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Führen mit Demut – Lektionen aus der globalisierten Disruption
Leadership

Führen mit Demut – Lektionen aus der globalisierten Disruption

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Selten war Führung so wichtig wie in disruptiven Zeiten wie diesen, denn: Gerade in Zeiten massiver Veränderungen müssen Führungskräfte ihre Rolle mit Umsicht ausführen. Doch gute Leadership hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Wie muss daher Mitarbeiterführung heute aussehen?

Das noch junge Jahrhundert war bereits geprägt von einigen schwerwiegenden und unvorhersehbaren Ereignissen: 2016 der Brexit, 2008 die Finanzkrise, 2020 COVID und nun zuletzt 2022 dem Krieg in der Ukraine – all diese Ereignisse haben die weitgehend globalisierte Geschäftswelt erschüttert. Doch damit nicht genug: Auch Mitarbeitende haben mit den emotionalen Auswirkungen zu kämpfen. Genau in diesen Momenten wird die Bindung zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden am stärksten auf die Probe gestellt.

Teams wachsen zusammen zu einer Art Schicksalsgemeinschaft. Schließlich hat das Handeln und die Entscheidungen von Führungskräften einen direkten Einfluss auf das Unternehmen und seine Angestellten. Besonders im Moment rückt man Führungskräfte häufig ins Rampenlicht, um in Krisenzeiten für Ruhe und Stabilität zu sorgen. Eine Person, die im Namen eines Unternehmens oder einer Gemeinschaft spricht, kann viel mehr Fürsorge übermitteln, als es ein Unternehmen als Organisation könnte.

Gerade in Zeiten massiver Veränderungen müssen Führungskräfte ihre Rolle mit Umsicht ausführen. Es erfordert viel Geschick und auch Vorbereitung, mit der angemessenen Demut zu kommunizieren, ohne dabei die fraglichen Ereignisse zu bagatellisieren. Zwar möchte niemand als Führungskraft in einer Krise führen müssen, Tatsache bleibt aber: Es ist wichtig, einen angemessenen Optimismus zu verbreiten und eine Kommunikation dafür zu schaffen, wie sich das Unternehmen den Herausforderungen gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden stellen kann.

Treten Sie aus dem Schatten heraus

Die größten Leader unserer Zeit beschreiben den besten Führungsstil als einen des Empowerments: Entscheidend sei, so die Theorie, den Mitarbeitenden „Macht“ zu verleihen.

Ein Anführer ist am besten, wenn die Leute kaum wissen, dass er existiert, wenn seine Arbeit getan ist, sein Ziel erreicht ist, werden sie sagen: Das haben wir selbst erledigt.

Lao Tzu

Doch im Falle von Disruptionen – besonders wenn sie globaler Natur sind – erwarten die Menschen genau das Gegenteil.

Dann ist es nämlich von entscheidender Bedeutung, gesehen und gehört zu werden und die Kommunikationskanäle offen zu halten, damit Angestellte und Stakeholder sich wohlfühlen. Und durch virtuelle Meetings und digitale Kommunikation ist es einfacher denn je, als Führungskraft sichtbar zu werden. Sobald ein Ereignis direkte Auswirkungen auf ein Unternehmen und seine Mitarbeitenden hat, ist es besonders wichtig, so regelmäßig wie möglich zu kommunizieren. Tägliche, wöchentliche oder monatliche Meetings oder Ad-hoc-Updates helfen je nach Situation, die Ängste der Belegschaft zu verringern.

Vermeiden Sie globale Standardlösungen

Globale Disruptionen verlaufen je nach Land unterschiedlich. Nehmen wir die COVID-Pandemie in Europa als Beispiel: Italien verhängte als erstes europäisches Land den Lockdown – zwar folgten Deutschland und andere Länder kurz darauf, doch die Menschen in Italien mussten sich als erstes den Eindämmungsmaßnahmen stellen. Sie standen vor ihren eigenen, einzigartigen Herausforderungen – kein anderes europäisches Land hatte sich bisher damit befasst. Lokale Führungskräfte mussten damals fast über Nacht schnell umschwenken, während andere Länder sich zu dieser Zeit mit anderen Regeln und Vorschriften befassten.

Ähnlich wie bei der Finanzkrise 2008 begann die Wirtschaftskrise auch dieses Mal in den USA, breitete sich aber schnell auf den Rest der Welt aus. Wobei der größte Teil der Welt von den US-amerikanischen Verbrauchern als Nachfrager abhängig war. Länder sind von solchen Ereignissen oft auf verschiedene Weise betroffen. Daher kann das Treffen kollektiver, pauschaler Entscheidungen oder das Ergreifen allgemeiner Maßnahmen oft zu einem Verlust des Kontakts führen.

Sicherlich ist es sinnvoll, Strategie und Handeln möglichst einheitlich zu vollziehen. Doch sobald Störungen auftauchen, müssen lokale Anpassungen möglich sein, wenn erforderlich. Ein solcher „glokaler“ Ansatz verbindet die Wirksamkeit globaler Organisation mit der Relevanz der lokalen marktlichen Begebenheiten. Es ist ein effektiver Weg, um mit globalen Störungen umzugehen. Jedoch müssen hierzu Kommunikationswege zwischen den Ländern solide und transparent funktionieren.

Vor Ort ist es sinnvoll, lokale Talente einzustellen, um die Entscheidungsfindung fundiert auf lokaler Ebene durchführen zu können. Ein regelmäßiger Austausch mit Country Managern und Führungskräften kann dabei helfen, die globale Botschaft auf die lokale Ebene zu übersetzen. Abgestimmt auf lokale Nuancen kann eine Botschaft mit höherer Relevanz alle Ecken der Erde erreichen.

Resilienz als Schlüssel

Die vielen globalen disruptiven Ereignisse rufen zwar ein Gefühl der Unsicherheit und Angst hervor, haben aber auch gezeigt, dass widerstandsfähiges Denken Unternehmen nach vorne bringen kann. Im Ergebnis haben viele Unternehmen an Resilienz gewonnen. Führungskräfte wiederrum müssen Resilienz verkörpern und diese mit einer starken glaubwürdigen Einstellung auf positive Weise verbreiten. Dies führt dazu, dass sich das Gesamtbewusstsein für die gegenseitige Verantwortung in Betracht der Disruptionen verbessert.

Um eine Strategie zur Problembewältigung zu erarbeiten, kann es sinnvoll sein, Probleme grundsätzlich als Chancen zu verstehen. Führungskräfte verstehen sich oft als eine Art Superheld, der alle Probleme sofort lösen kann und muss, doch in der Realität benötigt jedes Problem einen neuen individuellen Lösungsansatz. Wenn man lernt, bessere Entscheidungen zu treffen, können neue Probleme auch besser und schneller gelöst werden.

Das Führungsparadoxon

Führung selbst bleibt ein Paradoxon. Die Art und Weise, wie darüber nachgedacht und versucht wird, das Problem zu verstehen, lässt sich oft nicht auf die Realität übertragen.

Unabhängig davon, wie viele Bücher, Artikel und Ratgeber Führungskräfte lesen, globales Leadership ist und bleibt eine Kunst für sich. Statt auf nur eine universelle Strategie zu setzen, benötigt globale Führung die Einschätzung und ständige Überprüfung auf lokaler Ebene.

Die nächste globale Disruption lässt sich zwar nicht vorhersagen, jedoch werden Unternehmen hierauf besser vorbereitet sein, wenn zunächst Agilität und Einsatzbereitschaft optimiert werden. Dabei hilft die Erfahrung der letzten Jahre, die dabei geholfen hat, Organisationen resilienter aufzustellen. Mit einer offenen transparenten Kommunikation und einem „globalen“ Ansatz bei der Führung können Probleme und Störungen deutlich besser und schneller bewältigt werden.

Bildnachweis: ©istockphoto.com/ipopba

Über den Autor

Vincent Belliveau Vincent Belliveau ist Chief International Officer bei Cornerstone OnDemand. Belliveau leitet alle internationalen Aktivitäten von Cornerstone. Bevor er 2007 zu Cornerstone stieß, arbeitete er unter anderem für IBM und McKinsey & Company. www.cornerstoneondemand.com/de/
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