Mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen
Verschiedene Förderungen

Mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen

Porträtfoto vonPorträtfoto vonPorträtfoto von Carolin Fischer, Content-Managerin und Redakteurin für onpulson.de, einem Fachportal für Unternehmer und Führungskräfte aus dem Mittelstand
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Um Unternehmen dabei zu unterstützen, nachhaltige Vorhaben effizient umzusetzen, gibt es unterschiedliche staatliche Förderprogramme. Inzwischen haben eine Vielzahl an Unternehmen mindestens die ersten Schritte unternommen, um nachhaltige Strukturen, Prozesse, Abläufe und auch Technologien zu integrieren - anbei ein Überblick über unterschiedliche Förderungen.

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ gehört zum alltäglichen Sprachgebrauch und wird fast schon inflationär genutzt; in jedem Fall wird rund um das Thema viel diskutiert. Was auch daran liegen mag, dass eine nachhaltige Lebens- und Arbeitsweise in vielen Bereichen noch ausbaufähig ist. Um gesetzte Klimaziele zu erreichen, braucht es ein gesellschaftliches Umdenken oder viel mehr – ein ganzheitlicher Ansatz. Alleine das Bewusstsein darüber, dass der Klimawandel bereits stattfindet, reicht nicht aus, um eben diesen zu stoppen. Vielmehr geht es darum zu handeln.

Folgende Fragen gilt es zu stellen: Wie entwickeln sich die Energiepreise? Welche Energiequellen stehen uns zukünftig zur Verfügung? Wie gehen Unternehmen mit dem Verbrenner-Verbot um – gibt es bereits einen Plan B? Hiermit sollten sich Unternehmen vor allem beschäftigen und sich strategisch so ausrichten, dass Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle spielt.

Wir möchten Ihnen in diesem Beitrag verschiedene Förderungen vorstellen und Ihnen somit eine Idee davon geben, welche Veränderungen und Maßnahmen finanziell bezuschusst werden, um den Unternehmensalltag langfristig nachhaltiger zu gestalten.

Nachhaltigkeit im Unternehmenskontext

Welche Maßnahmen gibt es überhaupt, um ein Unternehmen nachhaltig auszurichten? Nachhaltigkeit umfasst so viele Themen und Bereiche, sodass es vorerst wichtig ist, als Unternehmen herauszufiltern, an welchen Stellen der Nachhaltigkeitsgedanke ansetzen darf. Vom papierlosen Büro über E-Bike-Leasing bis hin zu einer Ladeinfrastruktur, die das Laden direkt auf dem Betriebsgelände ermöglicht oder die komplette Umstellung auf E-Fahrzeuge – je nach Unternehmensgröße, Anforderungen und dem jeweiligen Status quo lassen sich verschiedene Ansätze herausarbeiten.

Vorteile einer nachhaltigen Unternehmensstrategie

Eine nachhaltige Unternehmensstrategie klingt nach einer Strategie eines modernen Unternehmens. Doch Unternehmer schrecken oft vor der Umsetzung zurück. Zurecht? Fest steht, dass eine Neuausrichtung auch Veränderung bedeutet und Veränderungen erfordern per se Mut, Engagement und kreative Ideen. Der Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen ermöglicht jedoch zudem Wachstum und oft ergeben sich durch die Neugestaltung bessere Lösungen, die Altbewährtes plötzlich in den Schatten stellen.

Als Unternehmen nachhaltige Maßnahmen integrieren – die Vorteile im Überblick:

  • Positionierung: Mit einer nachhaltigen Ausrichtung können sich Unternehmen von Mitbewerbern abheben und in der Region als zukunftsorientiertes Unternehmen wahrgenommen werden. Entscheidet sich ein Unternehmen für umweltbewusste Maßnahmen und macht diese zudem sichtbar, kann außerdem das Image verbessert werden. Auch neue Kunden oder eine ganz andere Zielgruppe kann durch die Umgestaltung resultieren.
  • Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wünschen sich einen modernen Arbeitgeber, der die Interessen der Belegschaft sieht. Ist das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Unternehmenskultur fest verankert, wird von einem Unternehmen ausgegangen, dass zukunftsorientiert handelt und Wachstum als Chance wahrnimmt.
  • Zukunftsfähigkeit: Wie bereits erwähnt, ist die Integration von nachhaltigen Prozessen, Abläufen und Technologien wesentlich, um zukünftigen Aufgaben sowie Problemen erfolgreich entgegenzutreten.
  • Kosteneinsparungen: Eine effiziente Ressourcennutzung und die Senkung des Energieverbrauchs zum Beispiel sind Maßnahmen, die langfristig Kosten senken. Ein Blick durch die Nachhaltigkeitsbrille sorgt dafür, dass effizienter und bewusster mit vorhandenen Mitteln umgegangen wird.
  • Kundenanforderungen: Die Ansprüche der Kunden verändern sich und nachhaltige Produkte sind immer gefragter – so auch Unternehmen, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Viele Kunden suchen gezielt nach Firmen, die nachhaltig handeln.

Förderungen für Unternehmen

Für die Umsetzung festgelegter Nachhaltigkeitsmaßnahmen bedarf es oft umfangreicher Investitionen. Um einen Anreiz zu schaffen, werden staatliche Förderungen von Bund, Bundesländern und Kommunen angeboten. Doch weil es tatsächliche sehr viele davon gibt, wissen die meisten Unternehmen nur von den bekanntesten Förderprogrammen. Auch die Beantragung einer geeigneten Förderung stellt für viele eine Herausforderung dar. Doch der Prozess lohnt sich in jedem Fall.

In diesen Bereichen ist eine Förderung grundsätzlich möglich:

  • Energieeffizienzprojekte
  • Erwerb und Nutzung erneuerbarer Energien
  • Elektromobilität und die Ladeinfrastruktur auf dem Betriebsgelände
  • Umweltschutzprojekte
  • Forschungsprojekte, in denen unter anderem klimafreundliche Technologien entwickelt werden
  • Eine nachhaltige Produktion und Produktentwicklung
  • Klimafreundliche Logistik

Es gibt zudem nicht nur Förderungen, sondern auch Kredite, mit denen Projekte realisiert werden können. Wir konzentrieren uns allerdings im Folgenden ausschließlich auf Förderprogramme.

Verschiedene Programme

Nachhaltige Projekte – diese Förderungen können Sie unter anderem nutzen:

  • Förderung für den Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur: Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) unterstützt Unternehmen beim Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur für Pkw und Lkw. Das Förderprogramm ist vor allem für Logistikunternehmen, Pflegedienste, Paketdienste oder Carsharing-Anbieter interessant. Gestartet ist es 2023. Der BMDV fördert mit dem Programm Unternehmen, die eine nicht öffentliche Ladeinfrastruktur mit einer Ladeleistung von mindestens 50 KW aufbauen. Bezuschusst werden hierbei die Investitionsausgaben, die Kosten für die technische Ausrüstung sowie Ausgaben für Netzanschluss und die Installationskosten elektrischer Leitungen, Anschlüsse inklusive Tiefbauarbeiten. Das Gesamtfördervolumen von 400 Millionen Euro wurde für 2023 bereits fast ausgeschöpft, doch im nächsten Jahr soll für das Förderprogramm eine noch höhere Summe zur Verfügung stehen. Ein wichtiger Hinweis für die Jahresplanung 2024.
  • Förderung Photovoltaikanlage: Die Solarstromproduktion ist sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen sinnvoll, da die Abhängigkeit vom Energiemarkt und fossiler Energie verringert wird. Kosten lassen sich reduzieren, die Planungssicherheit erhöhen und die produzierten CO2-Emissionen werden weniger. Unternehmen, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert haben, profitieren von der staatlichen Förderung bei der Netzeinspeisung. Wurde die Anlage bis Ende 2024 eingerichtet, erhalten diese zwischen 11 und 40 kW eine Vergütung von 7,5 Cent pro Kilowattstunde; 6,2 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde werden an Anlagen zwischen 41 und 100 kW ausgezahlt. Bei Anlagen mit über 100 kWp ist eine Direktvermarktung des Solarstroms verpflichtend. Bei dem Bau einer Photovoltaikanlage und der Installation können im Übrigen günstige Kredite genutzt werden. Vor allem die KfW-Bank, die Umweltbank oder die Ethikbank bieten Kredite zu guten Konditionen und Bedingungen.
  • Das Umweltinnovationsprogramm: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) bietet ein Förderprogramm an, das gewerbliche Unternehmen bezuschusst, die den Stand der Technik weiterentwickeln oder aufzeigen, welche Techniken zu einer Umweltbelastung führen können. Die bisher geförderten Projekte legen dar, wie umweltschonende Verfahren ökologisch und ökonomisch erfolgreich sein können. Von den entwickelten Verfahren profitiert das Unternehmen selber, aber auch die Wirtschaft und Umwelt sowie Mitbewerber, die so einen Impuls erhalten, Technologien zu überdenken.
  • Förderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft: Das zentrale Förderprogramm hat das Ziel, die Energie- und Ressourceneffizienz zu steigern und die Nutzung der Prozesswärme aus erneuerbarer Energie in Industrie und Gewerbe auszubauen. Die Energieeffizienz kann durch Unternehmen in unterschiedlicher Weise verbessert werden. Energieaudits können Verbesserungspotenziale identifizieren und Möglichkeiten sichtbar machen, beispielsweise können hocheffiziente Technologien und Anlagen eingesetzt werden sowie die Prozess- und Organisationsstrukturen entsprechend optimiert werden, um mehr Energieeffizienz zu erreichen. Unternehmen können hierfür Zuschüsse sowie Kredite in Anspruch nehmen und auch bei der Planung und Konzepterstellung gibt es bei Bedarf Unterstützung.

Gut zu wissen: Oft wird im Zuge von Förderungen in puncto Nachhaltigkeit der BAFA-Umweltbonus genannt, doch hier hat sich für Unternehmen in diesem Jahr eine Änderung ergeben. Der BAFA-Umweltbonus, der 2016 eingeführt wurde, um den Absatz von E-Autos zu fördern, wird seit dem 1. September 2023 nur noch an Privatpersonen ausgezahlt.

Fazit

Nachhaltigkeit zahlt sich für Unternehmen aus – auch wenn der Aufwand sicherlich nicht zu unterschätzen ist. Es ist ein langfristiger Prozess und nicht etwas, was von einem auf den anderen Tag integriert ist. Doch mit einer strategischen Ausrichtung, einem klaren Ziel vor Augen und mit der Unterstützung von Bund, Ländern und Kommunen ergeben sich schlussendlich viele neue Möglichkeiten. Bereits kleine Projekte können einen Mehrwert schaffen – und auch diese werden unterstützt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) beispielweise bietet Förderungen an, die einen ersten wichtigen Schritt Richtung Nachhaltigkeit ermöglichen. Wer sich einmal mit der Thematik beschäftigt, wird schnell merken, dass Unternehmen auf ihrem Weg nicht alleine sind und finanzielle sowie strategische Unterstützung durchaus vorhanden ist.

Bildnachweis: ©Depositphotos.com

Über den Autor

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Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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