilian Fenninger ist Gründer und Geschäftsführer von Maskmedicare. Der Online-Shop bietet berufliche Schutzausrüstung an.

Eine langwährende Antwort hierauf zu geben ist nicht ganz einfach, da auch heute noch gesetzliche Regelungen sehr schwankend sind, was den Bereich COVID-Pandemie angeht. Aber zum jetzigen Zeitpunkt sind auch Arbeitgeber weiterhin verpflichtet, in ihren Betrieben mindestens zweimal pro Woche für alle in Präsenz arbeitenden Arbeitnehmer Antigen-Schnelltests bzw. Selbsttests anzubieten.

Eine Maskenpflicht ist weiterhin verpflichtend im Umgang mit Kunden und überall dort, wo technischer oder organisatorische Maßnahmen keinen Schutz bieten. Auch muss jeder Betrieb auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung ein betriebliches Hygienekonzept erstellen bzw. vorhandene Konzepte anpassen und jedem Mitarbeiter zugänglich machen! Mit Sicherheit gibt es darüber hinaus noch weitere wichtige Dinge, die beachtet werden müssen, aber ich denke das würde den Rahmen dieses Interviews sprengen.

Welche hygienischen Schutzmaßnahmen empfehlen Sie, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen für Unternehmen hinausgehen?

Generell sollten betriebsbedingte Kontakte eingeschränkt werden und dort, wo Home-Office möglich ist, sollte es auch definitiv von Unternehmen angeboten werden. Auch finde ich es persönlich wichtig einen Beitrag zur Gesundheit der eigenen Mitarbeiter zu leisten – ob mit „Care-Paketen“, die FFP2 Masken, Schnelltests sowie Desinfektionsmittel beinhalten oder auch mit Maßnahmen, die der geistigen und physischen Leistung dienen. Hierfür stehen jedem Unternehmen auch gesetzlich geregelt 600 € pro Jahr für die betriebliche Gesundheitsförderung zur Verfügung.

Viele unserer Leser sitzen in einem Großraumbüro oder teilen sich ein Büro mit einem weiteren Kollegen. Haben Sie spezielle Tipps für den Infektionsschutz für Büros, in welchen mehrere Kollegen arbeiten?

In diesem Bereich kann man selbstverständlich mit Trennwänden arbeiten, sowie ebenfalls in regelmäßigen Abständen das Büro lüften. Wichtig ist hier auch das ordentliche Reinigen und Desinfizieren der Arbeitsplätze von den zuständigen Personen im Reinigungsbereich. Einen speziellen Tipp für Großräumbüros habe ich hier leider nicht, aber wichtig ist es die aktuellen Verordnungen und Empfehlungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu befolgen, sowie das betriebliche Hygienekonzept zu beachten.

Wie hat sich der Umgang innerhalb von Unternehmen im zweiten Jahr verändert? Wie sind hierbei Ihre Beobachtungen?

Ich denke, dass das Thema Corona definitiv ernst genommen wurde und das die Pandemie hier auch vielen Unternehmen gezeigt hat, dass diese sich auch in anderen Bereichen neu orientieren mussten. Hier spreche ich nicht nur von dem hygienischen Bereich, sondern vor allem auch im Bereich Digitalisierung.

Deutschlandweit sieht man ein klares Wachstum in Sachen Digitalisierung und die Erarbeitung von Lösungen für verschiedene Branchen – egal ob für Gemeinden, Städte oder Handwerksbetriebe.


In diesen Bereichen konnte man viele Fortschritte beobachten, welche sich auch in den nächsten Jahren bezahlt machen werden.

Sie betreiben neben Maskmedicare auch noch ein Online-Reisebüro? Wie hat sich die Corona-Krise auf Ihre beiden Geschäftsbereiche ausgewirkt?

Das Reisegeschäft war zu Beginn der Krise natürlich sehr stark eingeschränkt und aus diesem Grund auch kaum möglich. Nun, wo wir bereits auf einem guten Wege in die Normalität sind, gehören Reisen natürlich auch wieder auf die Tagesordnung. Wir digitalisieren auch gerade in diesem Bereich unsere Prozesse und fokussieren uns aktuell wieder darauf in der Region Chiemgau Fuß zu fassen und hier auch national über digitale Wege Kunden zu gewinnen.

Was waren für Sie als Gründer von Maskmedicare die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Einer der größten Herausforderungen, der Pandemie zuschulde, war natürlich im ersten Schritt die Bestellabwicklung hinzubekommen. Hier haben Prozesse zu Beginn gefehlt, die alles sehr viel einfacher gemacht hätten. Als einer der ersten Schritte haben wir uns ein ERP-System zugelegt, worüber wir die ersten Dinge bereits gut managen konnten, aber bei dem natürlich keine Bestellungen automatisiert erfasst werden konnten.

So begannen wir direkt mit unserer Partneragentur einen Online-Shop zu erstellen, welcher uns die Arbeit enorm erleichtert hat. Hier waren zu Beginn Herausforderungen auch wirklich das ERP System perfekt an den Online-Shop anzubinden und das Kauferlebnis für unsere Kunden so einfach wie möglich zu gestalten. Auch hier optimieren wir immer noch täglich.

Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weiter geben?

Abläufe und Prozess gehören so weit wie nur möglich automatisiert – auch schon zu Beginn. Voraussetzung sind hier aber dennoch die ersten Aufträge. Dadurch werden Arbeitsabläufe einfacher und es werden ebenfalls weniger Mitarbeiter für die Abwicklung von Bestellungen benötigt.

Kunden sind das wichtigste Gut des eigenen Unternehmens. Hier sollten Transparenz und Ehrlichkeit die wichtigsten Werte im Umgang mit den Kunden gelten.

Natürlich ist auch die Freundlichkeit von großer Bedeutung, die ich aber bereits als selbstverständlich ansehe. Man sollte sich nicht vor Kunden verstecken, sondern aktiv auf diese zugehen, falls es mal Probleme gibt.

Jede Krise ist auch eine Chance und eröffnet oftmals neue Perspektiven. Gibt es irgendetwas Positives, was Sie der aktuellen Krise abgewinnen können?

Natürlich! Wir als Start-up, welches erst wirklich in 2020 gestartet ist, haben nun mittlerweile ein Team von 12 Mitarbeitern und einen familiären Zusammenhalt. Wir konnten viele Apotheken, Kliniken und Testzentren helfen bei der alltäglichen Abwicklung deren Arbeit und so auch einen großen Beitrag leisten, um die Pandemie/Krise zu bewältigen. Ob mit Atemschutzmasken, medizinischer Schutzbekleidung oder auch Antigen Tests, haben wir meiner Meinung nach einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft geleistet.

Auch wichtig zu erwähnen ist: wir haben Fuß gefasst in einem Markt mit starken Mitbewerbern, in dem wir uns in den nächsten Jahren zu einem der größten Zulieferer Deutschlands für Praxis-, Apotheken- und Laborbedarf entwickeln wollen. Ein sportliches Ziel, aber definitiv machbar mit der Unterstützung meines Teams!

Foto/Thumbnail: ©istockphoto/RomoloTavani

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