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Talentmanagement: Wie finde ich talentiertes Personal?

1. Neuentdeckung interner Ressourcen und internen Wissens

Ob Produktverbesserungen, die Optimierung von Arbeitsabläufen oder gar die Förderung und Umsetzung von Patenten: Deutsche Unternehmen müssen nach Einschätzung der ADP Employer Services GmbH in den darauffolgenden Jahren systematischer versuchen, das wirkliche Potenzial ihrer Mitarbeiter zu erfassen – und zu heben. „Nicht zuletzt in Anbetracht des Fachkräftemangels müssen Unternehmen diesen Schritt gehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, so der ADP-Chef Andreas Kiefer.. Allerdings muss es Firmen dafür gelingen, Mitarbeiterressourcen besser zu verwalten und einzusetzen. Das Problem: Technisierung und Automatisierung haben im Arbeitsalltag zu völlig neuen Berufsbildern geführt. Vielen Angestellten fehlt die Zeit für neue Ideen und für ein Wissensmanagement. Software kann helfen, die Prozesse abzubilden und wertvolles Wissen einzufangen. Outsourcing und Cloud-Lösungen ermöglichen es verschiedenen Seiten, je nach Zugriffsrecht dezentral auf Informationen zuzugreifen und Daten zu pflegen.

2. Soft Skills bei Arbeitgebern

Jahrelang trainierten Arbeitnehmer Softskills wie Rhetorik oder Auftreten. Jetzt sind Arbeitgeber dran. „Unternehmen haben erkannt, dass Fachkräfte allein mit Gehalt und materiellen Annehmlichkeiten nicht zu halten sind. Einige Konzerne und Mittelständler haben die Wertschätzung im Kleinen bereits gelernt, die den großen Unterschied macht“, sagt Andreas Kiefer. Es gehe um Aufmerksamkeiten wie ein kleines Willkommensgeschenk bei Nachwuchs oder der persönliche Geburtstagsgruß vom Geschäftsführer. Dafür muss jedoch der Informationsfluss einzelner Mitarbeiterdaten so geregelt werden, dass Fach- und Führungskräfte sinnvollen Zugriff haben. „Gerade im Mittelstand befinden sich die Mitarbeiterinformationen in verstaubten Karteikästen oder es fühlt sich keiner zuständig“, erläutert Kiefer.

3. Weitere Flexibilisierung der Arbeitsbereiche

Neue technische Endgeräte wie das iPad, aber auch das in Großstädten immer erfolgreichere Modell für Carsharing lassen erahnen, wie sehr sich Arbeits- und Lebenswelt weiter verändern werden. Klassische Arbeitsmittel werden durch neue Dimensionen der Nutzerfreundlichkeit ein Mittel zum Zweck. Platzhirsche müssen laut ADP aufpassen, dass ihnen Newcomer keine sicher geglaubten Marktanteile abnehmen. Gerade weil Arbeitsort und Arbeitszeit flexibler werden, rücken klassische Instrumente der Mitarbeiterführung in den Fokus. „Leistungsumfang und erwartete Ergebnisse wollen besprochen, fixiert und nachgehalten werden. Passiert dies nicht, sind Spannungen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern programmiert.“

4. Das Unternehmen sind wir

„Unternehmen muss es gelingen, Mitarbeiter trotz der höheren Flexibilität ans Unternehmen zu binden und sinnvolle messbare Leistungen zu verlangen. Dafür müssen Modelle entwickelt werden, die Firmenphilosophie und Individualität der Mitarbeiter gleichermaßen vereinen“, erläutert Kiefer. Unternehmen tun gut daran, mit externen Beratern und Coachs aus den Bereichen Firmenentwicklung oder auch Mitarbeiterbranding zusammenzuarbeiten. „Unternehmen wie Apple zeigen, welches Potenzial in Mitarbeitern schlummert“, sagt Kiefer. Überdurchschnittlich werden jene Unternehmen sein, die eine besonders hohe Mitarbeiteridentifikation erreichen.

5.  Das Unternehmen als Anker

Finanzkrise, Konjunkturkrise, Eurokrise: Mitarbeiter sind durch die aktuellen Entwicklungen auf der Welt und im eigenen Land stark verunsichert. Wirtschaftlich gut gestellte Unternehmen müssen in Zeiten wie diesen Vertrauen vermitteln. „Angestellte sehnen sich nach Kontinuität und Sicherheit“, erklärt Kiefer. Das reicht laut ADP von Mitteilungen der Geschäftsleitung über aktuelle Erfolgsprojekte bis hin zu Modellen, mit denen Firmen die private Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter unterstützen. Aber selbst Bereiche wie Marketing, die vielerorts primär Vertriebsunterstützend betrachtet werden, sollten gezielt eingesetzt werden. Ein gleichbleibend starker Außenauftritt durch Werbung reizt nicht nur Kunden zum Kauf, sondern vermittelt auch den Mitarbeitern ein Gefühl von Sicherheit und Bestand.


1Kommentare

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  1. 1 Kerstin Stengel | 26. Januar 2012

    Liebes onpulson Team – das Thema Talentmanagement hatten wir vor Kurzem auf einer Podiumsdiskussion und es stellt sich heraus, dass sich in der Praxis die Personaler eher auf die Schwächen des Einzelnen, statt auf seine Stärken konzentrieren. Die meisten Mitarbeiter bemerken erst wenn sie das Unternehmen verlassen bzw. die Kündigung einreichen, wie sehr man sie als vielversprechendes Talent geschätzt hat. Die Zusammenfassung der Diskussion habe ich hier, ebenfalls in 6 Punkten, bereitgestellt:
    http://www.skillsoft.de/Aktuell/Talent_in_Bestform/SechsTipps_wie_Sie_Talent_in_Bestform_halten.asp

    Viele Grüsse aus Düsseldorf,

    Kerstin Stengel, MBA
    Senior Marketing Manager
    Mainland Europe & EMEA Channel

    SkillSoft NETg GmbH
    e-Learning Lösungen
    Niederkasseler Lohweg 189
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