Finanzen

Aktie

Definition:

Eine Aktie ist eine Urkunde, die ihrem Eigentümer einen Anteil am Gesamtvermögen einer Aktiengesellschaft (AG) und bestimmte Unternehmensrechte verbrieft. Der Inhaber einer Aktie, der so genannte Aktionär, wird Teilhaber am Aktienkapital und damit Mitinhaber des Gesellschaftsvermögens.

Wer im Besitz einer Aktie ist, übernimmt ein finanzielles Risiko und ist somit unmittelbar am Gewinn oder auch am Verlust einer AG beteiligt.

Als Aktionär verfügen Sie über bestimmte Rechte, welche sich nach der Rechtsordnung des jeweiligen Landes richten und die durch das Aktiengesetz geschützt werden. Bei einem Engagement in Aktien gibt es keine Laufzeitbegrenzung. Sie können Ihre Aktien an jedem Börsentag verkaufen. Die einzige Ausnahme wäre eine Pleite der Aktiengesellschaft, da diese ein unfreiwilliges Ende des Beteiligungsengagements zur Folge haben könnte.

Als Inhaber einer Aktie hat man sowohl kein Recht auf eine feste Verzinsung als auch kein Recht auf eine garantierte Rückzahlung des eingesetzten Kapitals.

Ertragsquellen einer Aktie

Die Aktie bietet dem Anleger die Chance auf 2 verschiedene Ertragsquellen:

  1. Über eine Dividendenausschüttung
  2. Über Kurssteigerungen der Aktie

Bei der Aktienanlage handelt es sich um ein Risikopapier, das weder Dividende noch Kurssteigerungen garantiert. Auf der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft wird einmal pro Jahr über die Gewinnverwendung entschieden. Entweder kommt der Gewinn dem Aktionär in Form einer Dividendenzahlung zugute, oder der Gewinn wird für die Bildung von Rücklagen genutzt. Eine Dividendenausschüttung sollte jedoch nicht allein im Interesse des Anlegers stehen, da somit die liquiden Mittel der Aktiengesellschaft für weitere Investitionen eingeschränkt werden, um langfristig den Wert der Unternehmung zu steigern und zu expandieren.

Unterscheidungsmerkmale von Aktien

An der Börse werden unterschiedliche Arten von Aktien gehandelt, die im Folgenden vorgestellt werden:

1. Stammaktien
Am Häufigsten wird an der Börse mit Stammaktien gehandelt. Eine Stammaktie garantiert neben dem Mitspracherecht auf der Hauptversammlung auch alle anderen Aktionärsrechte des Aktiengesetzes.

2. Vorzugsaktien
Daneben gibt es noch die Vorzugsaktie. Bei dieser Aktienform gibt es zwar kein Stimmrecht, jedoch erhält der Inhaber der Aktie als Gegenleistung entweder eine garantierte oder aber eine höhere Dividende. Diese typisch deutsche Aktienform wird es in naher Zukunft nicht mehr geben, da immer mehr Unternehmen dem amerikanischen Vorbild folgen und nur noch Stammaktien zum Handel anbieten.

3. Namensaktien
Bei einer Namensaktie handelt es sich um eine Aktie, bei der sich der Inhaber namentlich, mit Angabe seiner Adresse, seines Geburtsdatums und der genauen Stückzahl der Aktien, im Aktienregister eintragen muss. Nur auf diese Weise hat er die Möglichkeit seine entsprechende Aktionärsrechte wahrnehmen zu können.

Der Vorteil der Namensaktie liegt darin, dass der Emittent zu jeder Zeit genau weiß, wem seine Aktien gehören.

Nachteile für Emittent und Investoren bei Namensaktien sind die Aufwendungen, die mit der Einrichtung und Aktualisierung des Aktienregisters verbunden sind. Zudem geht man davon aus, dass insbesondere Privatinvestoren, die gerne anonym bleiben wollen, durch Namensaktien vom Kauf abgeschreckt werden.

4. Inhaberaktien
Inhaberaktien lauten nicht auf einen bestimmten Namen, sondern verbriefen dem jeweiligen Inhaber sämtliche Aktionärsrechte. Inhaberaktien haben den großen Vorteil, dass Sie diese formlos kaufen oder verkaufen können.

5. Vinkulierte Namensaktien
Vinkulierte Namensaktien sind eine spezielle Unterform der Namensaktien. Hierbei sind Kauf oder Verkauf nur nach Zustimmung der AG möglich. Der Gesellschaft wird der Überblick über den Aktionärskreis gewährleistet. In der Bundesrepublik ist diese Aktienform äußerst selten.

6. Stückaktien
Stückaktien haben keinen Nennwert. Sie sind dadurch jedoch nicht wertlos, sondern repräsentieren einen prozentualen Anteil am Grundkapital. Im Vergleich zum obigen Beispiel haben Sie dann mit einer Aktie einen Anteil von einem Hunderttausendstel an der AG.

Häufig gestelle Fragen

Was heißt „Die Aktie steigt um X Punkte“?
Wenn eine Aktie von 10 Euro auf 13 Euro gestiegen ist, so ist sie um 3 Punkte gestiegen.

Hat die Bank eine Rückkaufpflicht für meine Aktien?
Eine Haus- oder Online-Bank hat keine Rückkaufpflicht für Aktien ihrer Kunden. Ein Aktionär muss mit dem Verkauf solange warten bis sich ein Käufer gefunden hat. Um das Risiko zu reduzieren auf seinen Aktien sitzen zu bleiben, sollte man am besten mit Blue-Chips handeln. Diese verfügen über einen sehr großes Handelsvolumina wodurch sich eigentlich immer ein Käufer finden lässt.

Welches KGV verwendet man bei der Aktienanalyse?
Da bei der Aktienanalyse die Zukunft relevant ist, ist das zukünftige KGV (PEG) wichtiger als das gegenwärtige.

Wie setzt man beim Aktienkauf einen Stop-Kurs?
Der Stop-Kurs ist eine andere Bezeichnung für eine Verkaufsorder. Er wird dadurch gesetzt, indem eine Verkaufsorder mit dem Betrag zu dem ein Aktienpaket  wieder verkauft werden soll, erteilt wird.

Ist ein beweglicher Stop-Kurs möglich?
Ja, es gibt Broker, bei welchen ein beweglicher Stop-Kurs möglich ist.

Warum wird ein Aktiensplit durchgeführt?
Ein Aktiensplit wird deshalb durchgeführt, weil Aktien dadurch optisch billiger werden und deshalb das Börsenpublikum die Aktien eher kaufen wird.

Wann werden Dividenden ausgezahlt?
Dividenden werden in Deutschland jährlich ausgeschüttet und das meistens kurz nach der Hauptversammlung.

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Wörterbuch Deutsch-Englisch | Übersetzung für Aktie

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Aktie

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