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Unternehmen stellen generative KI häufig bereit – Verbote bleiben selten
KI + Digitalisierung

Unternehmen stellen generative KI häufig bereit – Verbote bleiben selten

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Viele Firmen in Informationswirtschaft und Industrie stellen generative KI bereits gezielt bereit. Verbote bleiben selten; zugleich unterscheiden sich Strategien je nach Branche und Unternehmensgröße deutlich.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In der Informationswirtschaft stellen fast 60 Prozent der Unternehmen generative KI gezielt bereit, im Verarbeitenden Gewerbe sind es 30 Prozent
  • Vollständige Verbote sind selten: vier Prozent der Firmen in der Informationswirtschaft und acht Prozent im Verarbeitenden Gewerbe untersagen den Einsatz
  • Viele Unternehmen ohne eigene Bereitstellung erlauben oder tolerieren die Nutzung dennoch, besonders im Verarbeitenden Gewerbe
  • Große Unternehmen ab 100 Beschäftigten fördern generative KI deutlich häufiger institutionell als kleinere Betriebe

Generative KI ist in vielen Unternehmen bereits angekommen

Generative KI-Anwendungen wie ChatGPT, Copilot oder Gemini werden in deutschen Unternehmen zunehmend nicht nur geduldet, sondern aktiv bereitgestellt. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung unter rund 1.500 Unternehmen aus der Informationswirtschaft und dem Verarbeitenden Gewerbe.

Demnach stellen in der Informationswirtschaft derzeit fast 60 Prozent der Unternehmen entsprechende Anwendungen gezielt für ihre Beschäftigten zur Verfügung. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil bei 30 Prozent. Damit zeigt sich ein deutlicher Branchenunterschied: Während digitale Werkzeuge in der Informationswirtschaft bereits stärker in Arbeitsprozesse integriert werden, gehen Industrieunternehmen insgesamt zurückhaltender vor.

Gleichzeitig sind klare Verbote die Ausnahme. Nur vier Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft untersagen generative KI vollständig. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil mit acht Prozent zwar etwas höher, bleibt aber ebenfalls niedrig.

Ko-Studienautor Dr. Daniel Erdsiek aus dem ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ sagt: „In der Informationswirtschaft stellen derzeit fast 60 Prozent der Unternehmen generative KI-Anwendungen für ihre Belegschaft gezielt zur Verfügung und unterstützen damit aktiv die Nutzung der neuen Technologie. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt dieser Anteil bei 30 Prozent“.

Unternehmen wählen unterschiedliche Strategien im Umgang mit KI

Nicht jedes Unternehmen, das generative KI nutzt oder zulässt, stellt eigene Tools bereit. Gerade in dieser Zwischenzone zeigen sich unterschiedliche Governance-Ansätze. In der Informationswirtschaft erlauben 16 Prozent der Unternehmen die Nutzung generativer KI ausdrücklich, ohne selbst entsprechende Anwendungen bereitzustellen. Im Verarbeitenden Gewerbe sind es 23 Prozent.

Noch größer ist der Anteil der Betriebe, die keine klaren Vorgaben formuliert haben, den Einsatz aber grundsätzlich tolerieren. In der Informationswirtschaft trifft dies auf 22 Prozent der Unternehmen zu. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Anteil mit 39 Prozent fast doppelt so hoch.

Für Unternehmen entsteht damit eine neue Ausgangslage: Generative KI kann häufig ohne größere technische Hürden eingesetzt werden, während zugleich Fragen zu Datenschutz, Qualitätssicherung, Verantwortlichkeiten und einheitlichen Nutzungsregeln wichtiger werden. Für Führungskräfte bedeutet das, dass nicht nur die technische Bereitstellung, sondern auch der organisatorische Rahmen über den produktiven Einsatz entscheidet.

Verschiedene Strategien im Umgang mit KI

Verschiedene Strategien im Umgang mit KI

Große Unternehmen stellen KI-Tools deutlich häufiger bereit

Wie aktiv Unternehmen generative KI fördern, hängt auch von ihrer Größe ab. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Betrieben ab 100 Beschäftigten. In dieser Gruppe stellen 87 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft generative KI-Anwendungen gezielt bereit. Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der entsprechende Anteil bei 65 Prozent.

Größere Unternehmen verfügen damit offenbar häufiger über die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen, KI-Anwendungen zentral einzuführen. Zugleich dürfte für sie der Bedarf an einheitlichen Regeln besonders hoch sein, weil mehr Beschäftigte, Abteilungen und Anwendungsfälle koordiniert werden müssen.

Bei der konkreten Bereitstellung setzen Unternehmen laut ZEW insbesondere auf Lizenzen und Pro-Accounts kommerzieller Anbieter. Open-Source-Anwendungen kommen etwas seltener zum Einsatz. Anwendungen, die mit eigenen Unternehmensdaten angereichert wurden, sind derzeit noch vergleichsweise wenig verbreitet; häufiger finden sie sich lediglich in großen Unternehmen der Informationswirtschaft.

Was die Ergebnisse für den Mittelstand bedeuten

Für mittelständische Unternehmen zeigen die Befragungsergebnisse vor allem, dass generative KI längst kein Randthema mehr ist. Auch wenn nicht jedes Unternehmen eigene Anwendungen bereitstellt, ist die Nutzung in vielen Betrieben bereits erlaubt oder zumindest geduldet. Damit wächst der Druck, klare Leitlinien zu schaffen, bevor sich uneinheitliche Praktiken im Arbeitsalltag verfestigen.

Entscheidend ist dabei nicht allein die Frage, ob ein Unternehmen KI-Tools bereitstellt. Ebenso wichtig sind Vorgaben dazu, welche Daten eingegeben werden dürfen, wie Ergebnisse geprüft werden und in welchen Aufgabenbereichen generative KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen kann ein pragmatischer Rahmen helfen, Effizienzpotenziale zu nutzen, ohne Kontroll- und Qualitätsfragen auszublenden.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: hier.

 

Über den Autor

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Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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