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So stellen Sie die Weichen für Ihren eigenen beruflichen Weg
Persönlichkeit macht Karriere

So stellen Sie die Weichen für Ihren eigenen beruflichen Weg

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Um Karriere zu machen, braucht es den Perfect Fit zwischen Persönlichkeit und Position. Der gelingt, wenn Menschen sich gründlicher als je zuvor mit ihren Wünschen, Zielen, Prägungen, den eigenen Bedürfnissen und Talenten auseinandersetzen. Wie funktioniert Karriere heute und welche Anforderungen werden an Manager aktuell gestellt?

Karrieren sind so individuell wie die Menschen, die sie machen. Kein Mensch kann überall brillieren, und keiner würde überall versagen. Headhunter haben dabei die Aufgabe, für eine spezifische Position den bestgeeigneten Brillanten zu finden – oder einen Rohdiamanten, der genau an dieser Stelle zum Brillanten werden kann. Welcher Job das ist, muss jeder selbst herausfinden. So wie jeder Rohdiamant einzigartig ist und einen ganz spezifischen Schliff benötigt, um bestmöglich zu strahlen, ist auch jeder Mensch einzigartig.

Schließlich ist es die ganz individuelle Persönlichkeit, die Karriere macht, deswegen müssen Menschen sich mit ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen.

Das gelingt über Fragen wie:

  • Was fällt Ihnen leicht, was fällt schwer?
  • Welche Talente haben Sie?
  • Was wollen Sie in Ihrem Leben erreichen?
  • Gibt es etwas, was Sie mit sich herum schleppen, das Ihre Entfaltung behindert?
  • Aus welchen Lebenserfahrungen können Sie Kraft ziehen?

Je besser jeder sich kennenlernt, desto besser erkennen wir auch, welche der unendlich vielen unterschiedlichen Karrieren und Positionen da draußen besonders gut zu einem passen. Das führt noch lange nicht zum Traumjob, aber das Leben ist schließlich auch kein Traum, sondern ganz real.

Karriere ist individuell und selten genau planbar

Karriere, das ist heute nicht mehr ein Schneller, Höher, Weiter, bei dem alle um den gleichen Platz auf dem Siegertreppchen konkurrieren. Es geht bei der individuellen Jobsuche und Karriereentwicklung darum, den Perfect Fit zwischen Persönlichkeit und Position herzustellen. Das klappt auch über einen guten Headhunter nicht immer zu 100 Prozent. Aber doch so oft, dass sich sagen lässt: Es geht! Man kann den perfekten Job für seine aktuelle Situation finden. Und wenn „man“ das kann, können Sie das auch. Als Erstes gilt es zu verstehen, dass Karrieren sich heute weder exakt planen lassen, noch passiert der Aufstieg einfach so. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu früheren Zeiten.

Selbst wenn Sie schon von klein auf wussten, dass Sie mal Chef beziehungsweise Chefin werden wollen, können Sie unmöglich vorhersagen, wohin diese Reise führen wird. Sie können sich eine Richtung vornehmen und Ihren jeweils nächsten Schritt planen, aber ob es tatsächlich auch so kommt, hängt bei einer Karriere in der Wirtschaft niemals von einem allein ab. In manchen Lebensläufen sieht es hingegen vielleicht so aus, als sei alles zufällig passiert und von außen gekommen. Aber so viele Zufälle kann es gar nicht geben. Weder bei Beförderungen noch bei Kündigungen wird im Personalbereich einfach gewürfelt, wen es treffen soll. Die eigene Person und Performance spielen bei solchen Entscheidungen immer mit.

Die persönliche Definition von Erfolg und Sinn

Kurzum: Die eine Karriere gibt es nicht. Karrieren sind individuell, vielfältig, einzigartig und selten linear. Das ist zwar keine völlig neue Entwicklung, aber sie findet in einer völlig neuen Dimension statt. Auch früher gab es unterschiedliche Wege, nach oben zu kommen, aber es gab mehr Eckpfeiler und Erfolgsfaktoren: Wenn man diese alle zusammenbringt, dann wird daraus Karriere. Heute ist bereits die Definition von Erfolg etwas sehr individuelles. Selbst da, wo Erfolge objektiv gemessen werden können, können sie sich subjektiv ganz anders anfühlen.

Oft existiert gar kein allgemeiner Maßstab, der zur Messung von Erfolg verwendet werden könnte:

  • Wie lässt sich messen, ob das Abendessen gelungen ist?
  • Ob Sie Ihren Job gut gemacht haben?
  • Die Atmosphäre im Team stimmt?
  • Sie eine gute Führungskraft sind?

Verschiedene Beteiligte können und werden hier jeweils unterschiedliche Auffassungen haben. Viele definieren Erfolg als Zusammenspiel von einem sinnbringenden Beruf, einer harmonischen Familie und einem erfüllten Privatleben. Wie herausfordernd es ist, Familie, Beruf, Soziales, persönliches Wohlbefinden und geistige sowie physische Fitness unter einen Hut zu bekommen, wissen wir alle.

Weil man Karriere nur in den seltensten Fällen planen kann, ist es gefährlich, den beruflichen Erfolg allein an der erreichten Position zu messen. Natürlich kann das auf dem Weg nach oben funktionieren. Die Schattenseite einer solchen Einstellung zeigt sich aber vor allem in der Krise: Wer sich rein über die Position definiert, fällt in ein tiefes Loch, sobald er diese verliert.

Deutlich gesünder ist es, nicht nur nach einer bestimmten Position zu streben, sondern damit auch einen Sinn zu verknüpfen, einen Inhalt, den die Arbeit haben soll. Wenn es um den Sinn der Arbeit geht und wer weiß, dass er auf seiner Position einen guten Job gemacht hat, für den ist nicht alles verloren, falls er seine Rolle aufgeben muss. Zum einen hat er für sich und für andere etwas vorzuweisen – nämlich das, was er im Job geleistet hat. Zum anderen werden Sie so auch wieder neue Positionen finden, in denen Sie gute Arbeit machen können.

Wandel in Wirtschaft und Führung

Und Krisen, Veränderung und Wandel bleiben die Themen der zukünftigen Arbeitswelt. Die Anforderungen an Manager haben sich daher inzwischen so stark gewandelt, dass Karrierewillige künftig andere Kompetenzen entwickeln müssen, um die Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft bewältigen zu können. Dank VUKA wird unsere Welt immer komplexer und unkontrollierbarer – primär ausgelöst von der Digitalisierung. Das führt zum Ruf nach einem neuen Führungstyp.

In den Chefetagen großer Firmen hielt sich hartnäckig der macht- und statusorientierte, meist weiße ältere Mann mit der Attitüde: „Nur ich weiß, wo es langgeht.“ In vielen Fällen wissen sie es allerdings genauso wenig wie andere. Damals fiel es nur nicht so schnell auf wie heute. Wenn das nicht mehr gefragt ist, was dann? Nicht das genaue Gegenteil: Es gibt viele Eigenschaften, die früher ebenso wie heute und morgen eine gute Führungskraft ausmachen. Integrität, Verantwortungsübernahme und ein stabiles Wertesystem haben gute Manager schon immer gebraucht und werden sie auch künftig immer brauchen. In unsicheren Zeiten hat es sich immer bewährt, wenn die Spitze Orientierung bietet.

Anforderungen an Manager

Heute brauchen Aufsteiger zudem mehr denn je die Fähigkeit, Druck und Unsicherheit auszuhalten. Die Leader der Zukunft strahlen daher Ruhe aus, besonders wenn draußen der Sturm tobt. Aber sie wissen eben nicht alles besser. Sie tun auch nicht so. Während früher ein großer Fokus auf natürlicher Autorität, Auftreten und Parkettsicherheit lag, sind heute viel mehr flexible Typen gefragt, die sich an ihr Umfeld schnell anpassen können. Sie verstehen ihr Tun mehr als Hypothesentesten und Experimentieren – immer mit dem größtmöglichen Verantwortungsbewusstsein und mit einem hohen Maß an Adaptivität, um schnell gegenzusteuern, wenn der Weg sich doch nicht als der richtige erweist. Das Gegenteil demnach von „Augen zu und durch.“

Wandel und Krisen geben immer auch die Chance, Führung neu zu denken. Vieles, was dabei hilft, einen Sturm zu überstehen, hilft auch dabei, in ruhigeren Gewässern zu navigieren. Die Adaptivität beispielsweise kann nicht nur mit neuen Bedrohungen umgehen, sondern auch neue Chancen entdecken. Das bedeutet mehr Neugier, Forscher- und Experimentiergeist.

Wenn ich die Unsicherheit nicht ändern kann, dann umarme ich sie eben.

Helga Nowotny

frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates

Neben der Flexibilität gibt es noch eine ganze Reihe weiterer neuer Qualitäten, die in Zukunft in den Führungsetagen Einzug halten sollten. Darunter zum Beispiel mehr Kooperation statt Konkurrenz, mehr Lust am Konflikt statt Harmoniesoße, mehr Demut statt Überheblichkeit sowie mehr Mut zu Diversität und Aufrichtigkeit – um nur die Spitze des Eisbergs zu benennen.

Fazit: Karriere und ihr Erfolgsrezept bleibt für jeden ein Unikat

Um heute und in Zukunft Karriere zu machen, braucht es den Perfect Fit zwischen Persönlichkeit und Position. Der gelingt, wenn Menschen sich gründlicher als je zuvor mit ihren Wünschen, Zielen, Prägungen sowie den eigenen Bedürfnissen und Talenten auseinandersetzen. Weniger Narzissmus, mehr Sinn. Weniger Status, mehr (De-)Mut. Weniger Schablonendenken, mehr Unique Skills. Der entscheidende Faktor für Ihre Karriere bleiben immer Sie selbst.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/Kyryl Gorlov

Über den Autor

Stephanie Schorp Stephanie Schorp, die Unternehmerin und Geschäftsführerin der Personalberatung Comites perfect placements ist, gilt als eine der renommiertesten Headhunterinnen Deutschlands. Seit über 20 Jahren ist die Diplom-Psychologin mit der Auswahl, Beurteilung und Entwicklung von Führungskräften beschäftigt. Ihre Erfahrungen sammelte sie sowohl im Großkonzern als auch im Mittelstand und in der Beratung. Sie verfügt über diverse Zusatzausbildungen in Coaching, Leadership und im therapeutischen Bereich. comites.com
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