Personal

Mitarbeitermotivation

Definition

Unter dem Begriff Mitarbeitermotivation versteht man das Schaffen von Anreizen, das die Mitarbeiter in einem Unternehmen zur Erbringung der persönlichen Bestleistung bewegt.
Es gibt eine Vielzahl von Managementtheorien, die sich mit Motivation befassen wie z.B. die  Hawthorne-Experimente, Abraham Maslows Hierarchie der Bedürfnisse oder die Forschungen von Frederick Herzberg, die sich mit dem Thema Arbeitszufriedenheit auseinander setzen.

Mitarbeiter müssen sich wie Inhaber fühlen

Sollen Ihre Mitarbeiter sich selbst mehr in ihre Arbeit einbringen? Dann müssen Sie dafür sorgen, dass sie sich in ihrer Arbeit besser wiederfinden. Denken Sie immer an das Grundkonzept: Möchten Sie Ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen motivieren, müssen Sie ihnen das Gefühl vermitteln, dass nur sie selbst für ihren Job verantwortlich sind, dass sie Teil einer großen Familie sind und – vor allem – dass sie in gewissem Sinne auch Firmeninhaber sind.

Unternehmerisches Denken ist vor allem deshalb so wichtig, weil Menschen, die einen gewissen Stolz für ihren Besitz empfinden, sich auch besser darum kümmern. Folgende Punkte sollten Sie dabei beachten:

  • Damit sich Mitarbeiter wie ein Firmenchef fühlen und sich entsprechend verhalten, müssen Sie ihnen alles über Ihr Unternehmen erklären: Wie operiert es, wie regelt es seine Finanzen, was macht die Konkurrenz und so weiter. Außerdem müssen Sie Innovation und Risikobereitschaft fördern.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeiter das Unternehmen und die Rolle, die sie darin spielen, bestens kennen – das steigert die Mitarbeitermotivation und erzeugt eine positive Einstellung zur Arbeit und den Kollegen.
  • Florierende Unternehmen haben ihren Erfolg oft der Tatsache zu verdanken, dass die Führungskräfte ihre Mitarbeiter ermutigen, kreativ zu denken und Neues auszuprobieren.

Mitarbeitermotivation durch das Eingehen von Risiken

Risikobereitschaft galt lange als rotes Tuch für Erfolg. Aber die Fähigkeit, kreativ kalkulierbare Risiken einzugehen, ist für jedes Unternehmen ein Gewinn. Für das Management bedeutet dies, dass es den Mitarbeitern das Ausprobieren neuer, erfolgversprechender Arbeitsmethoden ermöglichen sollte, wobei ihnen die nötige Rückendeckung geboten werden muss, wenn sie sich auf solche Risiken einlassen.

Doch warum sind nicht mehr Mitarbeiter bereit, ein gewisses Risiko einzugehen? Wahrscheinlich haben sie die Erfahrung gemacht, dass ihnen im Falle eines Scheiterns drastische Sanktionen oder sogar die Kündigung drohen. Manchmal kommt es sogar vor, dass Mitarbeiter, deren Risikobereitschaft sich als voller Erfolg herausstellte, gleichzeitig mit dem anerkennenden Klaps auf die Schulter auch die Standpauke dafür kriegen, dass sie die Initiative ergriffen haben. Schließlich ist es ein Unding, sich über bewährte Genehmigungsverfahren hinwegzusetzen, und werden denn nicht die Manager gut dafür bezahlt, vertretbare Risiken einzugehen?
Leider vermittelt das Management auch heute noch eine widersprüchliche Botschaft: „Wir erwarten von Ihnen Risikobereitschaft – Sie dürfen nur nicht versagen!“

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Gute Manager wissen, dass die Risikobereitschaft Teil des unternehmerischen Denkens ist. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Mitarbeiter ermutigen, unterstützen und belohnen, wenn sie vernünftige Risiken eingehen. Nur wer wagt, gewinnt. Unternehmen, die sich vor Innovationen scheuen, treten meist auf der Stelle – oder gehen sogar pleite.

Mitarbeitermotivation durch innovatives Denken

Der Erfolg eines Unternehmens und sein Sieg im Kampf ums Überleben hängen meistens davon ab, ob seine Manager wissen, wie sie mit neuen Situationen umgehen können und daran, ob sie den aktuellen Veränderungen manchmal sogar einen Schritt voraus sind. Dies ist mit Sicherheit der Fall, wenn sie den Mitarbeitern ermöglichen, innovativ zu denken, oder besser noch, sie darin bestärken. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter dabei unterstützen müssen, Neues auszuprobieren.

Tipps zur Umsetzung

  • Planen Sie Brainstormingsitzungen mit Ihren Mitarbeitern und bitten Sie dabei um möglichst kreative und innovative Vorschläge.
  • Unterstützen Sie innovative Ideen und helfen Sie bei ihrer Umsetzung.
  • Organisieren Sie eine Schulung über kreatives Denken oder besorgen Sie Bücher zu diesem Thema wie zum Beispiel Denkanstoß (1992) von Roger von Oech.
  • Informieren Sie alle Mitarbeiter über kreative Ideen von Kollegen, im persönlichen Gespräch, durch einen Aushang am Schwarzen Brett oder sonstige firmeninterne Kommunikationsmittel.
  • Setzen Sie Musik ein, um kreative Energie freizusetzen.

Nun denken Sie vielleicht: „Klingt ja durchaus sinnvoll, aber in meiner Abteilung funktioniert das bestimmt nicht.“ Hm, vielleicht haben Sie Recht – andererseits könnten Sie sich aber auch täuschen. Was hindert Ihre Mitarbeiter daran, kreativ zu denken? Was immer ihre Kreativität auch bremsen mag, es ist Ihr Job, es herauszufinden und zu eliminieren. Wie Sie dabei vorgehen, hängt natürlich ganz von Ihrem Arbeitsumfeld ab. Vielleicht können Sie ja die folgenden Methoden ausprobieren:

  • Vertrauen Sie den kreativen Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter.
  • Sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern über mögliche Ängste und beseitigen sie diese.
  • Stellen Sie sicher, dass jeder Mitarbeiter weiß, worauf es beim Brainstorming ankommt – eine freundliche und offene Atmosphäre zu schaffen, die jeden dazu anregt, seinen Ideen freien Lauf zu lassen – egal, wie undurchführbar sie auf den ersten Blick auch scheinen.
  • Bestrafen Sie niemanden dafür, dass er keinen Erfolg mit seiner neuen Methode hatte. Sorgen Sie stattdessen dafür, dass alle aus diesem Fehler lernen.
  • Machen Sie deutlich, dass Sie offene Worte und kreatives Denken schätzen.
  • Gehen Sie niemals davon aus, dass etwas nicht klappen kann, nur weil es bisher noch keiner ausprobiert hat.

Mitabeitermotivation durch Belohnungen

Klären Sie Ihre Mitarbeitern genau darüber auf, mit welchen Belohnungen sie rechnen können, wenn sie gesetzte Leistungsstandards erreichen oder sogar überschreiten und planen Sie ihren Erfolg ein.

Es mag zwar für Ihr Unternehmen finanziell günstiger erscheinen, wenn Mitarbeiter den gesetzten Standards ein kleines Stück hinterher hinken, da so keine Ausgaben für Belohnungen anfallen, doch der kluge Manager weiß, dass der Erfolg seiner Mitarbeiter – auch wenn er zunächst einmal Kosten verursacht – den Erfolg des Unternehmens nach sich zieht.Haben Ihre Mitarbeiter den gesetzten Standard erreicht, müssen Sie sie umgehend dafür belohnen.

Die Rückzahlung eines Kredits können Sie gerne versuchen hinauszuzögern, doch bei Ihren Mitarbeitern ist eine Hinhaltetaktik fehl am Platz! Nur bei einer sofortigen Belohnung erkennen Ihre Mitarbeiter den Zusammenhang zwischen ihrer erbrachten Leistung und der Erfolgsprämie.

Belohnungsmöglichkeiten der Mitarbeiter

Klar, Geld ist die einfachste Möglichkeit, doch das kann ziemlich teuer werden und ist außerdem eine sehr unpersönliche Form der Anerkennung. Was halten Sie denn von folgenden Vorschlägen?

Mehr Befugnisse: Auf diese Weise zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie ihnen zutrauen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Mehr Verantwortung: Sie beweisen hier, genau wie bei der Zuteilung von mehr Befugnissen, dass Sie Ihre Mitarbeiter respektieren, ihnen vertrauen und ihnen die Möglichkeit geben, sich weiterzuentwickeln.

Beförderung: Vermittelt dieselbe Botschaft wie die beiden oben stehenden Punkte und ist in der Regel mit einer Gehaltserhöhung verbunden.

Lob: Sie könnten zum Beispiel ein Memo verfassen, in dem Sie die Leistungen eines bestimmten Mitarbeiters loben. Oder ein Topmanager kommt bei einer Sitzung lobend auf die Arbeit eines Mitarbeiters zu sprechen. Auf diese Weise wird ein Angestellter in seinem Engagement bestärkt und erfährt, dass man seine Leistungen zu schätzen weiß.

Hilfsmittel: Zum Beispiel ein neuer Computer, neue Software, ein Assistent, ein höherer Etat für Bücher und Seminare.

Auszeichnungen: Eine Urkunde, ein Gutschein oder die Anerkennung vor dem gesamten Team.

Öffentlicher Auftritt: Gestatten Sie beispielsweise dem Mitarbeiter, eine Rede auf einer Konferenz zu halten oder bei der nächsten Managementsitzung eine Fallstudie zu präsentieren.

Materielle Belohnungen: Reisen oder Einladungen zum Essen.

Belohnungen müssen etwas Besonderes sein. Jede Form der Anerkennung von Leistungen muss sich deutlich von Notwendigkeiten unterscheiden. Benötigt ein Mitarbeiter zum Beispiel einen neuen Computer oder ein neues Programm, um seine Arbeit erledigen zu können, darf die Anschaffung nicht als Belohnung verkauft werden. Schließlich gehört es zu Ihrem Job, sich um die erforderliche Ausrüstung zu kümmern.

Mitarbeitermotivation durch Erfolgspartizipation

Ist es Ihr Ziel, dass Ihre Mitarbeiter gleichbleibend hoch motiviert sind, sollten Sie alle am Erfolg des Unternehmens beteiligen. Dieses Konzept wird heute noch nicht von allen Managern verstanden, geschweige denn umgesetzt.

In vielen Unternehmen ist es gängige Praxis, Mitarbeiter nach ihrem Alter und nicht nach ihren Leistungen zu bezahlen. Mitarbeiter, die dieselbe Arbeit verrichten, sind aufgrund ihres unterschiedlichen Alters in verschiedene Gehaltsstufen eingeteilt. Sicherlich ist es vernünftig, erfahrenen Mitarbeitern ein höheres Gehalt zu bezahlen, da das Unternehmen in höherem Maße von ihrer Arbeit profitiert als dies auf Berufsanfänger zutreffen mag.

Heutzutage gibt es jedoch kaum noch Tätigkeiten, die sich nicht auf die Arbeit von Kollegen auswirken. Möchten Sie also die Motivation all Ihrer Mitarbeiter steigern, müssen Sie auch alle, die zum Erfolg beigetragen haben, beteiligen. Auf diese Weise spüren Ihre Mitarbeiter am eigenen Geldbeutel, dass sich ihr Einsatz lohnt, und dass ihr Alter oder die Anzahl ihrer Dienstjahre dabei keine Rolle spielen.

Möglichkeiten der Erfolgspartizipation

Sondervergütungen: Tragen ein oder mehrere Mitarbeiter zur Verbesserung eines Produkts, einer Arbeitsmethode oder zur Kostenersparnis bei, sollten Sie diese Leute an den Konsequenzen ihres Engagements beteiligen. Damit beweisen Sie, dass Sie deren Einsatz zu würdigen wissen und ermutigen sie gleichzeitig, sich auch in Zukunft für das Unternehmen zu engagieren. Denkbar sind zum Beispiel eine prozentuale Beteiligung an der Kostenersparnis für das Unternehmen oder ein Fixbetrag.

Gewinnbeteiligung und Prämien: Die Hauptaufgabe von Angestellten ist es nun einmal, Profit für das Unternehmen zu erwirtschaften und für dessen Wachstum zu sorgen. Darum ist es doch nur logisch, die Mitarbeiter am Unternehmensgewinn zu beteiligen. In vielen Unternehmen wird versucht, den Beitrag des Einzelnen zum Unternehmenserfolg zu ermitteln, doch leider basieren diese Auswertungen oft auf falschen Voraussetzungen.

Da der Erfolg jedes einzelnen Mitarbeiters meist davon abhängt, dass andere ihre Aufgaben gleichermaßen gut erledigen, ist es sinnvoller, einen Bonuspool zu bilden und somit zu gewährleisten, dass alle Mitarbeiter von ihrem Engagement profitieren. Denkbar ist zum Beispiel die zusätzliche Zahlung des jeweiligen Wochenverdienstes für Tage, an denen die Mitarbeiter sich besonders eingesetzt und dem Unternehmen deshalb zusätzlichen Profit erwirtschaftet haben.

Neben finanziellen Anreizen stehen aber auch andere Möglichkeiten offen, um Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen. Hier stellen wir Ihnen einige stichwortartig davon vor:

  • Anerkennung und Lob
  • Schulungen, Seminare, Workshops
  • ein zusätzlicher bezahlter Urlaubstag
  • Kugelschreiber mit Gravur
  • eine Reise
  • ein Dankesschreiben
  • Einladung zum Mittagessen beim Vorgesetzten
  • ein Gutschein für Familienbilder beim Fotografen
  • ein Gutschein für ein Mittagessen auf Kosten der Firma
  • ein Gutschein für ein Abendessen auf Kosten der Firma
  • Werbegeschenke wie T-Shirts, Füller, Einkaufstaschen dem Unternehmenslogo
  • eine verlängerte Mittagspause
  • ein Gutschein für einen Wochenendtrip
  • ein Gutschein für eine Massage oder Maniküre
  • ein Abonnement für eine Zeitschrift

Mitarbeitermotivation durch Verantwortlichkeit

Für etwas verantwortlich sein bedeutet, für seine Handlungen und deren Folgen gerade zustehen. Vermutlich können Sie sich bei den meisten Ihrer Mitarbeiter darauf verlassen, dass sie Ihren Anweisungen Folge leisten. Aber das verstehen wir nicht unter Verantwortlichkeit. (Die meisten Mitarbeiter neigen nämlich dazu, den Manager für das Ergebnis ihrer Arbeit verantwortlich zu machen, vor allem dann, wenn sie auf seine Anweisung oder Empfehlung hin gehandelt haben.)

Doch wie können Sie die Verantwortlichkeit Ihrer Mitarbeiter optimal fördern? Ganz einfach: Machen Sie ihnen klar, welche Rolle sie für das Unternehmen spielen. Jeder Manager sollte einmal über folgende Redewendung nachdenken: „Kein Regentropfen fühlt sich für die Flut allein verantwortlich.“ Oder positiv ausgedrückt: „Kein Regentropfen kann sich ein Blumenmeer als persönlichen Verdienst anrechnen.“
Verantwortlichkeit ist weit mehr, als eine Aufgabe zu erledigen. Es bedeutet, für seine Arbeit und ihre Ergebnisse gerade zustehen.

Tipps, wie Mitarbeiter Verantwortung übernehmen

Erstellen eines Anforderungsprofil: Arbeiten Sie mit jedem Mitarbeiter eine für beide Seiten akzeptable Liste von Leistungskriterien aus, möglichst schriftlich. Somit ist geklärt, wofür jeder Mitarbeiter verantwortlich ist.

Durchführen von Leistungskontrollen: Das Anforderungsprofil bildet die Grundlage Ihrer Bewertungskriterien für den einzelnen Mitarbeiter. Sobald Angestellten der Zusammenhang zwischen Anforderung und Bewertung klar ist, stellt sich in den meisten Fällen das entsprechende Verantwortungsbewusstsein von selbst ein. Ganz nach dem Motto, was sich messen lässt, wird auch erledigt.

Entwicklung eines Belohungs- und Bestrafungssystem: Sie müssen die Leistungen Ihrer Mitarbeiter in jedem Fall würdigen, also belohnen. Stellen Sie jedoch fest, dass sie ihren Verpflichtungen nur sehr nachlässig oder zögerlich nachkommen, müssen Sie sie unbedingt zur Rechenschaft ziehen und entsprechend sanktionieren.

Zeigen von Toleranz bei Mittelmäßigkeit: Ihr Führungsstil muss Ihren Überzeugungen und Wertvorstellungen entsprechen. Strengen Sie sich an, und seien Sie ein leuchtendes Vorbild. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern durch Ihre Arbeit, dass Perfektion die einzig wahre Lösung ist. Auf diese Weise machen Sie klar, dass Mittelmäßigkeit nicht akzeptiert wird.

Quelle: Anne Bruce, James S. Pepitone – Mitarbeiter motivieren, ISBN: 3593368218


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