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Interne oder externe Mitarbeitende: Welche Personalstrategie passt zu welchem Unternehmensbedarf?
Hybrid-Strategie forcieren

Interne oder externe Mitarbeitende: Welche Personalstrategie passt zu welchem Unternehmensbedarf?

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Die Wahl der richtigen Personalstruktur gehört zu den wichtigen Weichenstellungen für mittelständische Unternehmen. In einem Marktumfeld, das von dynamischen Nachfrageschwankungen, fortschreitender Digitalisierung und dem anhaltenden Fachkräftemangel geprägt ist, entscheidet das Austarieren von Stammbelegschaft und externen Kapazitäten über die Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität eines Unternehmens.

HR-Verantwortliche und die Geschäftsführung stehen fortlaufend vor der strategischen Frage: Welche Aufgaben gehören unumstößlich in die Hände festangestellter Mitarbeitender und wo schafft der gezielte Einsatz externer Ressourcen operative sowie finanzielle Freiräume? Ein strukturierter Vergleich der strategischen Kernkompetenzen, der Fixkostenstrukturen und der Kapazitätssteuerung liefert die Basis für eine zukunftsfähige Personalstrategie.

Kernkompetenzen im Fokus: Was im Unternehmen verbleiben muss

Das Konzept der Kernkompetenzen bildet das Fundament jeder strategischen Personalplanung. Kernkompetenzen umfassen jene Qualifikationen, Technologien und proprietären Prozesse, die einem Unternehmen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil verschaffen und für Kunden einen spürbaren Mehrwert generieren.

Schutz von Know-how und Unternehmenskultur

Interne Mitarbeitende bauen über Jahre hinweg tiefgehendes Prozesswissen, implizites Erfahrungswissen und eine starke Bindung zur Unternehmenskultur auf. Strategisch relevante Schlüsselpositionen erfordern eine hohe Identifikation und Kontinuität. Das gilt etwa für die Produktentwicklung, den strategischen Vertrieb oder die zentrale Unternehmensführung. Eine Abgabe dieser Funktionen an Externe birgt das Risiko von Know-how-Abfluss und Kontrollverlust.

Identifikation strategischer Handlungsfelder

Für die Praxis empfiehlt sich eine klare Abgrenzung anhand von zwei Kernfragen:

  1. Ist die jeweilige Aufgabe differenzierungsrelevant gegenüber dem Wettbewerb?
  2. Basiert die Erfüllung der Aufgabe auf vertraulichem, unternehmensspezifischem Wissen?

Werden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, spricht dies zwingend für den Aufbau und den Erhalt von internem Personal. Handelt es sich hingegen um standardisierte Supportprozesse (z. B. IT-Support, Buchhaltung, Maintenance) oder zeitlich begrenzte Spezialprojekte, eröffnet der Rückgriff auf externe Spezialisten strategische Effizienzvorteile.

Die finanzielle Dimension: Fixe Personalkosten vs. flexible Budgets

Die Strukturierung der Personalkosten nimmt direkten Einfluss auf die finanzielle Resilienz eines Unternehmens. Hier stehen sich starr kalkulierbare Festanstellungen und variabel steuerbare externe Dienstleistungen gegenüber.

Die Dynamik fixer Personalkosten

Festangestellte verursachen fixe Personalkosten, die weit über das Bruttogehalt hinausgehen. Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, bezahlter Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Weiterbildungskosten sowie Aufwände für Arbeitsplatzinfrastruktur erhöhen die Gesamtkosten pro Kopf signifikant.

In Phasen hoher Auslastung garantieren feste Teams Stabilität. Sinkt jedoch die Auftragslage, belasten diese Fixblöcke das operative Ergebnis (EBIT) und schränken den Handlungsspielraum des Managements ein.

Skalierbarkeit durch externe Kapazitäten

Der Einsatz externer Ressourcen wandelt fixe Personalkosten in variable Sachkosten um. Zwar liegen die Stundensätze externer Dienstleister oder Interims-Manager vordergründig über dem kalkulatorischen Stundensatz interner Kräfte, jedoch entfallen Säumniskosten bei Stillstand sowie Nebenleistungen.

Externe Kapazitäten buchen Unternehmen nur für den tatsächlich benötigten Zeitraum. Dies ermöglicht eine punktgenaue Budgetsteuerung und schützt das Unternehmen in wirtschaftlich unruhigen Zeiten vor Rentabilitätseinbußen.

Die Rolle qualifizierter Facharbeiter: Festanstellung vs. Personaldienstleistung

Besonders prägnant zeigt sich das Spannungsfeld zwischen interner und externer Besetzung im Bereich qualifizierter Facharbeiter. Der anhaltende Mangel an handwerklichen, technischen und industriellen Spezialisten stellt HR-Abteilungen im Mittelstand vor enorme Herausforderungen.

Dabei lässt sich die Abdeckung des Bedarfs über zwei komplementäre Wege realisieren:

1. Der interne Facharbeiter als Stabilitätsanker

Festangestellte Facharbeiter sichern die operative Leistungsfähigkeit in der Kernproduktion und im Tagesgeschäft. Sie sind eingespielt, kennen die Maschinen sowie Anlagen im Detail und gewährleisten eine gleichbleibend hohe Fertigungsqualität. Die langfristige Bindung von Fachkräften erfordert jedoch kontinuierliche Investitionen in Weiterbildung, Arbeitssicherheit und Mitarbeiterzufriedenheit. Zudem stoßen interne Kapazitäten bei plötzlichen Auftragsspitzen rasch an ihre Leistungsgrenzen.

2. Externe Facharbeiter als Flexibilitätsventil

Um Produktionsspitzen abzufangen, personelle Engpässe bei Krankheit auszugleichen oder spezifisches Projektwissen einzukaufen, greifen mittelständische Betriebe vermehrt auf externe Personaldienstleister zurück. Professionelle Dienstleister stellen qualifiziertes Personal kurzfristig zur Verfügung.

Umfassende Informationen zu den vielfältigen Profilen, Einsatzmöglichkeiten und tariflichen Rahmenbedingungen im Bereich qualifizierter Facharbeiter verdeutlichen, wie modern strukturierte Personaldienstleistungen als strategisches Instrument zur Kapazitätssteuerung fungieren. Durch die Kombination von Stammbelegschaft und extern aufgestockten Facharbeiter-Teams bleibt die Fertigung handlungsfähig, ohne dass die permanente Fixkostenbasis unsachgemäß aufgebläht wird.

Entscheidungsmatrix: Welche Personalstrategie passt zu welchem Bedarf?

Für eine fundierte Entscheidungsfindung im HR-Management empfiehlt sich die Analyse anhand definierter Kriterien:

Kriterium Strategie: Fokus Interne Belegschaft Strategie: Fokus Externe Kapazitäten
Aufgabenprofil Kernkompetenzen, strategische Schlüsselaufgaben, vertrauliche Prozesse Projektarbeit, Spezialaufgaben, Nischenthemen, Routineunterstützung
Bedarfsdauer dauerhaft, langfristig planbar temporär, saisonal, projektbezogen
Kostenstruktur hohe Fixkosten, geringere variable Grenzkosten keine Fixkosten, reine Ausführungskosten (Variable)
Flexibilität geringe Anpassungsgeschwindigkeit bei Marktveränderungen hohe Skalierbarkeit (Arbeitsvolumen rasch anpassbar)
Einarbeitung einmalig intensiver Aufwand, langfristiger ROI kurze Onboarding-Zeiten durch spezifische Vorkenntnisse
Risikoprofil Ausfallrisiko liegt voll beim Arbeitgeber (Krankheit/Urlaub) Ausfallrisiko trägt weitgehend der Dienstleister

Strategische Handlungsempfehlung für den Mittelstand: Die Hybrid-Strategie

Weder der ausschließliche Verlass auf eine reine Stammbelegschaft noch die übermäßige Inanspruchnahme externer Dienstleister führt zum optimalen Ergebnis. Während eine reine Interne-Strategie Trägheit und hohe Fixkostenrisiken birgt, kann eine zu hohe Fremdpersonalquote zu Wissensverlust und Akzeptanzproblemen in der Belegschaft führen.

Der Schlüssel liegt in einer durchdachten Hybrid-Strategie:

  1. Den Kern sichern: Ca. 70 bis 80 Prozent der Kapazitäten im Unternehmen sollten durch festangestelltes Personal abgedeckt sein, das die Kernkompetenzen trägt und die Unternehmenskultur stützt.
  2. Die Spitze abfedern: Die verbleibenden 20 bis 30 Prozent der Kapazitäten werden flexibel über externe Fachkräfte, Freiberufler oder spezialisierte Personaldienstleister gesteuert.
  3. Regelmäßiges Audit: HR-Verantwortliche sollten die Zusammensetzung der Teams mindestens einmal jährlich überprüfen und an die aktuelle Auftragslage sowie die strategischen Unternehmensziele anpassen.

Die Entscheidung zwischen internem und externem Personal ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Stellschraube für ein modernes Risikomanagement. Während interne Mitarbeitende das strategische Fundament und die Identität des Unternehmens sichern, verleihen externe Ressourcen die notwendige Agilität, um in dynamischen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben. Mittelständische Unternehmen, die beide Bausteine zielgerichtet miteinander kombinieren, sichern sich sowohl finanzielle Stabilität als auch maximale operative Handlungsfähigkeit.

  1. Unternehmenskultur: Interne und externe Mitarbeiter vernetzen. Gründel, Kristin. Personalwirtschaft, 12.07.2021.

Bildnachweis: istockphoto.com/fizkes

Über den Autor

Porträtfoto vonPorträtfoto vonPorträtfoto von Carolin Fischer, Content-Managerin und Redakteurin für onpulson.de, einem Fachportal für Unternehmer und Führungskräfte aus dem Mittelstand

Carolin Fischer Carolin Fischer ist Content-Managerin und Redakteurin bei onpulson.de. Sie ist spezialisiert auf die Themen "Personal", "Mittelstand" und "Karriere". Zuvor hat sie mehrere Jahre für die Süddeutsche Zeitung in München gearbeitet und ist heute noch u.a. im PR-Bereich tätig.
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