Innovationsbereitschaft

Deutsche Wirtschaft zögert beim Thema Blockchain

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Unternehmen beklagen fehlende Use Cases und Mangel an Blockchain-Experten. Foto: ©nils.ackermann.gmail.com/Depositphotos.com

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Thema Blockchain unter 1.004 Unternehmen ab 50 Mitarbeitern im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Rund um die Blockchain gibt es weltweit viele Pilotprojekte, die die Möglichkeiten der Technologie erahnen lassen – aber noch wenig Vorzeigbares oder Alltagstaugliches. Wenn wir jetzt die Weichen richtig stellen, kann Deutschland bei der Entwicklung von Blockchain-Lösungen ganz vorne dabei sein“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

In Großunternehmen steht Blockchain auf der Agenda

Die Mehrheit der Unternehmen (60 Prozent) hat sich generell überhaupt noch nicht mit dem Thema beschäftigt. Gerade einmal jedes achte Unternehmen (12 Prozent) sieht sich selbst dem Thema gegenüber aufgeschlossen. Jedes Elfte (9 Prozent) ist kritisch und ablehnend eingestellt. Entsprechend zögerlich sind die Unternehmen auch beim Praxis-Einsatz der Technologie. 9 von 10 Unternehmen (86 Prozent) haben noch nicht einmal darüber nachgedacht, ob und wie Blockchain genutzt werden könnte. Gerade einmal 2 Prozent diskutieren aktuell den Einsatz, 4 Prozent sind in der Planungs- oder Testphase und bei weiteren 2 Prozent laufen bereits Projekte. Bei den Großunternehmen mit 500 und mehr Beschäftigten sieht das Bild etwas anders aus. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) hat sich bereits mit dem Einsatz befasst: Jedes Neunte (11 Prozent) diskutiert darüber, jedes Vierte (26 Prozent) ist in der Planungs- oder Testphase. Und immerhin 17 Prozent geben an, dass bereits Projekte laufen.

Für den Einsatz fehlen Use Cases, Experten und Rechtssicherheit

Die große Mehrheit der Unternehmen verzichtet bislang vollständig auf diese Art von Projekten, weil sie derzeit keinen praktischen Anwendungsfall, so genannte Use- oder Business Cases, sehen (88 Prozent). Ebenso viele geben an, dass es dafür an qualifiziertem Personal fehlt. Jeweils 7 von 10 Unternehmen beklagen rechtliche Unsicherheit (72 Prozent) und fehlende Standardisierung (70 Prozent) rund um Blockchain. Zwei Drittel nennen Anforderungen an den Datenschutz (66 Prozent) und an die IT-Sicherheit (64 Prozent) als Hemmnisse. 6 von 10 sagen, dass die Technologie noch nicht ausgereift sei (59 Prozent), jedes dritte Unternehmen (37 Prozent) hält die Investitionskosten für zu hoch.

Unternehmen sehen Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen

Das größte Potenzial für die Blockchain sehen die Unternehmen beim Einsatz als dezentrale Handelsplattform oder dezentrales Transaktionssystem (70 Prozent). Ein Beispiel dafür sind Kryptowährungen wie Bitcoin. Rund zwei Drittel (63 Prozent) nennen die Möglichkeit, die Aktivitäten aller Partner einer Wertschöpfungskette nachvollziehbar zu gestalten. So lässt sich feststellen, ob das Ersatzteil wirklich vom Original-Hersteller stammt oder das Fleisch in der Kühltheke tatsächlich vom Bio-Rind. Rund jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass mit Blockchain die sichere und transparente Übertragung von Nachweisen über Eigentumsrechte möglich wird (57 Prozent). Damit ließe sich etwa der Kaufvertrag über die Immobilie manipulationssicher auf einer Blockchain speichern, so dass kein Notar mehr erforderlich wäre.

Jene Unternehmen, die Blockchain bereits nutzen, darüber diskutieren oder den Einsatz planen, haben große Erwartungen an die Technologie. Praktisch alle (98 Prozent) gehen davon aus, bestehende Produkte oder Dienstleistungen anpassen zu können. 82 Prozent wollen so gänzlich neue Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und zwei Drittel (66 Prozent) geben an, dass sie dank Blockchain neue Geschäftsmodelle entwickeln können.


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