Gründer von anyhelpnow

„Wir müssen Dienstleistungen einfacher und schneller zugänglich machen“

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Onpulson im Gespräch mit Sascha Schick, Gründer und CEO von anyhelpnow. Im Jahre 2023 gestartet, möchte die Onlineplattform das Amazon der Dienstleistungen werden. Sascha Schick rät anderen Gründern, ihre Komfortzone zu verlassen, um neue Potenziale freizusetzen und sich nicht von der Meinung anderer beirren zu lassen.

Name: Sascha Schick

Geburtsjahr: 1981

Position: Gründer & CEO der AnyHelpNow Services GmbH & Co. KG mit der Onlineplattform anyhelpnow

Weitere Gründungen: Jobbörse für Ärzte

Vita: Sascha Schick verfügt über 20 Jahre Berufserfahrung im Bereich Digitalisierung. In seinen früheren Positionen baute er bereits auf internationalem Parkett leistungsstarke Teams und nachhaltige Geschäftsbeziehungen auf. Als Director Digitalization & IT für die Amcor Group GmbH wurde er zum Top CIO Schweiz benannt, 2020 folgte die Ehrung zum Top CIO of the Decade. Schick trieb die digitalen Prozesse des Unternehmens maßgeblich unter der Prämisse der Effizienzsteigerung voran.

Für den vorherigen Arbeitgeber MODEL AG setzte er als CIO ebenfalls erfolgreich IT-Strategien um und gewann in Hanau den „Supplier of the year“-Award mit Procter & Gamble. In Schicks Gründer-Mindset treffen langjährige IT-Erfahrung, die Fähigkeit, enge Geschäftsbeziehungen zu knüpfen, und das Begreifen von Digitalisierung als Chance aufeinander. Diese Expertisen bilden die Basis für die frisch gegründete anyhelpnow Services GmbH & Co. KG. Zusammen mit seinem hoch motivierten 15-köpfigen Team verfolgt er sein Ziel, zum Amazon der Dienstleistungsbranche in der DACH-Region zu wachsen.

Sascha Schick ist Gründer und CEO des Onlineportals anyhelpnow. Er möchte Dienstleistungen für alle leicht zugänglich machen. Foto: ©anyhelpnow

Lebensmotto: „Richte deinen Fokus auf die Lösung, nicht auf das Problem.“ (Mahatma Gandhi)

Onpulson: Was ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens?

Sascha Schick: In einem Satz: Mit anyhelpnow Dienstleistungen finden, buchen und bezahlen – so einfach machen wie Online-Shopping. Die Plattform wirkt zum einen dem Fachkräftemangel durch größeres Angebot und schnellere Vermittlung von Dienstleistungen entgegen. Zum anderen entwickelt sich ein neuer Markt, in dem auch private Einzelpersonen, sogenannte Helfer, Services anbieten können.

Unternehmen selbst verfügen mit anyhelpnow über ein kostenloses Marketingtool zur Reichweitengenerierung und für mehr Online-Sichtbarkeit. Außerdem verstärkt sich die Kundenbindung und der administrative Aufwand verringert sich immens, da anyhelpnow von der Terminvergabe bis hin zur Rechnungsstellung als helfende Hand agiert.

Unser Geschäftsmodell steht somit auf mehreren Säulen: Sowohl auf den drei Nutzungsebenen für Kunden, Helfer und Profis (Unternehmen), als auch auf dem Bedürfnis des Marktes nach Dienstleistungen und dem Wunsch der Konsumierenden nach einer solchen digitalen Plattform. Der gesamte Prozess der Recherche und der Buchung soll so unkompliziert sein, wie ein Paar Sneaker im Internet zu bestellen. Aus Kundensicht ist insbesondere für die jüngeren Generationen eine digitale Plattform für Dienstleistungen in der Zukunft unabdingbar.

Onpulson: Erst kommt die Vision, dann die Gründung. Wie sind Sie auf Ihre Geschäftsidee gestoßen?

Sascha Schick: Vor oder während der Vision kommt meiner Meinung nach noch etwas sehr Entscheidendes: Die Ausgangslage. In meinem beruflichen Werdegang war ich ungefähr 95 % der Zeit auf Reisen. Erst Corona hat einen Bruch ausgelöst. Um längerfristig bei meiner Familie bleiben zu können, entschied ich mich für die Selbstständigkeit. Erst durch diese Entscheidung konnte ich mich auf die Geschäftsideen in meinen Gedanken einlassen. Eine davon war, einen Marktplatz für Dienstleistungen zu schaffen.

Über das Unternehmen

AnyHelpNow Services GmbH & Co. KG
Friedrichstraße 49
66459 Kirkel – Limbach
Gründungsjahr: 2023
Mitarbeiter: 15 (davon 7 fest angestellt)

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen fiel bei uns zu Hause die Heizung aus. Dadurch war es nicht nur unerträglich kalt bei uns, sondern insbesondere das fehlende warme Wasser hat uns Sorgen bereitet. Über die Feiertage einen Termin mit einem Handwerker finden? Keine Chance! Die Tatsache, dass wir dann tagelang bei meinen Schwiegereltern duschen mussten, hat meine Idee nur bestärkt: Wir müssen Dienstleistungen einfacher und schneller zugänglich machen. Durch diese Erfahrung und die anschließende Marktanalyse mit meinem Team war anyhelpnow geboren.

Onpulson: Neben einer guten Idee spielt auch die Team-Zusammensetzung oft eine entscheidende Rolle. Wie setzt sich das Team bei Ihnen zusammen?

Sascha Schick: Hand in Hand gehen bei uns das Management-Team gemeinsam mit den Team-Members. Schon in meiner beruflichen Vergangenheit durfte ich lernen, was für einen bedeutsamen Unterschied ein vertrautes und professionelles Team macht. Neben mir als Gründer & CEO besteht das Führungsteam noch aus Tim Falck als VP für Finance Controlling & HR, Peter Zorn ab dem 01.12.2023 als VP für Sales & Marketing und Sascha Fehrenz, verantwortlich für Digitalization. Ein VP für IT & AI stößt im Laufe des nächsten Jahres dazu.

Team-Members finden sich in ergänzenden Positionen. Marco Ertelt beispielsweise ist seit Neuestem der Sales Manager und verantwortet unsere Vertriebsaktivitäten. Tim Mohr, unserer Manager für Marketing & Social Media, und der Profi für Customer Service und QS Fatjon Hoxha gehören auch zum Kernteam. Unterstützt werden die verschiedenen Bereiche durch weitere Mitglieder inklusive Praktikanten und Werkstudierende.

Onpulson: Wie differenzieren Sie sich von Ihren Wettbewerbern?

Sascha Schick: Wir sind keine einfache Plattform für Preisvergleiche oder Ähnliches. anyhelpnow wirkt auf mehreren Ebenen und schafft ein neues Kauferlebnis für Dienstleistungen. Während Kunden über unser Angebot selbst vom Sofa aus einen unkomplizierten Zugang zu Dienstleistungen erhalten, die simpel auffindbar und buchbar sind, zeigen sich auch Chancen für Dienstleistungsunternehmen vom Kosmetiksalon bis zum Autohaus.

Sie profitieren von höherer Online-Sichtbarkeit, verbesserten Vertriebsmöglichkeiten sowie Erleichterungen im kompletten Backoffice-Prozess. Noch ein Pluspunkt: Die Registrierung ist kostenlos und Transaktionsgebühren von 7% werden nur bei erfolgreicher Vermittlung erhoben – und selbst diese können Firmen als Werbekosten absetzen.

Außerdem geht anyhelpnow noch einen Schritt weiter. Neben Unternehmen und Kunden gibt es noch die Kategorie der Helfer. Die besteht aus Studierenden, (Früh) Rentner oder Arbeitnehmenden mit Nebenerwerb. Nachhilfe, Beratungen aller Art oder Unterstützung bei Umzügen sind Beispiele für ihre Dienstleistungen. Mit unserem Entertainment-Areal, dem DIY-Bereich und der kommenden Videochat-Funktion heben wir die Art der Hilfeleistung auf ein neues Level. Wer mehr will, bucht den Premiumstatus mit beispielsweise aktuellen Werbebannern auf der Homepage oder passendem Social-Media-Content über unsere Feeds.

Onpulson: Was war Ihre Motivation, Unternehmer zu werden?

Sascha Schick: Meine Motivation hängt immer mit der Idee und Vision zusammen. Je überzeugter ich von dem Modell bin, desto motivierter bin ich. Eine einfache Gleichung. Dazu spornt mich noch der Wunsch an, aus meiner Komfortzone herausauszutreten. Ich bin kein stillstehender Mensch, sondern möchte immer weiterwachsen. anyhelpnow bietet mir hier beides.

Außerdem motiviert mich neben meinem Team immer wieder eine Problemstellung. Das mag erst mal seltsam klingen, doch Unternehmer wollen oft durch ihre Geschäftsidee ein Problem lösen. In unserem Fall: Den bislang begrenzten Zugang zu Dienstleistungen.

Onpulson: Welche unternehmerischen Ziele haben Sie für die nächsten 3 Jahre?

Sascha Schick: Wer daran denkt, eine Dienstleistung zu buchen, dem soll anyhelpnow als darauffolgender Gedanke in den Kopf kommen. Wir wollen die erste Anlaufstelle sein. Ganz aktiv bedeutet das für uns Expansion. Momentan sind bereits über 1.400 registrierte User und davon über 500 Unternehmen Teil der Plattform. Für das nächste Jahr stehen 100.000 registrierte User auf unserer Wunschliste. Passend zu Weihnachten 2024 hoffen wir, dann dieses Geschenk öffnen zu dürfen.

Des Weiteren gehen wir auch geografisch vor. Gegründet und gestartet im Saarland, ist anyhelpnow hier am stärksten verbreitet. Rheinland-Pfalz ist Schritt Nummer zwei und dann folgen die Metropolregionen Frankfurt, München & Co., bis Deutschland völlig erschlossen ist. In den nächsten Schritten folgt dann der DACH-Raum. Unsere Ziele sind ambitioniert, aber nicht zu hoch gesetzt. Wir stecken voller Zuversicht für unsere Idee und meinem Team vertraue ich blind. In drei Jahren können sich alle über anyhelpnow jede Dienstleistung buchen, davon bin ich überzeugt.

Onpulson: Was waren die größten Herausforderungen in der Gründungsphase?

Sascha Schick: Unsere größte Challenge war es, die Frage rund um die Finanzierung zu beantworten. Ich habe viel Eigenkapital investieren müssen, weil Deutschland aktuell nicht den idealen Nährboden für Start-ups mit digitalen Business-Modellen bietet. Es gestaltet sich als ziemlich schwierig, Fördermittel in der ersten Phase zu beschaffen. Mit meiner Familie im Rücken persönlich ins Risiko zu gehen ist die größte Herausforderung überhaupt. Zum Glück konnten wir schließlich durch eine Bankenfinanzierungsrunde 1,5 Millionen Euro für das Projekt sichern, dank der SIKB und der LevoBank aus dem Saarland.

Onpulson: Wie wirkt sich der Ukraine-Krieg oder der Krieg im Nahen Osten auf Ihr Unternehmen aus und wie wollen Sie damit umgehen?

Sascha Schick: Kein einfaches Thema, der Krieg hat viele Menschen in Deutschland verunsichert und etwas zur Zurückhaltung bewegt. Da wir uns aber noch in der Anfangsphase befinden, sind die Auswirkungen nicht so groß wie bei langjährigen und etablierten Unternehmen.

Onpulson: Ein Unternehmen zu gründen und zu expandieren kostet Geld. Wie finanzieren Sie sich?

Sascha Schick: Am Anfang stand, wie gesagt, das Eigeninvest. Mit der Ausarbeitung des Geschäftsmodells, der ausgeklügelten Idee und dem erstellten Businessplan konnten wir aber erfolgreich Banken von unserem Plan überzeugen. So hatten wir dann die erste Finanzierungsrunde abgeschlossen und momentan starten wir eine Seed-Investorenrunde.

Onpulson: Ist für Sie eine Partnerschaft mit Venture-Kapitalgebern eine Option?

Sascha Schick: Absolut! Für die Seed-Investorenrunde haben wir auch VC-Unternehmen im Visier.

Onpulson: Welchen Tipp möchten Sie an andere Gründer gerne weitergeben?

Sascha Schick: Verlasse die Komfortzone und gehe mutig Schritte ins Unbekannte. Das ist der Weg, um Potenzial freizusetzen. Der zweite Tipp lautet: Mach dich nicht zu abhängig von Meinungen anderer. Das Wichtigste ist im Grunde, selbst an die Idee von ganzem Herzen zu glauben und sich sicher zu sein, diesen Weg gehen zu wollen. Viele Hindernisse kommen auf einen zu, sodass Durchhaltevermögen eine der elementarsten Eigenschaften ist. Ein zuverlässiges und erfahrenes Team hilft dabei sehr und ist für mich schon immer eine Voraussetzung gewesen, Ideen voranzubringen und Spaß zu haben.

Onpulson: Ist Ihr Team bereits vollständig oder suchen Sie aktuell noch freie und/oder feste Mitarbeiter?

Sascha Schick: Momentan suchen wir noch nach einem Full-Stack Developer und weitere Verstärkung für unsere Sales-Abteilung. Frisch eingestellt haben wir einen Manager, der uns seit Ende Oktober bei unserer Entfaltung begleitet. Je mehr anyhelpnow wächst, desto größer wächst logischerweise auch das Team. Bis jetzt arbeiten bei uns 15 Personen in verschiedensten Positionen.

Onpulson: Warum sollten Fach- und Führungskräfte sich bei Ihrem Unternehmen bewerben?

Sascha Schick: Als junges Start-up bieten wir nicht nur flache Hierarchien, sondern insbesondere die Chance, bei der Gestaltung und Entwicklung mitzuarbeiten. Dazu gehört auch die Möglichkeit, bei etwas ganz Neuem dabei zu sein und eigene Ideen einzubringen. Wir wollen anyhelpnow miteinander als Team gestalten und die Reise gemeinsam erleben.

Ich bin von unserem Service überzeugt und glaube daran, dass in den nächsten Jahren der Bedarf noch weiter steigt. Zukunftsorientierte Personen sind bei uns an der richtigen Adresse. Gerade erst konnten wir im Rahmen des „1,2,3 Go“-Gründerwettbewerbes, der in Kooperation mit der IHK Saarland und dem BIC Kaiserslautern stattfindet, den ersten Platz gewinnen. Dafür bewertetet ein Expertengremium unseren Businessplan, der letztendlich auch die Jury überzeugte. Dieser Gründer-Award und die Tatsache, dass wir als Plattform in kurzer Zeit ein deutliches Wachstum bemerken, unterstreicht das Bedürfnis nach unserem Angebot.

Onpulson: Stellen Sie sich vor, Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister. Was würden Sie sich für den Wirtschaftsstandort Deutschland von ihm wünschen?

Sascha Schick: Digitalisierung ist in aller Munde, aber es könnte noch weitaus mehr verfolgt werden. Am eigenen Leib habe ich erfahren, wie schwierig es ist, staatliche Förderungsinstitutionen für eine digitale Idee zu begeistern. Auf dem Weg dahin mussten wir viele Hindernisse überwinden. Wenn Deutschland wirklich in Sachen Digitalisierung von den letzten Plätzen im europäischen Vergleich aufrücken möchte, dann müssen sich Entscheider auch bereit zeigen, die Steine aus dem Weg zu räumen, und aktiv Unterstützung leisten. Hier biete ich auch an, mich beratend einzubringen, damit es in der Zukunft Start-ups leichter haben.

Onpulson: Welche Person hat Sie in der Gründungs- und Wachstumsphase besonders unterstützt? Bei wem möchten Sie sich bedanken?

Sascha Schick: Bei meiner Familie, im speziellen bei meiner Frau, die die Entscheidung zur Gründung mitgetragen hat und mich in allem unterstützt. Außerdem möchte ich mich bei meinem Team bedanken. Ohne sie wäre ein solcher Schritt in dieser kurzen Zeit auf diesem Niveau nicht möglich gewesen — vielen Dank für die professionelle Arbeit und das Vertrauen!

Onpulson: Mit welcher Persönlichkeit würden Sie gerne einmal zum Dinner gehen und warum?

Sascha Schick: Jeff Bezos natürlich, um ihm das neue „Amazon der Dienstleistungsbranche“ vorzustellen, damit er investieren kann. Und wer weiß, vielleicht hätte er sogar Lust drauf.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/Miodrag Kitanovic

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