Stakeholder: Grundlagen, Strategien und Beispiele
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Stakeholder: Grundlagen, Strategien und Beispiele

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Stakeholder sind die Anspruchs- oder Interessengruppen eines Unternehmens. Hierzu zählen z.B. Kunden, Banken oder staatliche Institutionen. Erfahren Sie, warum ein Unternehmen seine Stakeholder unbedingt kennen sollte, welche Ansprüche es zu berücksichtigen gibt und weshalb das Management der verschiedenen Interessensgruppen so wichtig ist. Ein umfassender FAQ-Bereich beantwortet zudem die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema.

Das Wichtigste auf einen Blick

Was Sie wissen sollten:

  1. Es gibt interne und externe Stakeholder (=Interessens- und Anspruchsgruppen). Sie können einen positiven oder negativen Einfluss auf ein Unternehmen haben.
  2. Stakeholder-Management ist der Prozess der Auseinandersetzung mit den Stakeholdern, um sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse und Erwartungen verstanden und effektiv gemanagt werden.
  3. Erfolgreiches Stakeholder-Management erfordert Kommunikations-, Verhandlungs- und Konfliktlösungsfähigkeiten.
  4. Stakeholder-Management sollte als ein kontinuierlicher Prozess betrachtet werden und nicht als ein einmaliges Ereignis.
  5. Stakeholder-Management verfolgt das Ziel die Performance des Unternehmens zu verbessern, damit Unternehmensziele effizienter erreicht werden können.

Definition und Grundlagen

Als Stakeholder werden alle diejenigen mit einem Begriff zusammengefasst, die mit den Tätigkeiten eines Unternehmens in der Gegenwart oder Zukunft direkt oder indirekt betroffen sind. Es ist der englische Begriff für Interessens- oder auch Anspruchsgruppen. Ihr Anspruch nährt sich in der Regel aus einem bestimmten Interesse am Verlauf eines Projekts, eines Prozesses oder generell auch der Entwicklung eines Unternehmens.

Das Stakeholder Management Konzept

Es handelt sich hierbei um ein Konzept, um Interessengruppen in Unternehmen zu identifizieren und deren Einfluss auf das Unternehmen zu analysieren. Mithilfe von Stakeholder Management sollen Konflikte zwischen den Interessengruppen und dem Unternehmen vermieden oder gelöst werden.

Erfolgsfaktoren beim Stakeholder Management sind:

  1. Eine klare Definition der Stakeholdern
  2. Die Identifikation von Interessen und Bedürfnissen der Stakeholder
  3.  Die Ermittlung der Einflussfaktoren auf das Unternehmen
  4.  Die Entwicklung von Strategien, um mit den Stakeholdern umzugehen
Stakeholder Management

Abbildung 1: Das Konzept des Stakeholder Managements im Überblick. Bildquelle: Onpulson.de

Entsprechende Personengruppen können sowohl unternehmensinterner wie auch -externer Natur sein. Stakeholder können gegebenenfalls ihre eigenen Interessen gegenüber dem Unternehmen, von dessen Handlungen sie betroffen sind, geltend machen.

Die Interessen aller Anspruchsgruppen sind von der Unternehmensführung zu berücksichtigen und gehören im Rahmen der Social Responsibility zu deren Aufgaben. Das Stakeholder-Konzept sieht das Handeln von Unternehmen, ganz im Interesse ihrer Stakeholder vor. Jedoch sind diese gar nicht immer einfach zu vereinen.

Welche Strategien gibt es im Stakeholder Management?

Im Stakeholder Management gibt es verschiedene Strategien, mit denen Unternehmen umgehen können:

  1. Die Ignore-Strategie: Bei dieser Strategie werden die Interessen der Anspruchsgruppen einfach ignoriert. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn kein Interesse besteht, das Projekt zum Erfolg zu führen.
  2. Die Akzeptanz-Strategie: Bei dieser Strategie werden die Interessen der Stakeholder akzeptiert, aber nicht berücksichtigt.
  3. Die Partizipation-Strategie: Bei dieser Strategie werden die Interessen der Stakeholder berücksichtigt und in die Entscheidungsprozesse einbezogen.
  4.  Die Kooperation-Strategie: Bei dieser Strategie werden die Ziele der Anspruchsgruppen kooperativ gelöst.

Die Stakeholder-Theorie

Die Stakeholder-Theorie ist eine Theorie, der zufolge ein Unternehmen die Interessen der Anteilseigner stärker berücksichtigen kann, ohne die Interessen seiner weiteren Stakeholder zu beeinträchtigen. Sie entstand als Antwort auf die Economic Theory of the Firm, und steht im Gegensatz zur Theorie E. Eine der Schwierigkeiten bei der Stakeholder-Theorie liegt darin, den Werten der unterschiedlichen Gruppen von Stakeholdern eine Bedeutungskennziffer beizumessen. Einen Lösungsansatz bietet die Stakeholder-Wertanalyse.

Ansprüche verschiedener Stakeholder

Im Folgenden sind einige Interessensgruppe sowie deren mögliche Interessen und Ziele verdeutlicht:

  • Eigentümer und Management: Wünschen höheren Gewinn oder mehr Umsatz; Einfluss oder Wertsteigerung des eingesetzten Kapitals
  • Mitarbeiter: Wünschen sicheres Einkommen; soziale Sicherheit und eine sinnvolle Arbeit
  • Kunden: Wünschen gute Produkte, sowohl qualitativ wie auch quantitativ, guten Service und/oder günstige Preise
  • Konkurrenz: Wünscht Einhaltung der Regeln auf dem Markt, mögliche Kooperationen

Neben diesen vier Kerngruppen zählen mitunter auch der Staat und die Gesellschaft, die Lieferanten, Fremdkapitalgeber und Anteilseigner (die so genannten Shareholder) dazu.

Direkt betroffen von Wohl und Wehe ihres Unternehmens sind die internen Interessensgruppen, also alle vom Eigentümer oder Top-Management bis hin zu allen weiteren Mitarbeiter. Während Management oder Eigentümer gerne Macht und Wohlstand ausbauen und das eigene Unternehmen zu mehr Prestige und Erfolg führen wollen, sehen die „kleineren“ Interessensgruppe das Ganze mit einem anderen Horizont.

Typische Fehler im Stakeholder-Management

1. Vernachlässigung der Bedürfnisse und Erwartungen

Die Interessensgruppen eines Unternehmens werden vernachlässigt, wenn das Unternehmen seine strategischen und operativen Ziele verfolgt, ohne die dabei die Bedürfnisse und Erwartungen der Stakeholder zu berücksichtigen. Dies kann zu einem Konflikt zwischen dem Unternehmen und seinen Anspruchsgruppen führen, der sich negativ auf das Geschäft auswirken kann.

2. Unzureichende Kommunikation

Zu einer unzureichenden Kommunikation kann es kommen, wenn der Projektleiter mit den Stakeholdern nicht regelmäßig über den aktuellen Stand des Projekts kommuniziert. Dadurch können sich die Stakeholder nicht adäquat auf eventuelle Änderungen einstellen und es kann zu Konflikten kommen.

3. Unvollständige oder fehlerhafte Informationen

Ein Beispiel für schlechte Kommunikation mit den Stakeholdern ist, wenn das Projektteam keine regelmäßigen Updates über den Fortschritt oder die Herausforderungen des Projekts bereitstellt. Dies kann dazu führen, dass Stakeholder sich aus dem Projekt zurückziehen oder ihr Engagement reduzieren.

4. Missachtung der Meinungen und Wünsche

Wenn ein Projektteam die Bedenken und Hinweise der Anspruchsgruppen ignoriert und einfach weitermacht wie geplant, dann missachtet es die Meinungen der Interessensgruppen.

5. Ungeeignete Maßnahmen zur Befriedigung der Stakeholder-Bedürfnisse

Bedeutet, dass das Unternehmen nicht auf die Bedürfnisse und Erwartungen der verschiedenen Interessengruppen reagiert, die an seinem Erfolg beteiligt sind. Dies kann zu Konflikten führen und das Ansehen des Unternehmens beeinträchtigen.

Beispiele

1. Interne Stakeholder

Mitarbeiter eines Unternehmens gelten als interne Interessengruppen. Sie haben ein Interesse daran, dass das Unternehmen Erfolg hat, um ihre Arbeitsplätze zu sichern. Zudem finden sie hier soziale Kontakte und Möglichkeiten, sich und ihre Fähigkeiten optimal zu entfalten. Gleichzeitig sollte das Unternehmen das Ziel verfolgen, die Arbeitsbedingungen an die Wünsche der Mitarbeiter anzupassen.

2. Externe Stakeholder

Als Beispiel für externe Interessensgruppen können Gläubiger, Lieferanten und der Staat genannt werden. Gläubiger verlassen sich darauf, dass ein Schuldner-Unternehmen seinen Verbindlichkeiten nach kommt. Ebenfalls ein Interesse am wirtschaftlichen Fortbestehen eines Unternehmens haben Lieferanten einerseits, die ihre Waren verkaufen möchten und Kunden andererseits, die die Produkte des Unternehmens in Anspruch nehmen möchten. Gleichzeitig sind auch der Staat und die Gesellschaft des Landes, in dem das Unternehmen ansässig ist, Stakeholder, für die in einer bestimmten Form Einsätze auf dem Spiel stehen.

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Foto/Thumbnail: ©istockphoto/Dekdoyjaidee

Über den Autor

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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