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Viele Unternehmen erleben außergewöhnliche wirtschaftliche Unsicherheit
Studien-Ergebnisse

Viele Unternehmen erleben außergewöhnliche wirtschaftliche Unsicherheit

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Viele Unternehmen in Deutschland blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Entwicklung. Steigende Kosten, Inflation und geopolitische Risiken erschweren Planung, Investitionen und Wachstum.

  • Artikel 4 des EU AI Acts gilt bereits seit Februar 2025
  • Unternehmen müssen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten fördern
  • Feste Schulungsdauern oder Pflichtzertifikate sind nicht vorgeschrieben
  • Fehlende Schulungen können Haftungs- und Datenschutzrisiken erhöhen

Deutsche Unternehmen blicken mit großer Sorge auf die kommenden Monate

Die wirtschaftliche Unsicherheit hat für viele Unternehmen in Deutschland ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht. Eine internationale Umfrage von CRIF Deutschland zeigt, dass 87 Prozent der deutschen Unternehmen Sorgen hinsichtlich ihrer finanziellen Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten haben. Damit liegt Deutschland unter den untersuchten Ländern an der Spitze.

In Irland und Polen liegt der entsprechende Wert jeweils bei 86 Prozent, in Italien bei 75 Prozent und in Großbritannien bei 71 Prozent. Zugleich stimmen 61 Prozent der deutschen Unternehmen der Aussage zu, dass dies die unsicherste Zeit ist, die sie als Unternehmer oder Manager bislang erlebt haben. Deutschland liegt damit über dem internationalen Durchschnitt von 57 Prozent.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich die Belastung nicht auf einzelne Kostenpositionen oder kurzfristige Marktbewegungen beschränkt. Vielmehr entsteht für viele Entscheider ein Umfeld, in dem finanzielle Planung, Investitionsentscheidungen und strategische Weichenstellungen schwieriger werden.

Steigende Kosten sind die größte finanzielle Sorge

Die größte unmittelbare Herausforderung für deutsche Unternehmen bleiben steigende Kosten. Mehr als die Hälfte der Befragten, 54 Prozent, erwartet, dass die eigenen Betriebskosten in den kommenden zwölf Monaten deutlich steigen werden. Damit bleibt Kostendruck ein zentrales Thema für Unternehmensführung, Finanzplanung und operative Steuerung.

Hinzu kommt die Sorge um die Ertragslage. Jedes vierte Unternehmen rechnet mit sinkenden Gewinnen. Ebenfalls 25 Prozent äußern die Sorge, bei der Entwicklung von KI-Anwendungen und neuen technologischen Möglichkeiten ins Hintertreffen zu geraten.

Auch die finanzielle Stabilität rückt stärker in den Fokus. 21 Prozent sehen Risiken bei der Erfüllung laufender Zahlungsverpflichtungen wie Gehältern, Krediten oder Lieferantenrechnungen. Weitere 20 Prozent erwarten Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung eines gesunden Cashflows.

Darüber hinaus rechnen 18 Prozent mit einer generellen Verschlechterung ihrer finanziellen Situation. 17 Prozent sorgen sich um den Zugang zu Finanzierungen und Krediten. Damit wird deutlich, dass Unsicherheit nicht nur auf Absatzmärkte wirkt, sondern auch Liquidität, Finanzierung und Investitionsfähigkeit berührt.

Inflation, Konjunktur und geopolitische Konflikte belasten die Planung

Viele Unternehmen sehen die Ursachen der Unsicherheit vor allem in externen Entwicklungen, die sie selbst kaum steuern können. 48 Prozent der deutschen Unternehmen nennen die anhaltend hohe Inflation zusammen mit steigenden Kosten als größten makroökonomischen und geopolitischen Risikofaktor für die kommenden zwölf Monate.

Deutschland liegt damit deutlich über anderen untersuchten Ländern. In Großbritannien und Polen nennen jeweils 37 Prozent diesen Faktor, in Italien sind es 33 Prozent. Zudem sorgen sich 39 Prozent der deutschen Unternehmen über eine Abschwächung der deutschen Wirtschaft.

Auch die europäische Konjunktur wird kritisch bewertet. 36 Prozent der Unternehmen befürchten negative Auswirkungen durch eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Für viele Betriebe ist damit nicht nur der heimische Markt unsicher, sondern auch das europäische Umfeld, in dem Lieferketten, Kundenbeziehungen und Finanzierung zunehmend verflochten sind.

Geopolitische Risiken gewinnen ebenfalls an Bedeutung. 33 Prozent der deutschen Unternehmen nennen Konflikte und Instabilität im Nahen Osten als potenziellen Belastungsfaktor. Weitere 31 Prozent rechnen mit negativen Auswirkungen durch die angespannten Beziehungen zwischen Europa und den USA, etwa durch neue Handelsbarrieren oder zusätzliche Zölle.

Langfristige Planung wird für viele Betriebe schwieriger

Die wirtschaftlichen und geopolitischen Belastungen wirken sich unmittelbar auf die Planbarkeit aus. Sieben von zehn deutschen Unternehmen geben an, dass die aktuelle globale Lage langfristige Planungen erschwert. Deutschland weist damit den höchsten Wert aller untersuchten Länder auf.

Zum Vergleich: In Großbritannien teilen 60 Prozent der Unternehmen diese Einschätzung, in Italien 55 Prozent, in Irland 52 Prozent und in Polen 57 Prozent. Deutsche Unternehmen nehmen die aktuellen Entwicklungen damit besonders stark als Hindernis für langfristige strategische Entscheidungen wahr.

Auch das Marktumfeld wird zunehmend belastet. 65 Prozent der deutschen Unternehmen sind der Ansicht, dass die aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Lage die Konsumnachfrage reduziert. Zugleich sagen 73 Prozent, dass hohe Kosten und Inflation die Führung eines Unternehmens zunehmend erschweren.

57 Prozent sehen geopolitische Spannungen als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor für ihr Geschäft. In der Summe entsteht daraus eine Lage, die viele Entscheider als außergewöhnlich belastend empfinden. Dass 61 Prozent der deutschen Unternehmen die aktuelle Phase als die unsicherste ihrer bisherigen unternehmerischen Laufbahn beschreiben, verdeutlicht die Tiefe dieser Verunsicherung.

Unternehmen reagieren mit Kostendisziplin und KI-Einsatz

Die Unsicherheit bleibt nicht ohne Folgen für die Unternehmenssteuerung. Viele Betriebe haben bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen und Kosten zu senken. Besonders deutlich zeigt sich dabei die Rolle von Künstlicher Intelligenz.

46 Prozent der deutschen Unternehmen setzen KI inzwischen gezielt zur Kostensenkung ein. Damit nimmt Deutschland im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. In Irland nutzt knapp jedes dritte Unternehmen, 29 Prozent, KI zu diesem Zweck. In Polen liegt der Wert bei 25 Prozent, in Italien bei 22 Prozent und in Großbritannien bei 21 Prozent.

Neben dem KI-Einsatz passen viele Unternehmen ihre strategischen Planungen an. 32 Prozent haben ihre Wachstumspläne überarbeitet. Ebenfalls 32 Prozent haben Neueinstellungen pausiert oder verschoben.

Weitere 30 Prozent konzentrieren sich stärker auf Kosteneffizienz als auf andere Unternehmensaktivitäten. 24 Prozent haben Expansions- oder Investitionspläne angepasst beziehungsweise verschoben. Diese Zahlen zeigen, dass Unternehmen nicht nur kurzfristig auf steigende Kosten reagieren, sondern auch ihre mittelfristige Entwicklung vorsichtiger planen.

Vertrauen in Europas Finanzsystem bleibt, Sorgen um einzelne Anbieter bestehen

Trotz der angespannten Lage bleibt das Vertrauen in die grundsätzliche Stabilität Europas erhalten. 52 Prozent der deutschen Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass Europas Finanzsystem stark genug ist, Unternehmen auch in Zeiten globaler Krisen zu unterstützen.

Gleichzeitig bestehen Zweifel an der Widerstandsfähigkeit einzelner Finanzakteure. 55 Prozent sorgen sich um die finanzielle Stabilität einzelner Banken und Finanzdienstleister. Das zeigt, dass Vertrauen in das System und Sorge um einzelne Marktteilnehmer parallel bestehen können.

Auch der langfristige Blick auf das eigene Unternehmen ist nicht frei von Risiken. 24 Prozent der deutschen Unternehmen stimmen der Aussage zu, dass ihr Unternehmen die kommenden zehn Jahre möglicherweise nicht überstehen wird. Mehr als die Hälfte der Befragten lehnt diese Einschätzung dagegen ab.

KI wird zum Instrument für Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit

Die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz geht über kurzfristige Kostensenkungen hinaus. Unternehmen, die KI bereits nutzen oder deren Einsatz planen, verfolgen damit vor allem betriebswirtschaftliche Ziele. 57 Prozent der deutschen Unternehmen setzen KI ein, um administrative Prozesse effizienter zu gestalten.

Deutschland liegt damit über Großbritannien mit 46 Prozent, Italien mit 44 Prozent, Irland mit 48 Prozent und Polen mit 47 Prozent. Auch bei der Automatisierung operativer Abläufe zählt Deutschland mit 55 Prozent zu den führenden Märkten. Großbritannien und Irland liegen jeweils bei 47 Prozent, Italien und Polen jeweils bei 42 Prozent.

Darüber hinaus sehen 53 Prozent der deutschen Unternehmen KI als wichtigen Faktor zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. In Großbritannien liegt dieser Wert bei 47 Prozent, in Italien bei 37 Prozent. 45 Prozent erwarten Verbesserungen beim Kundenerlebnis, etwa durch intelligentere digitale Interaktionen oder automatisierte Prozesse.

Damit verschiebt sich KI zunehmend vom Innovationsthema hin zu einem strategischen Werkzeug. Unternehmen nutzen die Technologie nicht nur, um neue Anwendungen zu testen, sondern auch, um Kosten, Effizienz, Kundenprozesse und Wettbewerbsposition zu beeinflussen.

Unternehmen fordern Kontrolle und klare Regeln für KI

Mit der zunehmenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz steigen auch die Anforderungen an Kontrolle, Transparenz und Regulierung. 77 Prozent der deutschen Unternehmen sind der Meinung, dass KI-basierte Entscheidungen weiterhin menschlich überprüft werden sollten.

Zugleich erwarten 47 Prozent, dass Künstliche Intelligenz Finanzentscheidungen beschleunigen und individuellere Angebote ermöglichen kann. Die Chancen werden also gesehen, aber nicht losgelöst von Risiken bewertet.

48 Prozent äußern Bedenken hinsichtlich möglicher Fehlentscheidungen. 44 Prozent sehen potenzielle Betrugsrisiken. Lediglich 43 Prozent halten die zuständigen Regulierungsbehörden für ausreichend auf die Überwachung von KI im Finanzsektor vorbereitet.

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Aufgabe: KI muss nicht nur eingeführt, sondern verantwortungsvoll gesteuert werden. Dazu gehören menschliche Kontrolle, nachvollziehbare Entscheidungsprozesse, Risikomanagement und klare Zuständigkeiten.

Was die Ergebnisse für den Mittelstand bedeuten

Für mittelständische Unternehmen zeigen die Ergebnisse, dass wirtschaftliche Unsicherheit inzwischen mehrere Ebenen gleichzeitig betrifft. Kosten, Nachfrage, Finanzierung, geopolitische Risiken und technologische Veränderungen wirken zusammen. Dadurch wird es schwieriger, Investitionen, Personalplanung und Wachstum langfristig zu steuern.

Gerade im Mittelstand ist finanzielle Widerstandsfähigkeit daher entscheidend. Unternehmen müssen Liquidität, Kostenstrukturen und Finanzierungsspielräume eng im Blick behalten, ohne notwendige Zukunftsinvestitionen vollständig auszubremsen. Wer nur reagiert, läuft Gefahr, bei Digitalisierung, KI und Effizienzsteigerung weiter zurückzufallen.

Künstliche Intelligenz kann dabei ein Hebel sein, wenn sie gezielt eingesetzt wird. Besonders in administrativen Prozessen, operativen Abläufen und kundenbezogenen Anwendungen lassen sich Effizienzpotenziale erschließen. Entscheidend ist jedoch, dass KI nicht isoliert eingeführt wird, sondern mit klaren Regeln, menschlicher Kontrolle und messbaren Zielen verbunden ist.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen: hier.

Bildnachweis: istockphoto/Reniw-Imagery

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