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Wie Sie Ihr Team perfekt auf das neue Jahr einstimmen
Teamerfolg zum Jahresstart

Wie Sie Ihr Team perfekt auf das neue Jahr einstimmen

Porträtfoto von Nele Kreyßig, Leiterin Future Work vom Beratungshaus esentri
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Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Oftmals arbeiten Teams in den letzten Monaten unter Hochdruck, weil noch so viel zu erledigen ist. Zeit, gemeinsame Teilerfolge zu feiern, bleibt selten. Darum ist es manchmal zielführender, das Team erst im neuen Jahr auf die anstehenden Aufgaben einzustimmen. Doch wie gelingt das in einer Welt, die aufgrund von globalen Krisen, Inflation, Klimawandel und hohen Energiepreisen zunehmend instabiler wirkt - anbei ein Lösungsansatz.

Von VUCA zu BANI

Der Begriff „VUCA-Welt“ beschrieb lange Zeit die Herausforderungen für Unternehmen, sich in einer ständig verändernden, zunehmend vernetzten und digitalen Welt zurechtzufinden. VUCA steht für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität/ Mehrdeutigkeit. Seit der unvorhersehbaren globalen Corona-Pandemie ist aber selbst diese Beschreibung unzureichend. Der amerikanische Anthropologe Jamais Cascio entwickelte ein neues Akronym, das die Welt durch die Brille nach der Pandemie zu erklären versucht: Die BANI-Welt.

Brittle = brüchig:
Organisationen und Strukturen sind jederzeit anfällig für Brüche, vieles wird fragiler. Unternehmen, Prozesse und strukturen, die auf einem veralteten Fundament stehen, können über Nacht zusammenbrechen.

Anxious = ängstlich:
Unvorhersehbares macht uns Angst. Geopolitische Krisen können sich schnell auf viele Bereiche der Welt ausweiten, weil die globale Wirtschaft so stark miteinander verwoben ist, wie noch nie. Für manche kann es sich so anfühlen am Rande eines Abgrunds zu stehen – was eine kontinuierliche Unruhe erzeugt. Und diese Unruhe wird zum Normalzustand.

Nonlinear = nicht-linear:
Es scheint, als würde unsere Welt zunehmend komplexer werden. Viele Ereignisse erscheinen dabei unzusammenhängend und unverhältnismäßig. Es gibt keine eindeutigen oder standardisierten Strukturen und Zusammenhänge mehr. Somit ist es auch schwieriger, linear strukturierte Organisationen aufzubauen. Eine detaillierte, langfristige Planung ist oftmals nicht mehr zielführend. Beweglichkeit ist eine neue Kernkompetenz geworden.

Incomprehensible = unverständlich:
Veränderungen passieren so schnell, dass es uns zunehmend schwieriger erscheint, deren Ursachen zu verstehen. Wir finden zwar Antworten, können sie aber oftmals nicht nachvollziehen. Wir müssen uns klar werden, dass wir nicht alles unter Kontrolle haben.

Die Menschen in den Vordergrund rücken

In der BANI-Welt fällt es schwer, die Orientierung und die Selbstsicherheit zu behalten. Aus Unternehmenssicht ist es darum umso wichtiger, die Menschen mit ihren Sorgen, Bedürfnissen, Wünschen und Erwartungen in den Fokus zu rücken. Wenn die Menschen im Zentrum des wirtschaftlichen Handelns stehen und sich sicher und wertgeschätzt fühlen, können sie motivierter und eigenverantwortlich an ihren Themen arbeiten. Das Streben nach einer Kultur der Zusammenarbeit, der Selbstorganisation, der Kommunikation, Empathie und Transparenz ist ein wichtiger Schritt, um in der Welt von heute bestehen zu können.

Gestern. Heute. Morgen.

Durch die zunehmende Nicht-Linearität sind statische, langfristige Pläne eine Belastung für die Menschen – und schließlich auch die gesamte Organisation. Hilfreicher ist, den Mitarbeitenden Sicherheit zu geben und mit Ihnen auf eine gemeinsame Vision hinzuarbeiten. Wer auf das Empfinden der Menschen eingeht, kann mit mehr Engagement und Teilhabe in der Gestaltung des neuen Jahres rechnen. Dafür ist eine einfache Methode besonders hilfreich. Das Meeting zum Jahresbeginn benötigt nur drei Agenda-Punkte:

1. Die Retrospektive: Was war?
2. Die Zustandsanalyse: Was ist?
3. Die Vision: Was wird sein?

1: Die Retrospektive: Was war?

In der Retrospektive geben wir allen Beteiligten die Möglichkeit, den Blick in den Rückspiegel zu werfen: Welche Momente haben wir in positiver Erinnerung? In welchen Situationen sind wir gemeinsam gewachsen? Wann waren wir mutig? Was hat uns Angst gemacht? Wie sind wir im Team damit umgegangen? Was ist schiefgelaufen und was haben wir daraus gelernt? Welchen Beitrag haben wir in der Organisation mit unserem Wirken geleistet? Was wurde durch uns möglich? Was wäre gewesen, wenn wir nicht da gewesen wären? Welchen Beitrag haben wir mit unserem Wirken in der Gesellschaft ermöglicht (Blick auf das ganze Unternehmen)?

Menschen die Möglichkeit zu geben gemeinsam in die Vergangenheit zu schauen, löst Lerneffekte aus. Die gegenseitige Würdigung großer und kleiner Erfolge, führt allen noch einmal vor Augen, was das Team schon alles geleistet hat. Das erdet die Beteiligten, schweißt zusammen und stärkt das Sicherheitsgefühl im Team – in der BANI-Welt ein unschätzbarer Wert!

2: Die Zustandsanalyse: Was ist?

Wenn jede Person im Team die Retrospektive durchgeführt hat, beginnt der nächste Agenda-Punkt. Der Fokus auf die Frage „Was ist?“ hilft uns, zu verstehen, wie es den Menschen und dem Team im Moment geht: Beschäftigt sie etwas? Wie fühlen sie sich jetzt gerade – am Ende des Jahres oder am Anfang des neuen Jahres? Welche Emotionen, Wünsche, Bedenken oder Sorgen haben sie?

Auf die Gefühlswelten der Mitarbeitenden einzugehen ist enorm wichtig, denn: Es ist ein Irrglaube, zu denken, dass wir im Job all unsere privaten Themen ablegen und wie Roboter unsere Arbeit ausführen. Wir alle sind hauptberuflich Mensch! Durch die explizite Frage nach dem Empfinden der Menschen, erfahren wir als Führungskraft viel mehr über die Teammitglieder. Und natürlich kann jede Person selbst entscheiden, ob und wie weit sie sich öffnen möchte.

3: Die Vision: Was wird sein?

Im dritten Agenda-Punkt geht es um die nahe Zukunft, des neue Jahr: Welche Team-Momente wollen wir schaffen? Welchen Beitrag wollen wir in der Organisation leisten? Welche Herausforderungen erwarten wir? Was wollen wir anders als im Vorjahr machen? Wovon möchten wir mehr machen – wovon weniger? Welches Gefühl oder welche Emotion möchten wir im neuen Jahr als Team untereinander hervorrufen?

Mit dem Blick in die Zukunft können wir uns fokussieren und gemeinsam beschließen, was das Jahr bringen soll. Dieser Schritt kreiert eine gewisse Aufbruchstimmung unter den Beteiligten. Am Ede des Meetings steht kein starrer Plan und auch nicht unbedingt konkrete Aufgaben. Aber es gibt allen Menschen ein Gefühl des Zusammenhalts und die Gewissheit, gemeinsam viel erreichen zu können. Wer mit diesen positiven Emotionen das neue Jahr beginnt, hat viel Energie ist für fast jede Aufgabe gewappnet – selbst, wenn sie unvorhersehbar und komplex ist.

Bildnachweis: ©Depositphotos.com

Über den Autor

Porträtfoto von Nele Kreyßig, Leiterin Future Work vom Beratungshaus esentri

Nele Kreyßig Nele Kreyßig leitet den Geschäftskreis „Future Work“ bei der esentri AG – einem Beratungshaus, das den digitalen und kulturellen Wandel mit nachhaltiger Geschäftsentwicklung verbindet. Die esentri AG arbeitet in selbstorganisierten Teams. Für ihr gelebtes New-Work-Konzept holte das Unternehmen den 2. Platz des Modern Work Awards 2022. www.esentri.com
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