Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen in den nächsten Jahren?
Industrie 4.0

Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen in den nächsten Jahren?

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Auf dem Weg in die Industrie 4.0 müssen Unternehmen viele Hindernisse überwinden: Vom Datenschutz und der Cybersicherheit bis hin zum Fachkräftemangel. Auch möchten viele Unternehmen in die digitale Transformation nicht investieren und hinken daher hinterher. Doch langfristig muss man sich dem Wettbewerb stellen. Anbei die wichtigsten Herausforderungen für Sie zusammengefasst.

Industrie 4.0 – was ist das eigentlich?

Industrie 4.0 ist die vierte industrielle Revolution und bezeichnet einen Paradigmenwechsel in der Industrie. Während in der ersten Industriellen Revolution die Dampfmaschine die Produktion revolutionierte, war es in der zweiten die elektrische Maschine. In der dritten Industriellen Revolution wurden die Produktionsprozesse durch computergesteuerte Roboter weiter optimiert.

Industrie 4.0 ist nun die Weiterentwicklung dieser Prozesse durch die Vernetzung von Maschinen, Produkten und Menschen mittels künstlicher Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT). Dies ermöglicht eine vollautomatisierte Produktion, in der Maschinen selbstständig lernen und sich anpassen können. „So kann beispielsweise eine CNC-Maschine bei Verschleiß eines Werkzeuges selbstständig ein neues bestellen oder bei einem Störfall den Hersteller informieren“, erklärt der Geschäftsführer, Bastiaan Klein Herenbrink von Mach 4 Metal B.V., einem weltweit führenden Unternehmen für gebrauchte Metallbearbeitungsmaschinen. „Auch können Kundenbedürfnisse besser vorhergesehen werden, da Daten aus dem gesamten Produktionsprozess verknüpft werden.“

Welche Chancen und Risiken birgt die Industrie 4.0?

Die vierte industrielle Revolution ist in vollem Gange. Unternehmen aller Größen und Branchen müssen sich den Herausforderungen dieser neuen Ära stellen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei birgt die digitale Transformation sowohl Chancen als auch Risiken.

Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen (KMUs) stehen vor einer großen Herausforderung. Oft haben sie nicht die Ressourcen, um in die notwendige Infrastruktur zu investieren oder die richtigen Experten für die digitale Transformation anzuheuern. Dies kann dazu führen, dass KMUs bald vom Wettbewerb überholt werden. Auch das Thema Datenschutz muss grundlegend bei der Einführung der Industrie 4.0. angesprochen werden, denn es werden Unmengen von Daten gesammelt und ausgewertet. Ein erster Ansatzpunkt ist hier die europäische Datenschutzgrundverordnung.

Um erfolgreich in der Industrie 4.0 zu bestehen, müssen Unternehmen einige wesentliche Faktoren berücksichtigen:

  1. Zunächst einmal ist es wichtig, dass Unternehmen ihre Prozesse digitalisieren. Dies kann beispielsweise durch die Einführung von vernetzten Maschinen und Robotern sowie der Nutzung von Big-Data-Technologien erreicht werden.
  2. Unternehmen sollten ihr Wissensmanagement verbessern. Wissensmanagement bedeutet konkret, den Mitarbeitern Fortbildungen anzubieten, die ihr digitales Wissen fördern. Gut ausgebildete Angestellte können längerfristig den Fachkräftemangel reduzieren.
  3. Ebenso ist es relevant, dass Unternehmen die Sicherheit ihrer Systeme erhöhen. Denn in einer vernetzten Welt sind Hackerangriffe leider keine Seltenheit mehr. Daher sollten Unternehmen in die Sicherheit ihrer Infrastruktur investieren und Überwachungs- und Wartungsmaßnahmen durchführen lassen. Auch hier sollten die Mitarbeiter regelmäßig geschult werden, damit sie auf Hackerangriffe vorbereitet sind.
  4. Die Digitalisierung bringt nicht nur neue Technologien mit sich, sondern verändert auch die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten. Um in der neuen digitalen Welt erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihre Geschäftsmodelle anpassen und die richtigen Strategien entwickeln. Diese sollten flexibel sein, denn die digitalisierte Welt ist einem ständigen Wandel unterlegen.

Wie können Unternehmen die digitale Transformation meistern?

Zunächst einmal ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Industrie 4.0 kein Zukunftsszenario mehr ist, sondern bereits Realität. Viele Unternehmen sind zwar noch nicht vollständig digitalisiert, aber die Tendenz ist klar: Die Welt wird immer digitaler. In den nächsten Jahren werden immer mehr Prozesse und Funktionen in Unternehmen automatisiert und vernetzt sein.

Einige konkrete Vorhaben:

  1. Anpassungsfähige Fabriken: Produktionsstraßen werden zukünftig in Modulen aufgebaut sein. Dadurch können individuelle Produkte schnell und effizient auch in kleiner Stückzahl hergestellt werden.
  2. Vermarktung von Big Data: Auch dies spielt eine wichtige Rolle, da Datenströme intelligent ausgewertet werden und sich dementsprechend passgenauere Angebote für die Kunden entwickeln lassen.
  3. Optimierte Logistik: Mit einer digitalen Vernetzung kann ein optimaler Warenfluss garantiert werden, denn Algorithmen berechnen ideale Lieferwege und Maschinen melden selbstständig, wenn sie neues Material benötigen.
  4. Augmented Reality: Mit Hilfe von Augmented Reality in einer Datenbrille oder auf dem mobilen Endgerät erhält man Informationen zu einer Maschine und eventuelle defekte Teile werden angezeigt, die es zu beheben gilt.

Fazit

Die Einführung von Industrie 4.0 wird für Unternehmen eine Reihe neuer Herausforderungen mit sich bringen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen werden mit den Kosten für die Umstellung auf die neue Technologie zu kämpfen haben. Deswegen schieben viele Unternehmen das Thema Digitalisierung vor sich her. Doch die Konkurrenz schläft nicht und somit müssen KMUs das Thema zeitnah angehen. Ein wichtiger Bestandteil ist hierbei auch die Mitarbeiterschulung, denn die Arbeitsplätze der Zukunft werden sich durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge verändern. Problematisch ist bei der Realisierung der Industrie 4.0. allerdings die Sicherheit der neuen Systeme, da sich die Angriffsvektoren durch die Vernetzung der Geräte vervielfachen werden.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/B4LLS

Über den Autor

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Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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