Die bekanntesten Logos der Welt und ihre Bedeutung
Adidas, Apple & Co.

Die bekanntesten Logos der Welt und ihre Bedeutung

Von Kathrin Düring
Am

Einigen Marken kann man sich gar nicht mehr entziehen: beim Blick aufs Handy oder in den Kleiderschrank wie auch beim morgendlichen Kaffee – überall sehen wir ihre Logos. Doch bei aller Selbstverständlichkeit denkt kaum jemand darüber nach, was die Gründer der Marken uns mit ihren Logos eigentlich sagen wollten – eine Analyse.

Die Logoexperten der internationalen Kreativ-Plattform 99designs haben sich die verschiedenen Logos vorgenommen und erklären, was es mit ihnen auf sich hat:

1. Das Adidas Logo

Foto: Adidas AG

Es gibt wohl kaum jemanden, der die charakteristischen drei Streifen nicht kennt. Beim ersten Sportschuh dieser Marke sollten schwarze schmale Lederstreifen zusätzliche Stabilität verleihen. Als der Gründer Adolf Dassler die Schuhe auf dem Sportplatz im Einsatz sah, konnte er selbst auf große Entfernung die drei Streifen erkennen – ein enormer Wiedererkennungswert. Allerdings musste er die Rechte daran erst der finnischen Sportmarke Karhu abkaufen, bevor das Unternehmen aus Herzogenaurach seinen Siegeszug mit den drei Streifen antreten konnte.

Seit der Gründung haben insgesamt 16 Logos die unterschiedlichen Unternehmensbereiche von Adidas geprägt. Je nach Zielgruppe und Sparte wurde der Look entsprechend angepasst. Allen gemein ist allerdings, dass sie mit ihrer Einfachheit überzeugen und im Gedächtnis bleiben.

2. Das Apple Logo

Foto: ©apid/Depositphotos.com

Dass ein angebissener Apfel mal zum Sinnbild eines der wertvollsten Unternehmen der Welt werden würde, hätte vor Steve Jobs wahrscheinlich niemand für möglich gehalten. So kam es dazu: Anfangs war das Logo eine Hommage an Isaac Newton, der durch einen Apfel zu den Gravitationsgesetzen inspiriert wurde. Das frühe Apple-Logo zeigte Newton, den Apfel sowie einen Schriftzug und war viel zu komplex. Am Ende blieb das Obst übrig. Wie es zu dem unverwechselbaren Biss kam, dazu gibt es verschiedene Theorien:

In der Biographie von Steve Jobs heißt es, dass der Designer Rob Janoff zwei Versionen – eine mit und eine ohne Biss – entworfen hatte und Jobs sich nur für den „unvollständigen“ Apfel entschieden habe, da der vollständige zu sehr einer Kirsche ähnelte. Außerdem wird in Betracht gezogen, dass das englische Worte „Bite“ (Biss) die Nähe zu „Byte“ (Maßeinheit der Digitaltechnik und Informatik) herstellen soll. Die Aussparung könnte aber auch darauf zurückzuführen sein, dass es ein besonderer Kniff war, um das Logo an die Drehaussparungen der Booting-Kassetten des Apple II anzupassen oder aber an den Schriftzug in Werbeanzeigen.

3. Das Nike Logo

Foto: ©yelo34/Depositphotos.com

Ursprünglich bekam die damals 28-jährige Grafikstudentin Carolyn Davidson nur 35 US-Dollar für das einzigartige Logo. Und so richtig zufrieden soll der Firmengründer Philip Knight damit auch nicht gewesen sein. Allein der Wille, endlich mit der Marke durchzustarten, habe ihn dazu veranlasst, sich für den „Swoosh“ zu entscheiden.

Dabei ist die Story dahinter sehr schön: Die aus der griechischen Mythologie stammende Namensgeberin Nike ist die Schutzpatronin der Krieger und Herrscher. Dargestellt wird sie stets in fliegender Bewegung sowie mit ihren federnen Schwingen, welche Davidson mit dem besonderen Haken aufgreifen wollte. Zudem bedeutet Swoosh Rauschen – das ist das Geräusch, das bei der Bewegung von Nikes Schwingen entsteht. Carolyn Davidson blieb übrigens nicht auf den 35 Dollar sitzen, sondern wurde, als sich der Erfolg einstellte, mit einem Aktienpaket entlohnt.

4.Das Amazon Logo

Foto: ©wolterke /Depositphotos.com

Selten hat ein Pfeil mehr ausgesagt, als es der Amazon-Pfeil tut: Das Logo verbindet das A mit dem Z, was auf die umfassende Produktpalette des Vollsortimenters hinweisen soll. Zudem steckt in ihm auch der Logistik-Gedanke – alles überallhin liefern zu können –, der für das Unternehmen genauso wichtig ist, wie zufriedene Kunden, die dies bestenfalls mit einem Lächeln quittieren – angelehnt an das Lächeln eines Smileys, an das der gebogene Pfeil erinnert. Last but not Least verweist der Unternehmensname auf den Amazonas, den wasserreichsten Fluss der Welt, und untermauert damit den Führungsanspruch des US-amerikanischen Konzerns.

5. Das Starbucks Logo

Foto: ©teamtime/Depositphotos.com

Gegründet wurde das Label im amerikanischen Seattle, das für seinen Hafen und die dort angesiedelte Industrie bekannt ist. Die Verbundenheit zum Gründungsstandort sollte in dem Logo aufgegriffen werden, sodass man sich für die zweischwänzige Sirene entschied. Entsprechend der griechischen Mythologie handelt es sich bei ihnen um weibliche Mischwesen, die mit ihrem Gesang, ihren nackten Brüsten wie auch mit der obszönen Position ihrer Schwänze Schiffer anlockten, um sie zu töten.

Offenbar ist diese starke Symbolik den Marketing-Verantwortlichen mit den Jahren aber zu viel geworden, sodass sie erst die Brüste mit den Haaren bedeckten, um pünktlich zum Börsengang die Schwanzflossen mit einem Beschnitt des Logos auch noch loszuwerden. Dennoch wollten sie die Nixe in ihren Logos behalten, da sie zwei Vorteile bietet: Sie hebt sich von den klassischerweise braunen Symbolen der Mitbewerber ab und betont die Wertigkeit der Marke. Wer mit einem Starbucks-Becher auf der Straße gesehen wird, der kann sich dieses Getränk leisten und erhöht damit seinen eigenen Rang gegenüber den Mitmenschen.

„Wie die Mythologie kann auch der praktische Unternehmenszweck Inspiration für ein Logo sein und damit einem Unternehmen eine starke Außenwirkung verleihen”, so Kathrin Düring, Managing Director Europe bei 99designs. Sie führt weiter aus: „Unabhängig vom Inhalt sollte man aber immer darauf achten, das Logo möglichst reduziert zu halten. So lässt es sich über verschiedene Medien einfach verbreiten, was für einen nachhaltigen Wiedererkennungswert wichtig ist.”

Foto/Thumbnail: ©Rawpixel/Depositphotos.com

Über den Autor

Kathrin Düring Kathrin Düring ist Managing Director Europe bei der globalen Kreativplattform 99designs. Nach mehrjähriger Erfahrung im Bereich Kundenbetreuung für den E-Commerce war sie seit 2014 für Aufbau und Leitung des europäischen Kunden- und Designer-Support-Teams der Onlineplattform verantwortlich. Im Oktober 2018 übernahm sie schließlich die Leitung des Berliner 99designs-Büros. 99designs.de
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